Familie für behinderten Hund gesucht: Pablo ist durch "unglückliche Umstände" zu den beiden Freundinnen Stefanie und Sandra gekommen: Der kleine Pablo kam mit körperlichen Behinderungen auf die Welt. Der Eigentümer hatte den Hund zu zwei Tierärzten gebracht, die den Baby-Hund einschläfern wollten. Doch warum sollte Pablo sterben?

Zuletzt sorgte ein Fall im Hersbrucker Tierheim für Schlagzeilen: Ein Tierquäler setzte die kleine Maya aus. Leider kam die Hilfe des Tierheims zu spät.

Tierärztin: Welpe Pablo leidet nicht - im Gegenteil

Zum einen war da die Entscheidung des Besitzers, so Stefanie. Ohne Jagdfertigkeiten wollte der Besitzer Pablo nicht behalten. Die Tierärztin Anita Kling rechtfertigt die Entscheidung ihrer Tierarzt-Kollegen so: "Wir müssen nach dem Tierschutzgesetz ein Tier vor Schmerzen, Leiden oder Schäden bewahren. Wir haben bei Pablo jedoch nicht das Gefühl, dass er leidet, ganz im Gegenteil".

Die teure und intensive Pflege des Hundes könne sich nicht jeder leisten, auch nicht der ursprüngliche Besitzer, erklärt Tierärztin Kling. "Der kleine Pablo hatte jedoch das Glück, dass er Menschen gefunden hat, die mit ihm kämpfen."

Welpe Pablo zeigt unglaublichen Lebenswillen

Da die beiden Freundinnen bereits eine Hündin besitzen, die Physiotherapie braucht, schreckten sie vor Pablos Fall nicht zurück. Im Gegenteil: Schnell stand fest, dass sie ihm noch eine Chance geben wollten.

"Jedes Lebewesen, das nicht leidet, sollte leben dürfen", so Stefanie. Außerdem zeige Pablo einen unglaublichen Lebenswillen: "Pablo stört seine Behinderung nicht. Er robbt herum, springt, ist neugierig, will spielen, und wenn er nicht laufen darf, ist er beleidigt."

Hunde-Baby rennt mit "Pablo-Mobil" durch die Gegend

Pablo leidet am "Puppy Swimmer Syndrom" sowie einer Fehlbildung seiner Ellbogen. Zusätzlich hat seine Speiseröhre eine Fehlentwicklung (Megaösophagus), weshalb er Probleme beim Saugen und Fressen hat. Wenn sich die Erkrankung nicht zurückentwickelt, wird das Tier ein Leben lang Probleme mit dem Trinken und Fressen haben. Die traurige Wahrheit ist: Pablo wird ein Handicap-Hund bleiben.

Sehr wahrscheinlich wird er sogar an einem oder beiden Vorderbeinen operiert werden müssen, damit er sich später überhaupt selbstständig fortbewegen kann. Es ist unklar, ob damit die Fehlstellung seiner Vorderbeine korrigiert werden kann, eventuell muss ihm sogar ein Bein amputiert werden. Das Ziel sei, ihm eine möglichst gute Lebensqualität zu verschaffen.

Doch dank eines Hilfsmittels kann das Hunde-Baby bereits jetzt schon umhertollen. Mit seinem "Pablo-Mobil" kann der Hund rennen und spielen.

Freundinnen suchen liebevolle Familie für Pablo

Bei den Freundinnen kann Pablo aber leider nicht bleiben. Sie haben bereits eine Hündin und dauerhaft nicht die Zeit, die der kleine Kerl benötigen würde.

Über ihre Facebookseite suchen die Freundinnen nun eine liebevolle Familie für den Welpen. Diese sollte jedoch nicht nur ein großes Herz für kleine Handicap-Hunde haben, auch Zeit und Motivation sind wichtige Voraussetzungen, denn auf Pablo und seine Familie werden noch viele Tierarztbesuche und vermutlich lebenslange Physiotherapie zukommen. Dabei wollen die beiden Freundinnen seine zukünftige Familie aber gerne soweit wie möglich unterstützen und ihrem Pablo auch weiterhin zur Seite stehen.

Spendenaktion soll der Familie von Pablo zugutekommen

Mit einem Spendenaufruf im Internet wollen sie nun insgesamt mindestens 3000 Euro sammeln, die dringend für medizinische Hilfsmittel, tierärztliche und physiotherapeutische Versorgung benötigt werden. "Die Spendengelder werden zu 100 Prozent für die medizinische Versorgung von Pablo eingesetzt", sagt Stefanie.

Sobald für Pablo ein Zuhause gefunden wurde, übernimmt eine Tierschutzorganisation die Verwaltung dieser Spenden. Stehen Operationen oder Ähnliches an, geht dann die benötigte Summe an Pablos Familie. Dadurch soll ein Missbrauch der Spenden verhindert und vorab bereits ein kleiner finanzieller Puffer geschaffen werden. Denn Pablo soll ein schönes Zuhause finden, bei einer Familie, die ihn wirklich liebt und bereit ist weiter mit ihm zu kämpfen.