Es sei in kollegialer Zusammenarbeit und Einigkeit ein "ausgewogener Maßnahmenkatalog" mit vielen Pflichtaufgaben, aber auch freiwilligen Vorhaben erarbeitet worden, betonte Bürgermeister Maximilian Neeb (FW) bei der Stadtratssitzung am Dienstag. "Alle Bestandteile des Investitionspakets dienen dazu, das Stadtgebiet attraktiv zu halten und noch attraktiver zu machen", sagte Neeb. Dazu werde nicht nur mit Wasser- und Abwasserleitungen sowie Straßenbau in die Infrastruktur, sondern auch in die "digitale Infrastruktur" investiert. Ferner in städtische Liegenschaften, in die Feuerwehren, in eine familienfreundliche Stadt, in Freizeitangebote für Jung und Alt sowie in Tourismus und Kulturpflege. Ermöglicht würden diese Vorhaben auch durch verschiedenste Förderungen, betonte der Rathauschef bei der Verabschiedung des neuen Etats.

Niedrigere Schlüsselzuweisungen, höhere Kreisumlage - und das bei sinkenden Einnahmen durch die Corona-Krise: Diese Konstellation führt maßgeblich dazu, dass Seßlach im Jahr 2021 rund eine Million Euro für Investitionen zur Verfügung stehen. Trotzdem gaben sich Bürgermeister Neeb und Kämmerer Fabian Leppert vorsichtig optimistisch: "Insgesamt ist Seßlach bei den kurzfristigen Auswirkungen der Pandemie sowohl für das Haushaltsjahr 2020 als auch für den heute zu beschließenden Haushaltsplan 2021 vergleichsweise gut davongekommen", sagte Leppert. "Die Stadt ist trotz Corona voll handlungsfähig und relativ gut aufgestellt, weil die Einnahmenseite noch gut aussieht", betonte Neeb.

Bei den geplanten Maßnahmen dominieren Investitionen in den Bereichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung (insgesamt rund 1,7 Millionen Euro). Weitere Großinvestitionen stellen die Baumaßnahmen der Feuerwehrhäuser Rothenberg, Merlach und Gleismuthhausen (387 500 Euro), die Schuldigitalisierung (183 500 Euro), die Bezuschussung des Anbaus der Kindertagesstätte Heilgersdorf (795 000 Euro) und Arbeiten an den Gemeindehäusern Oberelldorf, Hattersdorf und Autenhausen (478 500 Euro) dar. Auch das geplante Neubaugebiet Dietersdorf und der Abschluss des Umbaus der Freizeitanlage Autenhausen seien "Investitionen in die Zukunft", wie es in der Stadtratssitzung hieß.

Gut 13,8 Millionen Euro umfasst der neue Gesamthaushalt. 5 075 400 entfallen auf den Vermögenshaushalt, laut Leppert ein "hohes Niveau trotz anhaltender Krise". Der Verwaltungshaushalt ist mit 8 756 000 Euro veranschlagt, was einer Minderung von rund 238 500 Euro gegenüber dem Jahresergebnis 2020 entspricht. Gerade wegen der nicht absehbaren wirtschaftlichen Entwicklung freute sich Leppert, dass trotz aller Maßnahmen auch 2021 keine Neuverschuldung nötig wird und sogar 42 000 Euro den Rücklagen zugeführt werden können.

Alle Fraktionen zeigten sich mit dem Etat 2021 sehr zufrieden: Martina Kilian (FW) freute sich besonders über das Wohlwollen aller Kollegen und Kolleginnen gegenüber den Vorschlägen ihrer Fraktion, zum Beispiel in Sachen Spielplätze. Wolfgang Brasch (SPD) würdigte die enthaltenen Zukunftsthemen und die Berücksichtigung fast aller Stadtteile. Als "tolle Leistung" hob Marcus Werner (CSU) hervor, dass der Schuldenstand trotz der vielen Vorhaben weiter abgebaut werden könne.

Zu Beginn der Stadtratssitzung verabschiedete Bürgermeister Maximilian Neeb Bauhofleiter Leo Jahrsdörfer offiziell in den Ruhestand. Seit September 1995 war der Autenhausener im Bauhof tätig, seit 1. April 2011 als Leiter. Über 25 Jahre sei Jahrsdörfer "eine tragende Säule bei der Stadt" gewesen, lobte Neeb. Wegen seiner Kollegialität, Zuverlässigkeit und seines Rats sei er geschätzt worden. Gleichzeitig habe Jahrsdörfer mit manchem "Veto" der Verwaltung aufgezeigt, "warum manches eben nicht so funktioniert, wie wir uns das am Schreibtisch so vorstellen", gleichzeitig aber den passenden Lösungsansatz präsentiert.