Offiziell konnte der Leiter der Pressestelle am Landgericht Bayreuth, Clemens Haseloff, am Mittwoch den Eingang der Klageschrift nicht bestätigen. Zuständig sei jedenfalls für solche Klagen die Kammer für Handelssachen.

Der Ablauf, erklärt Haseloff, sehe vor, dass der zuständige Richter das Schreiben sichte, danach werde es der Beklagten - in diesem Fall der Baugenossenschaft - zugestellt, damit die sich äußern könne. Erst dann könne das Gericht den Zugang der Klageschrift bestätigen. Hintergrund sei, dass verhindert werden solle, dass Beklagte dies aus der Zeitung erfahren.

Die Aufgaben der Kammer für Handelssachen regelt der Paragraf 95 des Gerichtsverfassungsgesetzes. Das Verfahren dort läuft ab wie ein Zivilverfahren - allerdings sind neben einem hauptamtlichen zwei ehrenamtliche Richter beteiligt, die wie Schöffen fungieren und die die Industrie- und Handelskammer vorgeschlagen hat.

Nach der Klagezustellung hat die Beklagte die Möglichkeit zu einer Klageerwiderung, dann die Klägerin zu einer Replik. Am Ende des schriftlichen Verfahrens steht eine Verhandlung, sofern sich die Parteien zuvor nicht gütlich geeinigt haben. Auch in der Verhandlung werde nochmals eine gütliche Einigung angestrebt, so Haseloff. Komme die nicht zustande, falle ein Urteil. Aus der Erfahrung heraus sei mit einer Dauer des Verfahrens von zwischen sechs und neun Monaten auszugehen.