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Gesundheit

Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages: Wahrheit oder Mythos?

Das Frühstück gilt als die wichtigste Mahlzeit des Tages. Doch trifft das überhaupt zu? inFranken.de macht den Faktencheck.
 
Das Frühstück gehört für die allermeisten Deutschen zum Start in den Tag dazu. Für viele ist es gar ein Stück Lebensgefühl. Symbolfoto: Jan Vašek/Pixabay.com
Das Frühstück gehört für die allermeisten Deutschen zum Start in den Tag dazu. Für viele ist es gar ein Stück Lebensgefühl. Symbolfoto: Jan Vašek/Pixabay.com

"Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König, Abendessen wie ein Bettelmann" lautet eine bekannte Redensart. Demnach ist die morgendliche Mahlzeit ein absolutes Muss. Ein Frühstück kurbelt den Stoffwechsel an, liefert Energie und macht einen Menschen leistungsfähiger - so hört man es immer wieder.

Wer vom Frühstück gut satt ist, bekommt tagsüber außerdem weniger Heißhungerattacken, da der Blutzuckerspiegel stabiler ist. So können Übergewicht und Diabetes vorgebeugt werden.

Frühstücken - lieber doch nicht?

Andere Stimmen behaupten das genaue Gegenteil: Demnach fördere das Frühstück Übergewicht und Diabetes. Den - morgens ohnehin recht hohen - Blutzuckerspiegel soll es unnötig hinauftreiben. Als Erklärung hierfür wird die Evolutionsgeschichte herangezogen. Früher mussten die Menschen schließlich erst jagen gehen, bevor sie etwas zu Essen hatten. Vor diesem Hintergrund werten einige Forscher das Frühstück als unnötige Kalorienzufuhr. Auch die Vermeidung von Heißhungerattacken sehen sie nicht. Wer sich in der Früh stärkt, isst mittags und abends nicht unbedingt weniger.

Was stimmt denn nun? Die Ernährungswissenschaftler sind sich uneinig. Sie stimmen allerdings darin überein, dass zumindest Kinder und Jugendliche nicht auf ein Frühstück verzichten sollten. Schwedische und amerikanische Forscher haben - unabhängig von einander - herausgefunden, dass Menschen, die in jungen Jahren nur selten gefrühstückt haben, später öfter an Adipositas leiden.

Inwieweit biochemische Prozesse im Körper dafür verantwortlich sind, können sie allerdings nicht erklären. Denkbar wäre auch, dass das Frühstück das familiäre Umfeld widerspiegelt. Kinder, die regelmäßig frühstücken, wachsen meist behütet auf. Ihre Eltern achten auf Sport und eine gesunde Ernährung. Bei Nicht-Frühstückern ist laut dieser Theorie vermehrt das Gegenteil der Fall.

Frühstücken ist Typsache

Unabhängig davon, ob das Frühstück für den menschlichen Körper nun wichtig ist oder nicht - Frühstücken ist Typsache. Für den einen ist die morgendliche Mahlzeit ein Stück Lebensgefühl, andere bringen nach dem Aufstehen noch kein Essen herunter. Auch wer erst sehr spät zu Abend isst, muss seine Reserven am Morgen nicht unbedingt direkt auffüllen.

Fest steht: Wenn frühstücken, dann richtig. Gesund, nahrhaft und sättigend sollte ein Frühstück sein. Ernährungswissenschaftler empfehlen etwa Haferflocken mit (pflanzlicher) Milch, Porridge oder Bircher-Müsli, dazu Obst für die Vitaminzufuhr. Ein gekochtes Ei rundet die morgendliche Mahlzeit perfekt ab, denn Eiweiß in Verbindung mit Kohlenhydrate macht lange satt.

Von Fertigmüslis hingegen sollte man die Finger lassen - sie enthalten oft zu viel Zucker. Gleiches gilt für Donuts, Muffins und anderes Gebäck. Gesünder als ein Marmeladen- oder Nutellabrötchen ist zum Beispiel ein Vollkornbrot mit Avocado. Wer es lieber herzhaft mag, kann auf frisches Gemüse oder einen leichten Salat zurückgreifen. Wichtig ist außerdem, genug zu trinken, um den Flüssigkeitshaushalt des Körpers wieder aufzufüllen. Kaffee zählt hierzu jedoch nicht.