Seine Herausforderer im Kampf um das Direktmandat des Stimmkreises Haßberge/Rhön-Grabfeld für den Landtag in München wissen nur allzu gut: An dem muss man erstmal vorbei. Steffen Vogel, CSU, sitzt seit 2013 im bayerischen Landtag, bei der damaligen Wahl hat er 52,3 Prozent der Erststimmen auf sich vereinen können. Ein hervorragendes Ergebnis des heute 44-jährigen Politikers, der aus Wasmuthhausen (Markt Maroldsweisach) stammt und in Obertheres (Gemeinde Theres) im Landkreis Haßberge wohnt.

Nun schwächelt die CSU, droht ihre absolute Mehrheit zu verlieren (aktuellen Umfragen zufolge liegt sie im Bereich um die 36 Prozent, somit ist dieses Szenario sehr wahrscheinlich), aber dennoch gilt Steffen Vogel als der Anwärter mit den besten Chancen auf das Direktmandat im Wahlkreis.

Im Gespräch mit dem Fränkischen Tag will er jedoch weniger über seine Favoritenrolle sprechen ("Das zeigt sich am 14. Oktober"), sondern über das, was er für den Landkreis Haßberge sowie den Kreis Rhön-Grabfeld in der laufenden Wahlperiode schon erreicht hat und in der kommenden noch erreichen will, sofern im die Wähler erneut das Vertrauen schenken: "Ich sehe mich als Anwalt dieser Region in München."

Viele Gespräche geführt

;

Etwas vorzuweisen habe er auch, denn für seinen Stimmkreis, so sagt Vogel, lässt er in München nicht locker, wenn es darum geht, den ländlichen Raum zu stärken. So habe er etwa "die Staatsregierung sensibilisiert", bei der Schaffung von Behördenarbeitsplätzen "unbedingt den nördlichen Kreis Haßberge und das Grabfeld" zu berücksichtigen.

So sei es gelungen, insgesamt 170 staatliche Arbeitsplätze in diesen Gebieten anzusiedeln. "Die Landesbaudirektion kommt mit 100 Stellen nach Ebern", zählt Vogel auf. Zudem werden laut dem Politiker 50 Stellen des Finanzamts Nürnberg nach Bad Königshofen verlagert und es entstehen in Bad Neustadt insgesamt 20 behördliche Stellen: Dorthin kommen 15 Arbeitsplätze des Computer Emergency Response Teams (CERT, eine Gruppe staatlicher Computer-Sicherheitsfachleute) sowie fünf Stellen für "BayernLab" (ein IT-Labor).

Geburtsklinik gerettet

;

Außerdem ist Steffen Vogel stolz darauf, die Geburtsklinik in Haßfurt vor dem Aus bewahrt zu haben. Auf sein Bestreben hin habe die Landesregierung ein Förderprogramm für kommunale Krankenhäuser auf den Weg gebracht, mit dessen Hilfe die oftmals hohen Defizite der Kliniken abgefedert werden können. So hatte der Kreistag Haßberge bereits beschlossen, die Geburtshilfe in Haßfurt zum Ende dieses Jahres zu schließen, weil diese mit rund 800 000 Euro Minus im Jahr nicht mehr darüber hinaus zu finanzieren gewesen wäre.

Nun jedoch besteht eine Möglichkeit, die Betriebskostendefizite zu voraussichtlich über 80 Prozent staatlich auszugleichen, weshalb der Kreistag Haßberge seinen Beschluss wieder zurückgenommen hat. Laut Vogel wurden die Förderrichtlinien jüngst sogar noch nachgebessert, so dass für die Haßberg-Kliniken eine Planungssicherheit besteht.

Geringeres Risiko

;

Zunächst hieß es nämlich, dass von den jährlich etwa 700 Frauen, die im Landkreis wohnen und ein Kind erwarten, die Hälfte in der Geburtshilfe Haßfurt gebären muss, um die Förderung zu erhalten. Damit hat laut Vogel aber das Risiko bestanden, dass die Förderkriterien "in dem einem Jahr erfüllt werden und im anderen nicht", da diese Quote in den vergangenen Jahren immer um diesen Wert schwankte und mal knapp über, mal knapp unter 50 Prozent lag. Jetzt wurde nachgebessert und die Formel lautet: Wenn 700 Mütter aus dem Landkreis ein Kind bekommen, reicht es aus, dass 350 Geburten im Haus Haßfurt stattfinden - egal, woher diese Mütter kommen. Zudem muss die Quote nur einmal in drei Jahren erreicht werden.

Für den ländlichen Raum will sich Vogel auch weiterhin einsetzen, zumal er betont, dass auf dem Land ohnehin bessere Chancen bestehen als in den großen Städten: Diese seien überfüllt und teuer. "Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse? Da müssen nicht wir aufholen, sondern die Ballungszentren." Keine überfüllten Klassenzimmer, keine Wohnraumknappheit, trotzdem eine gute Anbindung an umliegende Zentren, das mache die Kreise Haßberge und Rhön-Grabfeld attraktiv, sagt Vogel. "Es geht schon da los: Wo kann man sich Eigentum heute noch leisten?" Auf dem Land könnten Familien erschlossene Baugrundstücke zu Preisen kaufen, von denen ein Städter nur träumen könne.

Für die Zukunft sieht Vogel Bayern gut gerüstet: "Wenn man sich heute Bayern anschaut, muss man nüchtern feststellen, dass es in keinem anderen Bundesland den Menschen und auch den Kommunen so gut geht wie hier", sagt er. Und: "Dass es Bayern so gut geht, kann man nicht der SPD, den Grünen oder den Freien Wählern zuschreiben. In Bayern hat die CSU seit 60 Jahren die Verantwortung." Sie habe dieses Bundesland "zur Lokomotive Deutschlands" gemacht.

Schaden genommen

;

Dass es dennoch in den Umfragen derzeit nicht so toll ausschaut für die CSU, führt Vogel auch auf die Vorgänge in der großen Koalition auf Bundesebene zurück: Sowohl die SPD in Bayern als auch die CSU nehme derzeit Schaden dadurch. Die Art und Weise, wie Innenminister Seehofer derzeit agiere, sei zudem äußerst unglücklich.

Nachdem sich die CSU im Landtag zum Regieren wohl einen Partner suchen muss, nennt Steffen Vogel noch seinen Wunsch-Koalitionspartner: "Mit der SPD. Das könnte ich mir vorstellen." Mit den anderen wird man auch reden müssen. Bis auf eine Partei, die ist für Vogel tabu: "Eine Koalition mit der AfD lehne ich entschieden ab."