Als die Bad Kissinger Polizeibeamten im November 1995 ihre Schreibtische ausräumten und ins neue Dienstgebäude in der ehemaligen US-Kaserne umzogen, war dies nicht mit viel Wehmut verbunden. Der Abschied fiel leicht, weil das alte Gebäude in der Erhardstraße/Ecke Landwehrstraße nicht nur sehr beengt, sondern auch in einem baulich desolaten Zustand war. Und so waren die Polizeibeamten damals froh, endlich zeitgemäßere Arbeitsbedingungen zu erhalten. Heute, 25 Jahre später, spricht der Leiter der Polizeiinspektion Bad Kissingen, Stefan Haschke, von einer damals zukunftsweisenden Entscheidung, das Dienstgebäude in der Stadt nicht zu renovieren, sondern in die ehemalige Kaserne umzuziehen.

Aus allen Nähten geplatzt

Stefan Haschke erinnert sich gut an das alte Dienstgebäude der Polizeiinspektion aus seiner Zeit als junger Polizist in den 1980er Jahren. Das Dach war undicht. "Der Dachstuhl fing an zu Faulen", hieß es auch in einem Zeitungsbericht der Saale-Zeitung im November 1995, kurz vor dem Umzug ins neue Dienstgebäude. Die Technik war von anno dazumal, "durch die Fensterritzen pfeift der Wind" schrieb die Zeitung damals.

Stefan Haschke berichtet rückblickend auch von der Enge, die im Außenbereich herrschte. Die Dienstautos mussten hintereinander geparkt werden. Die damalige Dienststelle sei aus allen Nähten geplatzt.

1,8 Millionen Mark kostete vor 25 Jahren der Umbau des ehemaligen US-Unteroffizierheims in eine moderne Polizeiinspektion. Das Geld war gut investiert, auch wenn die Polizei ihre Nähe zur Innenstadt damit einbüßte. Dafür erhielt man eine schnellere Anbindung an das Verkehrsnetz des Inspektionsbereichs und deutlich mehr Platz, sage und schreibe 40 Prozent mehr.

Denn das Gebäude der Bad Kissinger Polizeiinspektion hat dank seiner Größe einiges zu bieten, was andere Dienststellen nicht haben. Innen gibt es einen kleinen Fitnessraum und auch außen einen Sportbereich, den bereits die Amerikaner eingerichtet hatten. Ideale Bedingungen für den Dienstsport, der schließlich wichtig sei, meint Stefan Haschke. "Das hat nicht jede Dienststelle".

Parkplätze ein Pluspunkt

"Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir in Bezug auf die Anzahl der Mitarbeiter großzügige Räumlichkeiten vorfinden", so der Inspektionsleiter. Der Vorteil zeige sich jetzt gerade in der Corona-Pandemie. Es sei durch die größeren Büros leichter, Abstand zu halten.

Platz ist außerdem da, um die regionale Einstellungsberatung der Polizei vor Ort zu haben. Außerdem gibt es Schulungsräume.

Ein weiterer Vorteil des Standortes in der Kasernenstraße: Parkflächen. Die Dienstfahrzeuge haben ausreichend Stellflächen. Für Mitarbeiter und Besucher stehen im Umfeld der Kasernenstraße ebenfalls genug Parkplätze zur Verfügung. Diese Annehmlichkeit weiß Stefan Haschke zu schätzen.

Digitalisierung ein großes Thema

All das ist auch nach 25 Jahren noch zeitgemäß. Um aber auf der Höhe der Zeit zu bleiben, muss in dem älteren Haus immer etwas getan werden. Da macht die Polizeiinspektion in Bad Kissingen keine Ausnahme. "Die energetische Sanierung haben wir schon hinter uns", erklärt Stefan Haschke. Dabei wurden unter anderem die Fenster ausgewechselt und das Dach gedämmt. Ein großes Thema bereits in den 2000er Jahren war der Umbau der Nebengebäude. So ist es auch kein Wunder, dass seit dem Umzug der Polizeiinspektion vor 25 Jahren schon wieder 2,5 Millionen Euro in die Liegenschaft investiert wurden.

Aktuell ist die Digitalisierung ein großes Thema. Büro für Büro muss dazu auf den neuesten Stand gebracht werden. Außerdem soll der Dienstgruppenbereich saniert werden, erläutert Stefan Haschke. Angepasst werden müssen zudem Funktionsräume des Gebäudes. Der Umkleide- und Sanitärbereich für die Frauen ist zu klein geworden. Als die Inspektion vor 25 Jahren in die Kasernenstraße umzog, gab es noch viel weniger Frauen im Polizeidienst als heute. Entsprechend wenig Platz wurde für weibliche Mitarbeiter eingeplant. Deshalb muss jetzt dringend nachgebessert werden.

Der Infektionsschutz ist wegen Corona seit Monaten ein Thema. Wo nötig wurden Plexiglas-Trennwände eingebaut, um Mitarbeiter und Besucher zu schützen. Stefan Haschkes Urteil fällt deshalb rundum positiv aus. Er spricht von einem Gebäude mit Charme, in dem sich auch die Kollegen wohlfühlen. "Als Chef freue ich mich, dass wir hier ein gutes Arbeitsumfeld vorfinden".