"VW wird eine Lösung entwickeln und den Haltern der betroffenen Fahrzeuge wird geholfen", versichert Norbert Sorg. Er ist Geschäftsführer der Gelder & Sorg GmbH und Co. KG, die Autohäuser in ganz Franken - darunter auch Lichtenfels - betreibt. Zum Portfolio zählen Fahrzeuge der Marken VW, Audi und Skoda - die alle von der aktuellen Abgas-Affäre betroffen sind.

Sorg macht klar, dass er zu der aktuellen Situation für den Wolfsburger Autobauer und seine Ableger nicht viel sagen könne. Man müsse jetzt abwarten, was der Konzern weiter kommuniziere. Er werde jede neue Information aus der Zentrale direkt an die Endverbraucher weitergeben.

Schon sagen kann Sorg aber, dass "Dieselgate" in seinem Hause bislang keine Kundenflucht ausgelöst habe. "Wir haben treue Kunden, die weiter hinter der Marke stehen. Sie vertrauen darauf, dass eine Lösung gefunden wird", so Sorg.


Ist der Skandal gerechtfertigt?

Abgewickelt werden die bevorstehenden Rückrufe und Überarbeitungen von Vertragswerkstätten vor Ort, so wie denen von Gelder & Sorg. Wie groß der Andrang der Kunden sein wird, wenn es in die heiße Phase der Rückrufe geht, vermag der Unternehmer Sorg noch nicht einzuschätzen.

Er warnt aber generell vor einer Skandalisierung der Affäre, die auf dem amerikanischen Markt ihren Ursprung nahm: Man dürfe die Dimension nicht überbewerten. Sicher seien Fehler gemacht worden vom VW-Konzern. Und ja, es sei unverantwortlich, Umweltfreundlichkeit zu heucheln. Jedoch seien "alle betroffenen Fahrzeuge nach wie vor verkehrssicher und nicht gefährlich für ihre Fahrer".

Anders, weist Sorg hin, sei es etwa bei einem Zündschloss-Defekt des amerikanischen Autobauers General Motors gewesen, der wohl weniger Konsequenzen nach sich ziehe. Dabei hatte der Fehler mehrerer Todesfälle zur Folge. Bei dem US-Unternehmen gingen laut Medienberichten 4342 Schadensersatzforderungen für Todes- und Verletzungsopfer ein.

Um für die Kunden Transparenz zu schaffen, hat der VW-Konzern im Internet öffentlich gemacht, welche Marken und Modelle betroffen sind (siehe Infobox). Darunter sind Motoren des VW Golf der sechsten Generation, des Passat in siebter Generation und des Geländewagens Tiguan.


Modelle online einsehbar

Online können Besitzer die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) eingeben, um den Abgleich zu starten. Diese steht im Service-Handbuch oder im unteren Bereich der Windschutzscheibe. Die Besitzer betroffener Autos bekommen in den kommenden Wochen und Monaten auch Post vom Hersteller, in der sie über konkrete Servicemaßnahmen informiert werden sollen.

"Noch im Oktober werden Volkswagen und die weiteren betroffenen Marken des Konzerns den zuständigen Behörden die technischen Lösungen und Maßnahmen vorstellen", erklärte der Konzern in einer Mitteilung. Im Januar will Volkswagen den Rückruf der betroffenen Autos starten. "Bis Ende 2016 sollen dann alle Autos in Ordnung sein", sagte VW-Chef Matthias Müller der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

VW schreibt auf der Homepage: "Die Fahrzeuge sind weiterhin technisch sicher und fahrbereit." Das Problem sei der im Real-Betrieb zu hohe Schadstoff-Ausstoß, der nun behoben werden soll. Ob es sich nur um ein Software-Update handelt oder weitere Maßnahmen erforderlich sind, ist noch nicht für jedes Modell bekannt. Auch die Auswirkungen auf Motorleistung und den Verbrauch sind noch nicht abzusehen. Rund fünf Millionen Fahrzeuge der Marke VW sollen zurück in die Werkstatt. Im Zentrum der Affäre steht die Motornummer EA 189.

Dieser Diesel-Typ mit 1,2-, 1,6- und 2-Litern Hubraum ist es, um den sich der Manipulationsskandal bislang dreht. Der EA (Entwicklungsauftrag) 189 wurde zwischen 2008 und 2013 verbaut. VW gibt an, dass den Kunden durch die Umrüstungen keine Kosten entstünden.


Ist Ihr Auto betroffen?

Unter www.volkswagen.de/info können Fahrer von Diesel-Autos ab sofort feststellen lassen, ob ihr Fahrzeug zurückgerufen wird. Dafür müssen die Kunden die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) ihres Autos eingeben, die vorne im Service-Handbuch steht oder im unteren Bereich der Windschutzscheibe. Auch Audi, Skoda und Seat haben mittlerweile Seiten zum Abgleich eingerichtet. red