Leggins, riesige Mäntel, Puffärmel, Schulterpolster, Karottenhose. Wer in den 80ern was auf sich hielt, hatte davon den Schrank voll. So viel zum Outfit. Und auf dem Kopf? Da wollten die Frauen aussehen wie Joan Collins alias Alexis, die Hexe aus dem Denver-Clan: Big Hair mit einer das Ozonloch sprengenden Menge Haarspray. Einer der Frisöre, die damals auch toupierten, was der Stielkamm hergab, ist Hans-Knut Thoma. Der heute 78-Jährige hat eine Weltkarriere von Bad Kissingen aus gestartet. Werden die 80er ihr Comeback feiern? Thoma: "Sicherlich, wie alles in der Mode. Aber das erlebe ich nicht mehr."

Zsa Zsa Gabors Haaren in seinen Händen

Hans-Knut Thoma frisiert nur noch an wenigen Tagen in der Woche seine Stammkunden. Viele sind mit dem Mann, der unter anderem auch den Schauspielerinnen Ingrid Steeger und Zsa Zsa Gabor schon die Köpfe wusch, älter geworden. In einem dicken Album hat er nicht nur die Fotos von Stationen seiner Karriere - er brachte es bis zum Europa- und zum Vizeweltmeister - eingeklebt. Auch Fotos von gelungenen oder preisgekrönten Frisuren sind dort zu finden - vor allem aus den 80ern.

"Vorbilder waren damals eindeutig die Damen aus Dallas und Denver", erinnert er sich. Hauptsache viel Haar und große Locken war der Wunsch vieler. Wenn er mit Kennerblick gleich bemerkte, das wird der Kundin nicht stehen, dann "habe ich versucht, sie zu überzeugen". Immer gelang ihm das nicht. Manchmal gab er mit auf den Weg: "Sag bloß nicht, dass du bei mir warst."