Neue Schneefälle und bis zu minus 40 Grad im Norden des Landes gibt es in Schweden. In Dänemark forderte der Rettungsdienst Falck die Menschen in Nordjütland in Erwartung eines Schneesturms auf, am Mittwoch zu Hause zu bleiben. Wer sich doch herauswagt, sollte eine Schaufel dabeihaben, um das Auto frei graben zu können.
Zehntausende Einwohner Prags ohne Heizung und heißes Wasser
Polarluft sorgt in der Schweiz im Flachland für Temperaturen von teils minus 14 Grad. La Brévine im Kanton Neuenburg auf gut 1.000 Metern Höhe, traditionell der kälteste Ort der Schweiz, meldete in der Nacht zu Montag minus 30,3 Grad. Das ist aber nicht sehr ungewöhnlich. In dem abgeschlossenen Tal bildet sich bei klarem Himmel und wenig Wind oft ein Kaltluftsee, was zu einer großen Auskühlung des Bodens führt. Noch kälter war es am Morgen auf der Alp Hintergräppelen in Toggenburg im Kanton St. Gallen. Dort wurden minus 37,1 Grad gemessen.
Auch in Tschechien herrscht weiter klirrende Kälte. Im Böhmerwald nahe der Grenze zu Bayern wurden am Morgen Temperaturen um minus 25 Grad gemessen. Nirgendwo im Land sollte das Quecksilber in den nächsten Tagen über den Gefrierpunkt steigen, wie aus der Vorhersage des staatlichen Wetterdienstes hervorging. In Prag waren Zehntausende Einwohner wegen einer defekten Fernwärme-Leitung vorübergehend ohne Heizung und warmes Wasser.
Freuen können sich die Wintersportler: Aufgrund der Schneefälle herrschen auf vielen Pisten in den Mittelgebirgen Tschechiens ideale Bedingungen zum Skifahren. In Polen lag die niedrigste Temperatur in der Nacht derweil bei minus 20,1 Grad.
In Ungarn sorgten ausgiebige Schneefälle für Verkehrsbehinderungen. Im Großraum Budapest, in der nordöstlichen Region Borsod und in den südlichen Bezirken Baranya und Zala fielen Dutzende lokale Busse aus. Einige Züge zum Budapester Westbahnhof beendeten ihre Fahrt wegen eingefrorener Weichen bereits in einem Vorstadtbahnhof. Weitere Schneefälle werden für die zweite Tageshälfte und die Nacht zum Mittwoch erwartet.
Auch den Balkan hat der Winter fest im Griff. Im rumänischen Kreis Alba blieben fast 8.000 Haushalte den vierten Tag in Folge ohne Strom. In der ostbosnischen Stadt Gorazde brach die Wasserversorgung zusammen, nachdem der Fluss Drina über seine Ufer getreten war und die Pumpen des örtlichen Wasserwerks überflutet hatte. In Kroatien und in Slowenien sprachen die Behörden Warnungen wegen zu erwartender heftiger Schneefälle aus.
Schlecht isolierte Wohnungen in Spanien
In Spanien, das im Sommer regelmäßig mit Hitzerekorden Schlagzeilen macht, bibbern die Menschen nun in vielen Regionen bei Minusgraden in ihren oft nicht so gut wärmeisolierten Wohnungen. In Madrid und auch in höheren Lagen der Ferieninsel Mallorca gab es Frost und es lag Schnee. Manche Straßen in den Pyrenäen und in anderen Gebirgsregionen des Landes waren nur mit Schneeketten zu befahren.
Dort könnte es auch in der Nacht auf Dienstag bis zu minus 10 Grad kalt werden. Die Wetterbehörde Aemet gab wegen Schnee, Kälte und teilweise stürmischen Winden Warnungen für weite Bereiche des Landes heraus. Wer es etwas wärmer möchte, muss auf die Kanaren reisen. Dort wird es tagsüber angenehme 17 Grad warm.
Auch in Bulgarien ist es weiterhin frühlingshaft mild, im Südosten werden Temperaturen bis zu 19 Grad erwartet. Das ist sehr ungewöhnlich für diese Jahreszeit. In manchen Regionen machen starke Winde den Menschen zu schaffen. Meteorologen erwarten einen Schneeeinbruch mit eisiger Kälte am Donnerstag.