Die Feuerwehr, der Brand- und Katastrophenschutz standen im Mittelpunkt der Stadtratssitzung am Mittwochabend in Eltmann. Kreisbrandrat Ralf Dressel und Eltmanns federführender Kommandant Uwe Hümmer zeigten auf, mit welchem Konzept auf Kreisebene dafür gesorgt werden soll, dass in jeder Ecke des Kreises die nötige Ausrüstung für technische Hilfeleistung, für die Brandbekämpfung oder für Hochwassereinsätze zur Verfügung steht. Um das zu gewährleisten, bietet der Landkreis einen Zuschuss für zusätzliche Ausrüstung auf Tanklöschfahrzeugen an.

Umgesetzt werden kann das Konzept, wenn bei Feuerwehren große Tanklöschfahrzeuge zur Erneuerung anstehen - so wie der Tanker Baujahr 1989 bei der Feuerwehr Eltmann. Mehrere Hunderttausend Euro kostet ein solches Fahrzeug ohnehin. Um die Aufgaben erfüllen zu können, die immer öfter gefordert sind, braucht das Fahrzeug Ausrüstung wie Wasserwerfer, ein Schaummischsystem, Generator, Tauchpumpe oder Motorsägen für Sturmschäden. Wenn ein Fahrzeug für Waldbrände eingesetzt werden soll, braucht es beispielsweise auch Wasserdüsen an der Fahrzeugfront, um den Weg befahrbar zu machen. Auf bis zu 80 000 Euro können sich diese Ausrüstungsgegenstände summieren und diese Kosten werden durch den staatlichen Zuschuss, den das Landratsamt ausreicht, getragen. Das Fahrzeug ist aber dann auch Teil der überörtlichen Alarmierung bei entsprechenden Schadenslagen.

Für das Kreiskonzept, das mit den Bürgermeistern in verschiedenen Runden abgestimmt wurde, habe man noch keine endgültigen Standorte überlegt, denn das sei Entscheidung der Feuerwehren und Kommunen, so Dressel. Aber es gebe Bereiche, die es abzudecken gelte.

Was die Feuerwehr heute alles "bedienen" muss, das zeigte der federführende Kommandant Uwe Hümmer auf. Die Feuerwehr Eltmann hat beispielsweise inzwischen einen Einsatzleitwagen, den der Feuerwehrverein finanziert hat. Darin befinden sich Pläne von Schulen, Altenheimen, Firmen im Zuständigkeitsbereich. Da geht es um gefährliche Stoffe, giftige oder sogar radioaktive Substanzen, mit denen die Retter konfrontiert sind, auf die sie ihren Einsatz und die Löschmittel abstellen müssen. "Wir haben hier in Eltmann einen Betrieb, der hatte früher einen Schnellhefter an Plänen, heute sind das drei CDs," erklärte Uwe Hümmer.

Er hat dem Stadtrat schon früher das Fahrzeugkonzept für Eltmann und die Stadtteile erläutert, gemeinsam mit Bürgermeister Michael Ziegler tat er das nun nochmals. Der Ersatz des Tanklöschfahrzeugs von 1989 sei eigentlich schon für dieses oder nächstes Jahr vorgesehen gewesen. Aber weil man wusste, dass ein Förderprogramm kommt, habe man das ein Stück zurückgestellt.

Hümmer gab dabei Einblicke in den Alltag der Feuerwehr, der nicht leichter wird. Das Einsatzspektrum vergrößere sich enorm, viel Wissen sei von den Ehrenamtlichen gefragt. So sei kritisiert worden, warum der Bus, der zwischen Eltmann und Trossenfurt in den Graben fuhr, erst nach Stunden geborgen war. Dazu müsse man wissen, dass der Unfall in direkter Nähe zum Wasserschutzgebiet passierte. "Wenn wir da zu massiv vorgehen und dann grundwassergefährdende Stoffe auslaufen, hat das enorme Folgen", so Hümmer.

Leider werde die Feuerwehr auch zunehmend für Dinge herangezogen, für die man Ehrenamtliche nicht von der Arbeitsstelle oder aus der Freizeit holen sollte, betonte Bürgermeister Michael Ziegler. So werde die Feuerwehr vermehrt zum Schlüsseldienst für die Polizei. Auch die neuesten Absicherungsvorschriften für Wallfahrten oder Festzüge seien maßlos überzogen, so Ziegler. "Da wird doch einfach nur Verantwortung nach unten durchgereicht", meinte dazu Zweiter Bürgermeister Hans-Georg Häfner. Kopfschütteln löste im Gremium die Information aus, dass immer weniger Fachbehörden einen Bereitschaftsdienst haben und die Freiwilligen Feuerwehren deshalb vor Ort länger im Einsatz sind, um die Absicherung zu übernehmen.

Angesichts der Planungen der Stadt Eltmann, die in den nächsten Jahren rund 4,5 Millionen für Fahrzeuge und Feuerwehrhäuser vorsehen, betonte der Bürgermeister, dass der Brandschutz eine Pflichtaufgabe der Kommunen sei. Es sei auch Aufgabe der Kommune, immer wieder Ehrenamtliche zu finden und zu unterstützen, die diese Bürgerpflicht übernehmen und ihre Freizeit investieren. Sehr erfreulich war diesbezüglich die Zuschauerschar im Sitzungssaal. Rund 30 Feuerwehrleute mit einem beachtlich niedrigen Altersdurchschnitt verfolgten die Sitzung. "Wir merken jetzt langsam den Effekt von Jahren der Werbung und Nachwuchsarbeit", erklärte Uwe Hümmer dazu. Sein großer Wunsch an das Gremium: Der Hof der Feuerwehr, der im Sinne der Altstadt-Gestaltung in den 80er Jahren gepflastert wurde, sollte einen ebenen Belag erhalten. Hier gibt es mittlerweile Setzungen und Verdrückungen, die Unfallgefahren für die Feuerwehrleute bergen.