Man solle nicht so schlingen, sonst bekäme man später Probleme mit dem Magen. Diese oder ähnliche Weisheiten hat bestimmt der ein oder andere von uns als Kind schon einmal gehört. Doch dass langsames Essen gesundheitliche Vorteile hat, ist kein Ammenmärchen, welches Eltern ihren Kindern erzählen, um sie zu erziehen. Wir erklären, warum langsam zu essen gesund ist.

Die Menschen haben immer weniger Zeit und stehen ständig unter Zeitdruck. Das wirkt sich auch auf das Essen aus: es wird immer schneller gegessen und das hat Folgen. Wir klären auf, warum langsames Essen so gesund ist und was Sie beim Essen noch falsch machen können.

Darum ist langsames Essen gesünder

Es gibt einige Gründe, die dafür sprechen, langsamer zu essen.

Im Folgenden verraten wir Ihnen, welche das sind.

  • Nährstoffe werden besser aufgenommen: Eigentlich ganz logisch: Wer langsamer ist, kaut seine Mahlzeiten auch gründlicher. Je besser Ihr Essen gekaut ist, desto besser verdaulich ist es. Die Nährstoffe in gut gekautem Essen können besser vom Körper aufgenommen werden, denn Verdauung beginnt schon beim Kauen: Im Mund werden beim Kauen Essen und Speichel vermischt. Im Speichel befinden sich Enzyme, welche bereits mit der Zersetzung der Mahlzeit beginnen. Je langsamer Sie essen, desto besser ist Ihr Magen außerdem darauf vorbereitet, ankommendes Essen zu verdauen, Ihr Körper spart so also auch Energie. So sorgen Sie mit langsamem Essen dafür, dass Ihr Körper mit allem versorgt ist, was er braucht.
  • Weniger Verdauungsbeschwerden: Wer langsam isst, produziert mehr Speichel. Dadurch wird dem Magen, wie bereits beschrieben, Arbeit abgenommen. Wenn Sie Ihren Magen entlasten, reduzieren Sie das Risiko von Bauchschmerzen oder weiteren Verdauungsproblemen. Zusätzlich wird bei schnellem Essen mehr Luft heruntergeschluckt, was zu Blähungen führen kann. 
  • Mehr Genuss: Nicht nur Wein entfaltet sein volles Aroma erst, wenn man ihn eine zeitlang im Mund behält. Auch bei einigen Gemüsesorten wird das volle Aroma erst nach einer halben Minute durch die Mundbakterien entfaltet, wie Forscher aus der Schweiz herausfanden. Dadurch sind langsam-Esser auch geschmacklich im Vorteil. Generell gilt: Wer langsamer isst, genießt seine Mahlzeit auch mehr. Je langsamer also gegessen wird, desto genussvoller ist Ihre Mahlzeit. Allein diese Tatsache ist den zeitlichen Aufwand wert, oder?
  • Stress abbauen: Wenn Sie sich nur auf Ihre Mahlzeit konzentrieren, vergessen Sie den Alltagsstress für eine Zeit. Konzentration ist ein gutes Stichwort: Viele Menschen machen nämlich genau das falsch. Wer beim Essen Fernsehen schaut, im Internet surft oder ein Magazin ließt, dem geht nicht nur die Sinnlichkeit beim Essen verloren, sondern auch der meditative Effekt des Essens geht verloren. Versuchen Sie einmal, trotz Gewohnheit, beim Essen nichts nebenbei zu tun. Den Effekt werden Sie schnell merken.
  • Gewichtsabnahme durch langsames Essen: Kommen wir nun zum für viele wahrscheinlich wichtigsten Grund, langsamer zu essen: der Gewichtsverlust. Denn tatsächlich nimmt man ab, wenn man langsamer isst. Japanische Forscher der Universität Osaka fanden heraus, dass Menschen, die schnell essen, fast dreimal so häufig übergewichtig sind wie langsame Esser. Studien der University of Rhode Island zufolge nimmt man bei einer langsamen Mahlzeit ungefähr zehn Prozent weniger Kalorien zu sich als bei einer schnellen. Lesen Sie hier: Langsam essen, um abzunehmen. Dies hat auch einen einfachen Grund: Unser Gehirn merkt erst nach ca. 15 bis 20 Minuten, dass wir satt sind. Wer also zu schnell isst, isst oft mehr als der Körper braucht und nimmt somit schnell an Gewicht zu. Übrigens: Langsam zu essen schont auch den Geldbeutel. Jemand, der langsam isst, nimmt zehn Prozent weniger Kalorien zu sich und muss dementsprechend auch weniger Essen kaufen. Im Supermarkt und vor allem im Restaurant macht sich das schnell bemerkbar. 

Lektüre für gesundes, langsames Essen

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Mit diesen Tipps schaffen Sie es, langsamer zu essen

  • Die richtige Atmosphäre: Bevor Sie essen, sollten Sie für eine ruhige Atmosphäre sorgen. Wichtig: Setzen Sie sich zum essen hin und essen Sie nicht vor dem Fernseher, Computer oder beim Autofahren. Schenken Sie Ihrer Mahlzeit die nötige Aufmerksamkeit, Ihr Körper wird es Ihnen danken.
  • Lassen Sie alle Nebentätigkeiten liegen und legen Sie Ihr Handy weg. Wenn Sie mit gemeinsam mit anderen Essen, nutzen Sie die Zeit für Gespräche. Dies schafft Achtsamkeit.
  • Genug Zeit nehmen: Nichts ist stressiger als Zeitdruck beim Essen. Nehmen Sie sich immer 20 bis 30 Minuten Zeit für Ihre Mahlzeit. 
  • Das richtige Kauen: Auch das richtige Kauen ist wichtig. Wählen Sie Gerichte mit vielen Ballaststoffen, diese müssen generell mehr gekaut werden und setzen Sie sich am besten eine Untergrenze für die Anzahl Ihrer Kaubewegungen.
  • Konzentrieren Sie sich auf Ihre Essgeschwindigkeit und halten Sie inne, wenn Sie merken, dass Sie schneller werden.
  • Gleichgesinnte: Gleichgesinnte sind der Schlüssel zum Erfolg. Suchen Sie sich einen weiteren Langsamesser, um gemeinsam daran zu arbeiten. Quasi einen Slow-Food-Buddy.
  • Kleine Bissen: Achten Sie darauf, kleine Bissen zu nehmen und diese gründlich zu kauen. Auch helfen kleine Teller dabei, das Essen zu verlangsamen. 
  • Die richtigen Zutaten: Qualitativ hochwertige Zutaten erhalten generell mehr Wertschätzung. Achten Sie darauf hochwertige Nahrungsmittel zu sich zu nehmen und Sie werden merken, dass sich Ihre Essgeschwindigkeit automatisch verringert. Selbstgemachte Nudeln isst man langsamer als eine Tiefkühlpizza.
  • Ganz wichtig: Hören Sie mit dem Essen auf, sobald Sie satt sind!
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