• BMI (Body-Mass-Index): Körpergewicht eines Menschen in Relation zur Körpergröße
  • Statur, Geschlecht und individuelle Zusammensetzung des Körpers werden vernachlässigt
  • Seither auch als Maßzahl für Aussagen über Gesundheit oder Krankheitsrisiko genutzt - Ist das überhaupt sinnvoll?

Das Internet ist von Rechnern überflutet, die den Body-Mass-Index eines Menschen ermitteln. Solche BMI-Rechner sollen Aufschluss darüber geben, ob man zu dünn, zu dick oder vielleicht "genau richtig" ist. Viele Menschen, die sich mit ihrem Körper beschäftigen - zum Beispiel, weil sie abnehmen wollen - berechnen ihren BMI, um ihr Körpergewicht zu bewerten. Doch sollte man dem BMI nach aktuellen Forschungsstand überhaupt Beachtung schenken?

Welcher BMI ist "normal" und "gesund"?

Der Body-Mass-Index wird berechnet, indem man sein Gewicht durch das Quadrat der eigenen Körpergröße teilt. Das heißt: BMI = Gewicht / (Körpergröße x Körpergröße). So hat eine Person, die 1,70 Meter groß ist und 72 Kilogramm wiegt, einen BMI von 21,18 (Rechnung: 72 / (1,70 x 1,70) = 21,18). Und was genau sagt diese Zahl aus?

Als Normalgewicht - und somit als gesund - gilt ein BMI zwischen 18,5 und 24,9. Alles, was darunter liegt wird als untergewichtig definiert, alles darüber gilt als Übergewicht oder Fettleibigkeit. Laut Bundesministerium für Gesundheit wird die Klassifizierung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herangezogen, um den berechneten BMI zu interpretieren. Die WHO klassifiziert folgendermaßen: 

  • Unter 18,5: Untergewicht
  • 18,5 bis 24,9: Normalgewicht
  • 25 bis 29,9: Präadipositas
  • 30 bis 34,9: Adipositas, Grad I
  • 35 bis 39,9: Adipositas, Grad II
  • Über 40: Adipositas, Grad II

Der individuelle Gesundheitszustand sollte nicht vom BMI abgeleitet werden

Der Body-Mass-Index soll nicht nur das Körpergewicht eines Menschen bewerten, sondern auch vor Risikofaktoren wie ungesunder Ernährung, Bewegungsmangel und übermäßigem Alkohol- und Tabakkonsum warnen. Wissenschaftler der University of California in Los Angeles (UCLA) haben 2016 in einer Studie allerdings überraschende Befunde zum Zusammenhang zwischen BMI und Gesundheit gemacht.

So haben die Forscher der UCLA herausgefunden, dass mehr als 54 Millionen US-Amerikaner anhand des BMI als "ungesund" eingestuft werden, obwohl sie es gar nicht sind. In den untersuchten Fällen konnten keine Auffälligkeiten bei den Körperfettwerten, dem Blutdruck und dem Blutzuckerspiegel ermittelt werden. Der Zusammenhang zwischen dem BMI und der Gesundheit eines Menschen sollte also kritisch betrachtet werden. Dennoch ist der BMI bis heute ein wichtiges Maß in der Gesundheitsforschung.

Der Body-Mass-Index stellt in erster Linie nur die Körpermasse dar. Diese besteht aus Wasser, Muskeln, Bindegewebe, Knochen und Fett - die Zusammensetzung dieser Bestandteile der Körpers wird vom BMI jedoch nicht einbezogen. Der Münchener Diplom-Ökotrophologe Nicolai Worm ist deshalb der Meinung, dass man seinen eigenen BMI nicht kennen muss.

Ein "normaler" BMI kann auch ungesund sein

Dass der Body-Mass-Index individuell wenig über die Gesundheit aussagt, zeigt zum Beispiel die Beobachtung, dass muskulöse Menschen häufig einen sehr hohen BMI haben, der sie als "übergewichtig" kategorisiert - und das obwohl sie sehr fit sind. Umgekehrt können auch Menschen mit einem "normalen" oder niedrigen BMI einen ungesunden, hohen Körperfettanteil haben. 

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Der BMI kann dementsprechend nur bedingt etwas über die Gesundheit oder das Krankheitsrisiko einer Person sagen. Im Rahmen großer Bevölkerungsstatistiken kann er hingegen aussagekräftig sein, so Professor Worm. Wenn Sie die Verteilung Ihrer Körpermasse genau ermitteln wollen, hilft Ihnen der BMI nicht weiter. Greifen Sie lieber zu einer Körperfett- oder Körperanalysewaage. Eine solche Waage kann Ihnen genau sagen, wie Ihr Körper zusammengesetzt ist. Sie stellt unter anderem den Wasserhaushalt, die Muskelmasse und den Fettanteil fest.

Wenn Sie also beurteilen wollen, ob Ihr Körper in einem gesunden Zustand ist, sollten Sie sich nicht unbedingt auf den BMI verlassen. Es ist nicht immer Panik angesagt, wenn Ihr BMI über oder unter dem empfohlenen BMI-Wert liegt - vor allem, wenn Sie sich fit halten und auf eine gesunde Ernährung achten. Ein Besuch beim Arzt klärt aber in jedem Fall ab, wie Ihre Körpermasse verteilt ist und ob mit Ihren Körperfettwerten, dem Blutzuckerspiegel und dem Blutdruck alles in Ordnung ist.

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