Zwei Jahre waren vergangen seit dem letzten Weihnachtskonzert in der Oberbacher Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Und wie immer, so blieb auch heuer kein Platz frei in dem riesigen Gotteshaus, das augenzwinkernd auch als "Rhön-Dom" tituliert wird.

Schönes Erlebnis schaffen

Frank Lohmüller von der Oberbacher Blaskapelle, die beim Weihnachtskonzert nur ganz zurückhaltend und vereinzelt musikalische Akzente in das sehr abwechslungsreiche Programm einstreut, stimmte die Konzertbesucher auf den Jahresausklang ein. "Wir werden täglich bombardiert mit tausenden Nachrichten", sagte Lohmüller. Das mache es den Menschen nicht leicht, zur Ruhe zu kommen. Umso wichtiger sei es, dass es zumindest einmal im Jahr eine Zeit gibt, in der es möglich wird, innezuhalten, das Erlebte zu verarbeiten, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden und dankbar zu sein für schöne Momente, die man ihm zurückliegenden Jahr erleben durfte. "Wir möchten mit unserem Weihnachtskonzert ein weiteres schönes Erlebnis schaffen", so Lohmüller. Denn mit Musik könne man die Emotionen der Weihnachtszeit am allerbesten transportieren.

Sänger auch gut zu sehen

Musikalische Vielfalt war Trumpf beim Weihnachtskonzert der Oberbacher Blaskapelle. Die stimmgewaltigen Sänger der Schwarzen Berge präsentierten unter anderem die "Hymne an die Nacht", "My Lord what a morning" sowie den Andachtsjodler. In diesem Jahr waren die Sänger, die sonst üblicherweise eher versteckt auf der Empore positioniert worden waren, nicht nur hören, sondern auch gut zu sehen, weil sie sich im Chorraum aufstellten.

Auch "Die Auersberg Buam" gehören längst zum festen Repertoire des Weihnachtskonzerts und steuerten beschwingt-melodische Stücke wie "Dann fehlst du mir so sehr", "Frieden in allen Herzen", "Bist du bei mir, dann ist es Weihnachten" oder auch "Liebes Christkind flieg zu mir nieder" bei. Die Nachwuchsmusiker der Blaskapelle, unter der Leitung von Dirigent Heiko Fuchs, trugen mit "O Tannenbaum" und "Es wird scho glei dumpa" zwei echte Dauerbrenner unter den Weihnachtsliedern vor.

Besondere Überraschung

Peter und Patrick Heil lassen sich bei den Oberbacher Weihnachtskonzerten immer etwas ganz Besonderes einfallen. Heuer stimmte Vater Peter an der Panflöte "You raise me up" an, begleitet von Sohn Patrick am Klavier. Außerdem hatten sie "Halleluja" sowie "Christmas Dreams" einstudiert. Die Gitarrengruppe aus Oberbach rundete das vielfältige Programm ab. Zusammen mit den Nachbarskindern wurde "Dicke rote Kerzen" vorgetragen. Außerdem hatte die Gitarrengruppe eine Interpretation von "A Weihnacht wie‘s früher war" im Gepäck. Die Blaskapelle selbst stieg mit "Concerto d‘Amore" in das Programm ein, präsentierte später "Advent am See", "Love can build an bridge" und "The second waltz". Ein gemeinsam gesungenes "O du fröhliche" bildete den stimmungsvolles Abschluss eines rundum gelungenen Konzertes.

"Ich wünsche allen, dass Sie auch im kommenden Jahre die Zeit finden für das Wesentliche", sagte Lohmüller. Das bis auf den letzten Platz gefüllte Gotteshaus sei schon eindrucksvoller Beweis dafür, dass die Menschen sich eben auch gerne Zeit für Besinnung nehmen wollen.