Heidrun Vorndran übernimmt den Direktorenposten im Luitpold-Casino in einer für die bayerischen Spielbanken schwierigen Zeit. Ihr Vorgänger Otmar Lutz, der am Freitag in den Ruhestand verabschiedet wurde, hat erfolgreich versucht, den widrigen Rahmenbedingungen zu trotzen. Vor allem die Konkurrenz durch das ausufernde Angebot von Spielhallen dominierten die Ansprachen zum Chefwechsel in der Bad Kissinger Spielbank. Deutlich wurde aber auch, wie wichtig das Casino für Bad Kissingen und die gesamte Fremdenverkehrsregion ist.

Als Kulisse für die Feierstunde diente der Rossini-Saal. Die Vielzahl der Gäste verdeutlichte, welche Wertschätzung Otmar Lutz, der die Spielbank 14 Jahre leitete, genoss und genießt. Der Präsident der Bayerischen Lotterieverwaltung, Erwin Horak, betonte, dass Lutz die Erwartungen bei weitem übertroffen habe.

Horak machte besonders die Änderung der Spielverordnung, "die zu einer Spielhallenflut geführt hat", für den Rückgang der Erträge bei den Spielbanken verantwortlich. Aber auch die Konkurrenz im Internet und das Rauchverbot hätten sich sehr negativ bemerkbar gemacht.


Appell an die Politik

Der Präsident der Lotterieverwaltung appellierte an die Politik, die Interessen der Spielbanken auch angesichts der dort praktizierten Spielsucht-Prävention zu berücksichtigen. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Staatlichen Casinos alleine seit dem Jahr 2000 rund 720 Millionen an das Finanzministerium überwiesen haben. Davon hätten die Standortkommunen 190 Millionen profitiert, Bad Kissingen mit 18,8 Millionen Euro.

Nachdem Horak auf Otmar Lutz' 47-jährige Vita im Staatsdienst eingegangen war, bescheinigte er dem Direktor, im Luitopold-Casino Maßstäbe gesetzt zu haben. Unter anderem im Zuge der Generalsanierung und mit der Einführung des Kissinger Modells, das einen Roulettetisch im Automatensaal vorsieht. Gerade mit dem Sommerfest und der Aktion "Drehen für Bedürftige" habe Lutz die Spielbank zu einem Bestandteil der Region gemacht.

Auch die anderen Redner gingen auf die Bedeutung der Spielbank für Bad Kissingen und das gesamte Umland ein. Es gelte, alles zu tun, damit das Casino erhalten bleibt, forderte MdL Robert Kiesel (CSU), der sich auch zu der nach wie vor zunehmenden Zahl von Spielhallen äußerte: "Mit gefällt die Entwicklung mit den Spielhallen in den Innenstädten nicht. Hier ist die Politik gefordert, dass das alles im Rahmen bleibt."


Auf die Spielbank angewiesen

Auch Landrat Thomas Bold (CSU) appellierte an die Abgeordneten, die Finger von den staatlichen Spielbanken zu lassen. Das Luitpold-Casino bezeichnete er als maßgebliche Struktureinrichtung für die gesamte Kur- und Tourismusregion. "Wir sind auf die Spielbank angewiesen", sagte Bold, der Otmar Lutz als einen "Spielbankdirektor wie aus dem Bilderbuch" bezeichnete.

"Er liebt und lebt seine Spielbank", sagte Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD), der auf die Hilflosigkeit der Kommunen hinwies, wenn es um die Genehmigung von Spielhallen geht. Hier müsse die Politik den Kommunen ein Werkzeug in die Hand geben, um solche Anträge ablehnen zu können. "Wir genehmigen nicht einen einzigen Automaten mehr, als wir müssen", betonte der Oberbürgermeister, der das Luitpold-Casino als Alleinstellungsmerkmal Bad Kissingens bezeichnete.

Dass unter Otmar Lutz das Bad Kissinger Casino zum Flaggschiff der bayerischen Spielbanken ausgebaut worden sei, betonte Personalratsvorsitzender Wilfried Pfeiffer. Als die Rahmenbedingungen immer schlechter wurden, habe Lutz gezielt entgegengesteuert.

Dass er dies ohne die Hilfe Vieler nicht geschafft hätte, gestand Lutz in seiner Abschiedsworten ein, wobei er besonders das Staatliche Bauamt und die Kurgärtnerei, aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Spielbank hervorhob.

Wie alle seine Vorredner wünschte Lutz abschließend seiner Nachfolgerin Heidrun Vorndran alles Gute, bevor sich die neue Direktorin kurz selbst vorstellte.