Düster ist die Lage beim FC Burgkunstadt. Zur Winterpause sind die Kicker vom Obermain auf dem vorletzten Tabellenplatz der Fußball-Landesliga Nordost abgerutscht. In der 23 Spielen kamen gerade einmal 18 Punkte aufs FCB-Konto. Der Abstand zu einem Nichtabstiegsplatz, dem 14. Rang (ASV Zirndorf), beträgt neun Punkte. Zum ersten von drei Relegationsplätzen sind es drei Zähler.

Acht Spiele noch gewinnen

Das Mindestziel von Trainer Peter Reichel lautet, von einem direkten Abstiegsplatz wegzukommen und über die Relegation in der Landesliga zu bleiben. "Nach dem Modus habe ich mich noch gar nicht erkundigt", gesteht Trainer Peter Reichel. Der 44-jährige Übungsleiter, der seit Januar 2006 beim FCB das sportliche Sagen hat, weiß, wie schwierig, das Unternehmen Ligaverbleib wird.
"Wir müssen wohl von unseren 15 verbleibenden Spielen acht gewinnen", hat Reichel errechnet.
In den bisherigen 23 Partien gab es allerdings erst vier Erfolge und sechs Unentschieden bei 13 Niederlagen. Die Zuversicht, dass es noch acht Triumphe zu feiern gibt, nimmt Reichel aus der Tatsache, "dass wir bisher kein Spiel so richtig deutlich verloren haben". Lediglich beim 2:5 in Oberkotzau, als sein Team mit 2:0 geführt hatte, geriet man noch etwas unter die Räder. Alle anderen Niederlagen fielen meist knapp aus.
"Man muss das Positive aus der bisherigen Saison sehen", sagt Reichel, hat aber auch das größte Manko seines Teams erkannt - den Angriff. Mit 21 erzielten Toren ist Burgkunstadt klar die schwächste Mannschaft der Liga. 41 Gegentore sind guter Durchschnitt im unteren Tabellendrittel.
Nach einer kurzen Sommerpause starteten die Burgkunstadter nach den Abgängen von drei Stammkräften (David Daumann, Marco Dießenbacher, Patrick Schuberth) mit neun Neuzugängen in die Runde. "Viele haben gesagt, dass unser Kader zu groß sei, doch nachdem Gerald Kalb nur neun, Christoph Schwarz nur fünf und Jürgen Mahr nur die Hälfte der Spiele bestritten haben sowie zudem Torwart Holger Aumüller die letzten sieben Spiele ausfiel, verstummten die Kritiker", berichtet der Trainer, der angesichts von 38 Saisonspielen gerne und - wie man sieht - zurecht auf einen größeren Kader zurückgreift. "Da waren wir am Ende an der Grenze", sagt der Coach.
Feste Anker im Team sind Stefan Dinkel, der alle 23 Partien durchgespielt hat, und Tobias Geldner, der 23-mal begonnen hat und dabei viermal ausgewechselt wurde. Dinkel, Neuzugang von der SpVgg Lettenreuth, hat in Burgkunstadt voll eingeschlagen. Ebenso der Ex-Lettenreuther. Daniel Fischer, der mit sieben Treffern bester Torschütze des FCB ist. Die drei weiteren vom Lokalkonkurrenten Gekommenen fanden nicht so einfach ins Team. Stefan Göhring bestritt aus beruflichen Gründen nur 14 Spiele, Matthias Reuß hatte gesundheitliche Probleme und David Beloch war als offensiver Spieler mit nur einem Treffer auch nicht zufrieden.

"Alle sind charakterlich top"

Der Jugendliche Alexander Kunz war zu Saisonbeginn verletzt, hat sich dann aber ins Team gekämpft und die letzten sieben Spiele von Beginn an bestritten. Johannes Rauch vom Kreisligisten Marktzeuln fiel nach den ersten Spielen in ein Tief, hat sich aber wieder ins Team gekämpft. Und Torwart Fabian Schorn hat lange auf seine Chance gewartet. Als sich Holger Aumüller verletzte war er sofort da. "Insgesamt", lobt Reichel seine Neuzugänge und die gesamte Mannschaft, "sind die Jungs charakterlich alle top".
Zurzeit spielen einige aus dem Team in der Hallenrunde der Kreismeisterschaft mit. "Um Erfolgserlebnisse mitzunehmen", wie Reichel sagt, der andererseits hofft, dass sich keiner verletzt. Am 15. Januar bittet Reichel, wenn es das Wetter zulässt, zum ersten Training, um zum Restrückrundenauftakt am 24. Februar voll durchzustarten. Dann ist auch wieder Kapitän Gerald Kalb an Bord. "Gerald löst als Abwehrspieler zwar nicht unsere Offensivprobleme, doch er ist ein absoluter Führungsspieler", lobt Reichel den Kapitän, der im Rahmen seines Studiums für vier Monate in Amsterdam weilte.
Reichel freut sich schon auf die restlichen 15 Spiele, wie auch der 44-Jährige noch immer mit großem Spaß bei der Sache ist. Der Trainer besucht regelmäßig Fortbildungen und liest Fachzeitschriften, um fußballerisch up to date zu sein. Seit seinem Beginn in Burgkunstadt von knapp sieben Jahren ist einzig Andre Bergmann noch dabei.