"Wenn wir den vorhandenen Gruppen etwas vorsetzen, zerstören wir mehr als wir gewinnen." Das war die Antwort von Drittem Bürgermeister Gerrit Hoppe (FW) auf einen von Giovanni Daniele eingebrachten Antrag. Der CSU-Gemeinderat hatte die "Erstellung eines Quartierkonzepts für Senioren" angeregt, fand aber für seine Idee keine Mitstreiter im Gremium.

Langfristig ein Quartiersmanagement für Senioren in der Gemeinde zu etablieren war der Wunsch des CSU-Sprechers. Er begründete ihn mit dem demografischen Wandel, der dazu führen werde, dass bis zum Jahr 2031 die über 65-Jährigen die Hälfte der Bevölkerung darstellen werden. Daraus ergebe sich die Aufgabe für die Gemeinde, das Wohnen und Leben in Lonnerstadt bis ins hohe Alter attraktiv zu gestalten. In seinem Schreiben führt Daniele auch Möglichkeiten der Förderung an.

Dass ein solches Quartiermanagement nicht ohne Kosten zu realisieren ist, räumte Daniele ein. Wie es scheint, gehört zum Konzept auch ein Quartiermanager als fest angestellte Kraft. Bürgermeisterin Regina Bruckmann (FW) hatte sich offensichtlich intensiv mit dem Konzept befasst. Zur Umsetzung sei eine Einrichtung oder ein Verein als Träger notwendig, erklärte sie. Die Gemeinde selbst bekomme keine Förderung.

Vereine mit ins Boot holen

Bruckmann schlug vor, eine Bestandsanalyse durchzuführen, um festzustellen, was an Seniorenarbeit in der Gemeinde bereits vorhanden ist. Dafür will die Bürgermeisterin "alle an einen Tisch holen, die in der Seniorenarbeit tätig sind". Als Beispiel nannte sie die Kirche, die Diakonie, den VdK, den Heimatverein und andere mehr. Auch im Sportverein werde Seniorenarbeit geleistet, auch wenn das nicht immer ausdrücklich so benannt sei.

"Was soll da anders werden als in der Vergangenheit?", fragte Daniele. Eine solche Aufgabe müsse koordiniert angegangen werden. Es gehe auch um die Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit, war im Gremium zu hören. Hoppe forderte: "Man muss die mit ins Boot nehmen, die sich all die Jahre eingesetzt haben, und abfragen, wo wir stehen." Es gebe schon sehr viel in Lonnerstadt und den Ortsteilen. Auch die Dorfgemeinschaften in Ailsbach, Mailach, Fetzelhofen oder die Kellerfreunde zähle er dazu. Ohne all diese Gruppen gehe nichts. Bis zur nächsten Sitzung will man einen Schritt weiter sein. Bürgermeisterin Bruckmann will die Ehrenamtlichen "zeitnah", wie sie unserer Zeitung mitteilte, an einen Tisch holen.