Auf dem abgesiedelten Areal der ehemaligen Dorfstelle Werberg befinden sich drei Baudenkmäler. Deren schlechter Zustand war und ist den Besuchern der Werberger Treffen bereits seit einiger Zeit negativ aufgefallen. Gerade die Antoniuskapelle erhielt oft die Beschreibung "unansehnlich". Aber auch der Anblick des Friedhofs missfiel den ehemaligen Werbergern und ihren Nachkommen. Die BImA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) nimmt sich nun der Denkmale an und hat deren Sanierung beschlossen.
Antoniuskapelle, Grabsteine, die Burgruine und sogar das nicht denkmalgeschützte Kreuz in der Nähe des Dorfzentrums wurden vor kurzem genau unter die Lupe genommen. Eine Delegation mit Vertretern aus dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, der Unteren Denkmalschutzbehörde, dem Staatlichen Bauamt Schweinfurt, dem Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Hammelburg sowie der Truppenübungsplatzkommandantur Wildflecken und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben besichtigte die Schäden an den Baudenkmälern. Die BImA ist seit 2012 Eigentümerin der Liegenschaft Werberg und wird nächstes Jahr nach Kostenschätzungen insgesamt über 26 000 Euro in die sanierungsbedürftigen Denkmäler investieren. Die Objekte des ehemaligen Dorfes erfahren zum ersten Mal eine derartige finanzielle und erhaltende Zuwendung.


Geld für Antoniuskapelle

Das Gros der Summe, nämlich 13 000 Euro, fließt in die Arbeiten an der Antoniuskapelle. Dem Wasserschaden im Inneren der Kapelle wollte man in der Vergangenheit durch Abgraben von Erdreich um die Kapelle herum entgegenwirken, doch waren diese Versuche erfolglos geblieben. Die BImA will nun die Bitumenabdeckung durch ein Ziegeldach ersetzen, eine funktionierende Dränage legen, den fehlenden Putz an der Außenmauer ergänzen und einen neuen Innenanstrich vornehmen. Das Altargemälde soll erhalten bleiben.
Auf der Burgruine stehen noch wenige Mauerzüge der Wehranlage, die im 15. Jahrhundert zerstört worden war. Eine Mauerwerksäule soll instand gesetzt und mit einem Mauerkronenschutz versehen werden. Außerdem sollen nahe der Mauerreste stehende Bäume gefällt werden. Für diese Maßnahmen sind 3000 Euro eingeplant.
Im Mai war das Friedhofskreuz mit herabgefallenem Querbalken aufgefunden worden. Dieses Kreuz ist inzwischen repariert und wieder aufgestellt worden. Die BImA hat hierfür bereits circa 4000 Euro bezahlt. Weitere 900 Euro werden veranschlagt, um die Grabsteine reinigen und aufarbeiten zu lassen. Außerdem soll um den Friedhof ein 1,60 Meter hoher Maschendrahtzaun vor Wildschweinen schützen. Weitere Hainbuchen sollen den ursprünglichen Zustand der Hecke komplettieren. Für diese Maßnahmen werden etwa 7700 Euro bereitgestellt.


Nur wenige Erinnerungsstücke

Die Besucher, die jährlich zu den Werberger Treffen kommen, werden von den Maßnahmen zum Erhalt der letzten Überreste des Ortes sicherlich begeistert sein. Entgegen der Zusicherung waren alle verlassenen Häuser und sogar die Kirche 1973 gesprengt worden. Nun gibt es nur noch diese wenigen Erinnerungsstücke eines verlassenen Dorfes. Oliver Stix vom Facility Management der BImA sieht es ganz nüchtern: "Die BImA als Eigentümerin der Baudenkmäler kommt ihrer Instandhaltungspflicht nach." Die BImA sei verpflichtet, "ihre Baudenkmäler instand zu halten, instand zu setzen, sachgemäß zu behandeln und vor Gefahren zu schützen." Dass Werberg nur ein bis zwei Mal im Jahr für Besucher geöffnet ist, "ist hierbei unerheblich", so Oliver Stix.


Kein Denkmal, aber erhaltenswert

Die Instandhaltungskosten beinhalten auch 1800 Euro für das Kreuz in der Nähe des Dorfzentrums, obwohl dieses nicht in die Denkmalliste eingetragen ist. Das Kreuz trägt noch eine Eisenbewehrung. Diese war angelegt worden, weil der Kreuzstamm einen Riss aufweist. Im kommenden Jahr werden Kreuzspitze und Querbalken abgenommen und der obere Teil des Stammes angehoben, um zu überprüfen, ob der Riss durchgehend ist. In diesem Fall wird das schadhafte Stück ersetzt.
Für die Ausführung aller Arbeiten an den Baudenkmälern beauftragt die BImA das Staatliche Bauamt, die Landschaftspflegearbeiten werden der Abteilung Bundesforst der BImA übertragen. Der Geländebe-treuungsdienst der Bundeswehr Hammelburg kümmert sich um den Unterhalt des Friedhofs. zwei Mal im Jahr soll das Gras gemäht werden.

Eigentümer Mit dem "Gesetz über die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben" (BImAG) vom 9. Dezember 2004 wurde der BImA schrittweise Dienstliegenschaften des Bundes übertragen. Bis dahin war das BMVg (Bundesministerium der Verteidigung) dafür zuständig. Der Truppenübungsplatz Wildflecken ist seit dem 1. Januar 2012 Eigentum der BImA. Diese vermietet die Dienstliegenschaften an die Nutzer, hier die Bundeswehr, und ist für den Unterhalt der Liegenschaften zuständig.

Dienstleister Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ist die zentrale Immobiliendienstleisterin des Bundes. Am 1. Januar 2005 begann die BImA ihre Arbeit. Sie verwaltet und bewirtschaftet fast alle Liegenschaften, die von Bundesressorts genutzt werden. Insgesamt sind das 18 000 Liegenschaften, 490 000 Hektar Grundstücksfläche und 38 000 Wohnungen. Sowohl Wohn-, als auch Industrie- und Gewerbeimmobilien, forst- und landwirtschaftliche sowie ehemals militärische Areale werden verwaltet. Die BImA kümmert sich außerdem um den Verkauf von Liegenschaften, die für Zwecke des Bundes nicht mehr benötigt werden. Quelle: Image-Broschüre BImA