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Bauen/Wohnen -Fenster

Neue Fenster lohnen sich

Wann ein Austausch sinnvoll ist und welche Vorteile neue, moderne Fenster mit sich bringen
Foto: Angelov - stock.adobe.com
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Vor allem in Altbauten gelangt häufig kalte Luft durch undichte Fenster in die Wohnräume. Das ist nicht nur ärgerlich, es kostet auch viel Geld. Fenster, die vor 1995 gebaut wurden, haben mit hoher Wahrscheinlichkeit keine wärmeisolierenden Eigenschaften und sollten ausgetauscht werden. Bei neueren Modellen empfiehlt es sich, gegebenenfalls den Fachmann einen Blick auf das Glas werfen zu lassen. Das Typenschild gibt Aufschluss darüber, aus welchem Jahr die Fenster stammen. Dieses befindet sich auf der oberen Seite einer Fensterkante oder dem Distanzhalter zwischen den Scheiben.

Neben veralteten Modellen sprechen auch defekte Fenster für einen Tausch. Defekt bedeutet jedoch nicht unbedingt kaputt. Probleme beim Öffnen, Schließen oder Kippen deuten auf eine beschädigte Mechanik hin. Verspürt man einen Luftzug oder kommt gar Wasser durch das Fenster ins Hausinnere, könnte eine Dichtung schadhaft sein. In jedem dieser Fälle sollte man aber über Sanierungsmaßnah men nachdenken.

Besserer Schutz vor Einbrüchen

Laut der polizeilichen Kriminalstatistik 2018 ist die Zahl der Einbruchdiebstähle in Wohnungen im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr zwar um 30 Prozent gesunken - von 116.540 auf 97.504 Fälle. Durchschnittlich 267 Fälle täglich bedeuten jedoch nach wie vor ein hohes Risiko. Wer sich vor Einbrüchen schützen will, der sollte also nicht nur an die Tür, sondern vielmehr auch an die Fenster seines Eigenheims denken.

Während alte Fenster oft kaum gesichert sind, bieten neue, moderne Fenster einen höheren Sicherheitsstandard. Pilzkopfverriegelung, stabile Rahmenteile und ein abschließbarer Griff sind neben Sicherheitsglas ausschlaggebend, wenn es um die sogenannte Resistance Class (RC), also Widerstandsklasse, geht. Diese reicht von RC 1 bis RC 6. Je höher die Widerstandsklasse, desto höher die Sicherheit.

Doch nicht nur Sicherheit und Funktionalität spielen eine Rolle, wenn es um die Fenster des Eigenheims geht. Auch die Optik ist entscheidend. So werten neue Fenster die Wohnung nicht nur aus energetischer Sicht auf, auch optisch bi e ten sie einen echten Mehrwert.

Energieeffizienz - darauf kommt es an

Bei der Verglasung der Fenster ist die Anzahl der Glasscheiben entscheidend. Weniger Scheiben bedeuten einen schlechteren U-Wert und somit höhere Heizkosten. Der Wärmedurchgangskoeffizient, auch U-Wert genannt, definiert den Wärmeverlust. Je kleiner der U-Wert ist, desto besser. So verlangt die Energieeinsparverordnung (EnEV) einen U-Wert von 1,3 W/m²K für Fenster. Bei alten Modellen kann dieser jedoch schnell bei 4,6 W/m²K oder höher liegen, was mit erheblich höherem Heizaufwand und somit deutlich höheren Heizkosten verbunden ist.

Bis zum Ender der 80er Jahre produzierte man einfach verglaste Fenster, erst dann folgten Innovationen wie Isolierglas oder Wärmeschutzverglasung. Beim Isolierglas handelt es sich um eine aus zwei Glasscheiben mit luftdichtem Zwischenraum hergestellte Verglasung. Abgelöst wurde diese vom sogenannten Wärmedämmglas, welches dünn mit Metall beschichtet und mit einem mit Edelgas gefüllten Zwischenraum nochmals deutlich energieeffizienter war. Heute setzt man noch immer sowohl auf die Beschichtung als auch auf edelgasgefüllte Zwischenräume, jedoch nutzt man heute eine Glasscheibe mehr, also eine Dreifach-Verglasung.

Es spielt jedoch nicht nur die Verglasung eine Rolle, wenn es um Energieeffizienz beim Fenster geht. Auch Rahmen und Dichtungen sollte Beachtung geschenkt werden. Zwar verfügen Holzrahmen über gute Dämmeigenschaften und natürlichen Schimmelschutz, jedoch sind sie auch mit einem höheren Pflegeaufwand verbunden. Exemplare aus Kunststoff dagegen sind pflegeleichter, dafür aber auch anfälliger für Kratzer und Macken. Alurahmen sind teuer und haben schlechtere Dämmwerte. Die optimale Lösung scheint somit eine Werkstoffkombination zu sein, die das Beste der verschiedenen Rahmen kombiniert.

Amortisierung nach wenigen Jahren

Zwar ist die Investition in neue Fenster kostspielig, setzt man diese aber mit dem Mehrwert in Relation, so ist eine Sanierung in vielen Fällen sinnvoll. Durch erhebliche Einsparungen bei den Heizkosten amortisiert sich die Investition bereits nach wenigen Jahren. Zudem fühlt man sich, mal ganz von den Kosteneinsparungen abgesehen, in einem Raum viel wohler, wenn dieser angenehm warm ist und keine Zugluft herrscht. Johanna Reinl