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Aufgepasst: Aufgewärmte Essensreste können giftig sein

Essensreste werden gerne am nächsten Tag verzehrt. Praktisch, man muss nichts Neues kochen! Doch nicht alle Lebensmittel lassen sich problemlos erneut in der Mikrowelle aufwärmen. Im schlimmsten Fall können Durchfall und Übelkeit die Folge sein. Lesen Sie hier, was Sie beim Wiederaufwärmen von Essensresten beachten sollten.
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Übriggebliebendes Essen ist praktisch. Anstatt frisch zu kochen, können Reste im Alltagsstress einfach nochmal aufgewärmt werden. Auch das sogenannte Meal Prepping, also das Vorkochen von Mahlzeiten, ist derzeit voll im Trend. Doch aufgepasst: Nicht alle Lebensmittel eignen sich dafür. Die folgenden Lebensmittel sollten Sie besser direkt verzehren, da sie bei erneutem Aufwärmen gefährlich werden könnten.

Spinat & Co

Blattgemüse wie Spinat enthält Nitrat. Das ist von Natur aus nicht gesundheitsschädlich. Bei hohen Temperaturen oder langer Lagerung kann sich das harmlose Nitrat allerdings in giftiges Nirit wandeln und Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall auslösen. Gleiches gilt für Grünkohl, Rucola, Zwiebeln, Sellerie und Rote Beete. In Kombination mit Abbauprodukten von Eiweiß können sich sogar krebserregende Nitrosamine bilden.

Pilze, Reis & Kartoffeln

Pilze sind leicht verderblich. Beim Aufwärmen können auch sie Verdauungsbeschwerden verursachen. Der Grund: Pilze bestehen hauptsächlich aus Wasser und Proteinen. Bauen Pilzenzyme oder Bakterien die Eiweiße ab, bilden sich Giftstoffe. Die Lagerung bei Raumtemperatur begünstigt diesen Prozess. Ähnlich verhalten sich Reis und Kartoffeln. Auch hier können sich bei Zimmertemperatur schädliche Bakterien entwickeln, die im schlimmsten Fall zu einer Lebensmittelvergiftung führen können.

Aufwärmen: Wenn, dann richtig

Trotzdem müssen übrig gebliebene Speisen nicht unbedingt weggeworfen werden - solange man bei der Zubereitung und Lagerung einige Regeln beachtet. Essensreste sollten nach dem Kochen in luftdichte Behälter verpackt werden. So können sie nicht austrocknen oder den Geschmack verändern. Außerdem gilt es, Übriggebliebenes möglichst schnell herunterzukühlen. Stehen die Lebensmittel lange Zeit in der Wärme, entwickeln sich sporenbildende Bakterien und Giftstoffe. Diese Bakterien können gesundheitsschädliche Stoffwechselprodukte, sogenannte Toxine, zu bilden, die Durchfall verursachen können. Also ab damit in den Kühlschrank damit.

Viel länger als einen Tag sollte das Kochgut dort allerdings nicht bleiben. Geht es ans Aufwärmen, sollten Resteesser ihre Mahlzeit zwei Minuten bei mindestens 60 bis 65 Grad Celsius köcheln lassen, um eventuelle Krankheitserreger abzutöten. Das empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)- Maximal einmal kann das Essen so aufgewärmt werden. Solange ist der Verzehr für einen gesunden Erwachsenen unbedenklich.

Achtung bei Geflügel und Eiern

Sonderfälle: Hähnchen und Eier sind mit besonderer Vorsicht zu genießen. Werden diese Lebensmittel aufgewärmt, bestehen gleich zwei Risiken: Zum einen verändert sich deren Proteinstruktur, was zu Verdauungsproblemen führen kann. Zum anderen steigt die Zahl der Salmonellen. Schlimmstenfalls kann eine Salmonellenvergiftung die Folge sein. Daher sollten Eierspeisen möglichst nicht aufgewärmt werden. Hähnchen-Gerichte sollten bei der ersten Zubereitung auf jeden Fall richtig durchgebraten sein. Auch bei Runde Nummer zwei sollte es vollständig erwärmt werden bis es dampft. Pfanne oder Ofen sind hierfür der Mikrowelle vorzuziehen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann das vorgekochte Geflügel auch kalt essen.

Ranzige Öle

Walnussöl, Haselnussöl, Traubenkernöl und Avocadoöl gehören eher zu den Exoten in der Küche. Wer diese außergewöhnlichen Öle zum Kochen verwendet, sollte ebenfalls vom Aufwärmen des Gerichts absehen. Denn hohen Temperaturen halten die Öle nicht gut Stand. Stattdessen werden sie ranzig und setzen schädliche Transfettsäuren frei.

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