"Blasmusik nonstop" - an diesen Bannern des Musikvereins Döllautaler in Motten kommt momentan niemand vorbei. In großen Lettern prangt es entlang der Bundesstraßen und von Gerüsten. Sogar Musikvorstand Jörg Wirsing hat eines am gerade erweiterten Hausbau hängen. Kein Wunder, denn es gibt etwas zu feiern: 50 Jahre Waldfest und darüber hinaus auch noch 165 Jahre Blasmusik in Motten sowie das 45-jährige Bestehen des Vereins Döllautaler in Motten.

Es ist das Ambiente, abseits des Ortes nahe des Waldes, dass das Waldfest ausmacht. Und so wird seit Tagen auf dem Waldfestplatz gewerkelt. Jörg Wirsing selbst erzählt, dass er seit 14 Tagen nach der Arbeit hier herkommt, um beim Aufbau zu helfen. Tanz- und Bühnenpodest wird aufgebaut. Die Holzkonstruktion der Theke und auch das Toilettenhäuschen wurden komplett erneuert. Viele helfende Hände bemühen sich den idyllischen Festplatz herauszuputzen.

Die Blaskapelle Motten veranstaltete 1969 erstmals auf einer Wiese namens "Kremers Baume" das Waldfest. Auf grüner Wiese wurde Musik gespielt, Getränke wurden von einem Anhänger und sogenannte Tanzbändchen verkauft, erinnert sich der ehemalige Vorsitzende Winfried Kraft. In den folgenden Jahren wurden ein Tanz- und Bühnenpodest errichtet, denen eine Festbühne und Grill folgten. Jahre später erfolgte der Umzug zum bis heute bestehenden Standort "Kohlheppe". Der dortige Festplatz wurde mit den Jahren erweitert um Weinbar und Theke. Highlight des lauschigen Geländes ist ein Bierbaum. Bestückt wird er auf Bestellung mit einem 15-Liter -Bierfässchen, an dem sich Gruppen ihr Bier selber zapfen können. Lange schon werden befreundete Musikkapellen und -vereine eingeladen.

Einen Tag länger

Für das diesjährige Jubiläumsfest wurden nicht nur die Festtage um einen Tag verlängert. Es gibt eine Premiere, denn erstmals treten die Döllautaler selbst auf. Zum Festauftakt Freitag, 12. Juli, 19 Uhr, präsentieren sie eine Sommer-Serenade. Völlig unüblich der Auftritt, zumal die rund 130 Helfer alle Hände voll zu tun haben, das idyllische Waldfest zünftig zu gestalten. Erstmals gibt es neben den Fränkischen Spezialitäten der Küche, Wald- und Weinbar eine Veggie-Bude. Für Montag ist der Anstich des Jubiläumsbieres geplant.

Ehrungen am Sonntag

Viele Generationen haben das traditionelle Waldfest geprägt. Längst sind Ehrenmitglieder wie Heinrich Wirsing und Ehrenvorsitzender Helmut Kraft verstorben. Andere haben sich weiter ehrenamtlich engagiert. Zeit sei es, nachdem es keinen Ehrenvorsitzenden oder Ehrenmitglieder mehr im Verein gebe, wieder Mitglieder zu ehren, kündigte Jörg Wirsing in der Jahreshauptversammlung im März an. Dazu möchte man den festlichen Rahmen um das Waldfest nutzen. Und so wird Sonntagnachmittag auch Birgit Döhler, Vorsitzende des Kreisverbandes Bad Kissingen vom Nordbayerischen Musikbund anwesend sein, langjährige Ehrungen vorzunehmen. Der Musikverein selbst wird die Ernennung zu Ehrenmitgliedern übernehmen.

Das Programm der vier Festtage:

Freitag,12. Juli, 19 Uhr Sommer-Serenade mit Döllis;

Samstag, 13. Juli, 18 Uhr Festmarsch durch Motten und Massenchor mit zwölf Musikkapellen anschließend Musikabend mit der Musikkapelle Schönderling, ab 22 Uhr Musik pur mit den Frankenland Musikanten aus Greußenheim;

Sonntag, 14. Juli, 10 Uhr Dank-Gottesdienst auf dem Waldfest-Gelände anschließend Frühschoppen mit dem Musikverein Lütter. Für weitere musikalische Unterhaltung sorgen die Musikvereine aus Waigolshausen, Istergiesel und Rommerz sowie die Bläserklassen Holzblech und Goldtaler Motten;

Montag, 15. Juli, ab 17 Uhr klingt das Jubiläumsfest mit dem Kesselfleischessen unter musikalischen Umrahmung der Musikvereine Thalau und Eckweisbach aus.