Michael Busch Als die Junge Union vor den letzten Kommunalwahlen auf die Idee kam, mit eigenen Listen anzutreten, gab es nicht nur Zustimmung. Skepsis aus Reihen der CSU, aber auch die Frage der Sinnhaftigkeit von außerhalb. Im Gespräch bilanzieren Stadtrat in Herzogenaurach und Kreisrat Konrad Körner und Kreisrat Maximilian Stopfer nach den ersten 100 Tagen JU auf eigener Liste. 1 Es war das erste Mal, dass die Junge Union mit einer eigenen Liste antrat, um in Herzogenaurach, in Eckental und im Kreistag Sitze zu ergattern. Im Herbst 2019 habe man sich für den ungewöhnlichen Weg entschieden, unabhängig von der Mutterpartei mit eigenen Listen in die Wahl zu gehen. Nicht als Anhängsel der CSU; auch nicht mit einer Tarnliste. "Gerade, weil wir unter dem Namen JU angetreten sind, haben wir deutlich gemacht, wer wir sind", erklärt Konrad Körner. Man arbeite sehr eng zusammen. Aber das Ziel sei gewesen, dass man junge Menschen, unabhängig der CSU-Liste, in die Gremien bringen wollte - "Und das haben wir erfolgreich geschafft", freut sich Maximilian Stopfer. 2 Mitglieder der JU sind in den Stadtrat in Herzogenaurach eingezogen: Katharina Zollhöfer und Konrad Körner. Dort sitzt man in der "Opposition". 3 Mitglieder der JU sind im Kreistag: Maximilian Stopfer (Fraktionsvorsitzender) Konrad Körner und Nico Kauper. Dort ist man in einer "Vierer-Koalition" einer der Partner auf der "Regierungsseite". 6,53 Prozent aller Stimmen erhielt die Liste in Herzogenaurach. 16 Mitglieder der JU sind in die kommunalen Vertretungen in den Gemeinden und Städten eingezogen, Sieben davon über eigene Listen, die anderen über die CSU. 23 Das Alter von Maximilian Stopfer. 28 Konrad Körners Alter. 35 Das maximale Alter in der JU. Allerdings bleiben gewählte JU-Mitglieder auf den eigenen Listen bis zum Ablauf der Amtsperiode Mandatsträger. 100 Tage im Amt - eine spannende Zeit, wie Maximilian Stopfer und Konrad Körner unisono erklären. Gute Ergebnisse, auch bereits etablierte Parteien hinter sich lassend, geben den nötigen Schwung für die ehrenamtliche Arbeit.

Die Themen Digitalisierung, Klimaschutz und Radwege seien nun auch die Themen, die entsprechende Rollen beim politschen Arbeiten spielen, Wahlkampfthemen, die letztlich umgesetzt werden sollen. Im Kreistag werde man wahrgenommen, erklärt Stopfer. "Drei neue junge Player, die auf Augenhöhe mitverhandeln, das war auch für die anderen neu, inklusive der CSU!"

Erfolgreich sei man in der Frage des Klimaschutzes gewesen, dass es nun einen eigenen Arbeitskreis zum Klimaschutz gebe. Aber auch bei der Digitalisierung habe es schon Veränderungen geben, die auf Anregung der JU erfolgten. "Die Kreisräte werden jetzt digital eingeladen", sagt Stopfer. Bei den Förderprogrammen sei es positiv, dass die Schulen im Landkreis entsprechend ausgestattet werden. Der JU sei es wichtig gewesen, dass nicht nur die Geräte kommen, sondern auch an die benötigten Systembetreuer gedacht wird.

In Herzogenaurach profitiere Konrad Körner davon, dass er bereits im Rat gesessen habe. In der neuen Rolle sei es dennoch spannend. "Mit der CSU, mit Walter Drebinger, arbeiten wir sehr gut zusammen. Es ist eine Art Doppelspitze der Unionsparteien, die wir hier bilden." Es habe aber auch die gesamte Arbeit im Stadtrat verändert. Als Lob empfinde er den Ausspruch eines Kreisrates, der gesagt habe: "Ihr mischt den Laden schon auf." Das habe sich zum Beispiel auch bei dem Antrag zum Jugendparlament gezeigt. "Es ist schon schön, eine Entscheidung mal zu gewinnen", resümiert Körner. 2091 Tage dauert die "Dienstzeit" noch (sofern es im Jahr 2026 am 1. Mai wieder den erneuten Wechsel gibt). 2091 Tage mit älter werdenden jungen Menschen. Spannend.