• Altgeräte ins Recycling oder verkaufen, verschenken, spenden
  • Manuelles Löschen oder Formatieren genügt nicht
  • Sicheres Löschen: Daten überschreiben und factory reset
  • Smartphonedaten aus drei Speichern sichern

Laptops und Handys dürfen nicht in den Hausmüll. Sammle sie aber auch nicht daheim in der Schublade. Diese Geräte enthalten wertvolle Rohstoffe wie Silber, Gold oder Kupfer, die recycelt werden können. Giftige Bestandteile wie Blei, Quecksilber oder Kadmium werden dabei gleichzeitig fachgerecht entsorgt. Beides schont die Umwelt. Bevor du dich von deinem Altgerät trennst, sollten deine Daten so aus dem Speicher gelöscht sein, dass sie nicht wieder hergestellt werden können.

Hier kannst du alte Handys oder Laptops entsorgen

Deinen Elektroschrott kannst du auf dem Wertstoffhof loswerden. Du kannst Altgeräte aber auch zurück zum Händler bringen, selbst wenn du kein Neues kaufst.

Übrigens muss nicht jedes Gerät gleich weg. Manchmal lohnt sich auch eine Reparatur oder ein Akkutausch.

Wenn Handy oder Laptop noch funktionieren, kannst du sie auch verkaufen, verschenken oder für einen guten Zweck spenden. So hilfst du mit, Rohstoffe zu sparen und Elektromüll zu vermeiden. Verschiedene gemeinnützige Organisationen führen Handysammlungen durch, so der Naturschutzbund (NABU) oder die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Sie geben die gespendeten Geräte an Recyclingfirmen weiter und erhalten dafür Geld zur Finanzierung ihrer Projekte. Andere Organisationen, wie Labdoo, geben ausrangierte Laptops und Tablets direkt an finanzschwache Menschen weiter, in diesem Fall an Schulkinder.

Bevor du dich von deinem Gerät trennst

Auf Smartphone oder Laptop befinden sich unzählige persönliche Daten: deine Musik, private Fotos, Apps, Adressen und Kontakte, Passwörter, Bankdaten... Im internen Speicher deines Handys werden Anruflisten und SMS gespeichert. Einige Smartphones speichern über längere Zeit deine Aufenthaltsorte und WLAN-Einwahlen. Dein Handy "weiß" fast alles aus deinem Leben. Jeder, der Zugang zu diesen Daten hat, kann ein umfassendes Profil von dir erstellen und deine Daten missbrauchen. Abgesehen davon ist die Vorstellung, dass ein Fremder all deine Fotos hat, auch gruselig, oder?

Persönliche Daten solltest du daher unbedingt löschen, bevor du dein IT-Gerät zum Recycling bringst oder an andere Nutzer weitergibst. Bei Sammlungen von Altgeräten wird manchmal angeboten, deine Daten sicher zu löschen. Das kannst du aber nicht nachprüfen. Am sichersten bist du, wenn du es selbst machst.

So löscht du deine Daten gründlich

Achtung! Vergiss nicht, vor dem Löschen alle wichtigen Daten auf einem anderen Gerät zu speichern!

Du kannst natürlich per Hand deine Kontakte, Nachrichten, Fotos und Apps löschen. Doch "Löschen" drücken, genügt leider nicht. Dabei werden die Daten lediglich aus dem Inhaltsverzeichnis der Festplatte oder des Chipspeichers entfernt und deren Platz als "frei" gekennzeichnet. Die Daten sind für dich als Nutzer*in dann zwar nicht mehr direkt zugänglich, aber weiterhin auf der Festplatte. Mit entsprechenden Software-Programmen können diese Daten noch gelesen werden. Selbst gelöschte Einträge und SMS können noch Wochen oder Monate später wiederhergestellt werden. Genau so verhält es sich auch, wenn du deine Festplatte einfach nur normal formatierst.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt daher, gespeicherte Daten physikalisch zu löschen, indem du sie mehrmals überschreibst. Das dauert etwas, macht aber eine Wiederherstellung deiner Daten nahezu unmöglich. Software dazu kannst du im Internet oft kostenfrei zum Download finden – auch als App für Smartphones. Prüfe dazu, ob dein Laptop oder Tablet eine SSD-Festplatte hat. Diese benötigt ein spezielles Löschverfahren (ATA Secure Erase) bzw. dafür geeignete Software.

Smartphone Daten sichern

Dein Smartphone verfügt über drei Daten-Speicher:

  • SIM-Karte: Hier sind deine Kontakte gespeichert, du solltest sie daher nicht weitergeben. Du kannst sie einfach herausnehmen und im neuen Gerät weiter verwenden. Falls du den Anbieter wechselst, musst du sie eventuell zum Provider zurückschicken. Hier rät das BSI: "Persönliche Daten auf SIM-Karten sind in der Regel nicht mehr lesbar, nachdem mehrfach eine falsche PIN und anschließend mehrfach eine falsche PUK eingegeben wurde." Falls du die SIM-Karte nicht mehr brauchst, kannst du sie auch einfach mit einer Schere durchschneiden.
  • Speicherkarte: Die externe Speicherkarte kannst du auch im neuen Gerät weiterverwenden oder als Backup behalten. Du kannst sie aber auch mit einem Kartenlesegerät und entsprechender Software am Computer löschen. Falls dein Smartphone eine nicht entfernbare Speicherkarte hat, kannst du spezielle Löschapps downloaden.
  • Interner Speicher: Dieser lässt sich vom Computer aus nicht so ohne Weiteres löschen. Daher solltest du dein Handy auf die Werkseinstellungen („Factory Reset“) zurücksetzen. So entfernst du alle Nutzerdaten. Nur das Betriebssystem bleibt erhalten. Diese Funktion ist, je nach Gerätetyp, an unterschiedlichen Stellen und mit verschiedener Bezeichnung zu finden.

Ein Restrisiko bleibt

Die Stiftung Warentest fand in einer Überprüfung, dass bei Apple und Android Smartphones durch Zurücksetzen auf Werkseinstellung die privaten Daten im internen Speicher nicht mehr wiederherstellbar waren.

Das BSI rät trotzdem dazu, Smartphones zunächst zu verschlüsseln und dann erst auf Werkseinstellungen zurückzusetzen. Möchtest du Daten besonders gründlich löschen, kannst du den Speicher zusätzlich überschreiben. Du kopierst dazu große Mengen belangloser Daten auf dein Smartphone, bis der Speicher voll ist oder lässt das von einer entsprechenden App erledigen. Danach setzt du einfach nochmal auf Werkseinstellungen zurück. Das Ganze kannst du auch mehrfach wiederholen. Das BSI empfiehlt dieses Vorgehen vor allem für ältere Smartphones, deren interner Speicher nicht verschlüsselt werden kann.

Die Chance, dass Daten noch gefunden werden können, kannst du durch die beschriebenen Schritte minimieren. Je mehr verschiedene Löschmaßnahmen du durchführst, desto schwieriger wird das Wiederherstellen deiner Daten. Eine hundertprozentige Sicherheit, dass alle Daten vollständig gelöscht sind, gibt es jedoch nicht.