Im Landkreis Kronach sorgte der einsetzende Frühling im April für einen zügigen Beschäftigungsanstieg in den Außenberufen. Die Arbeitslosigkeit verringerte sich daher um 131 Personen oder 8,6 Prozent auf 1384 Personen. Kronach verzeichnet den kräftigsten Rückgang im gesamten Agenturbezirk, da im Frankenwald das saisonale Auf und Ab am Arbeitsmarkt von je her sehr dynamisch ist.

Gegenüber dem Vorjahresmonat sank die Arbeitslosenzahl um 133 Frauen und Männer bzw. 8,8 Prozent. Auch hier gibt es in Kronach agenturbezirksweit die günstigste Entwicklung. Es verloren 38,6 Prozent bzw. 83 Menschen weniger ihre Beschäftigung als im letzten Jahr. Zeitgleich fanden 68 Personen mehr (+41,2 Prozent) einen neuen Arbeitsplatz. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich seit März um 0,3 Prozentpunkte auf 3,6 Pro-zent. Vor einem Jahr betrug sie 3,9 Prozent.

Die Betriebe im Landkreis Kronach meldeten in den letzten vier Wochen 119 versicherungspflichtige Stellenangebote beim Arbeitgeberservice. Das sind 56 bzw. 88,9 Prozent mehr als 2020. Der Stellenpool umfasst aktuell 629 Beschäftigungsperspektiven, 17 (+2,8 Prozent) mehr als noch vor zwölf Monaten.

Im gesamten Agenturbezirk Bamberg-Coburg, zu dem auch der Landkreis Kronach gehört, nahm die Arbeitslosenquote im April um 0,2 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent ab. Sie hat damit erstmals wieder den gleichen Wert erreicht, den sie zu Beginn der Krise hatte.

Laut Brigitte Glos, Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, entfiel das Gros des Frühjahrsaufschwungs auf die Wiedereinstellung der über die kalte Jahreszeit freigestellten Arbeitnehmer aus vorwiegend von Männern dominierten Berufen in den Bauhaupt- und -nebenberufen sowie im Garten- und Landschaftsbau. Mittlerweile seien die meisten wieder eingestellt. 93,1 Prozent des Rückgangs der Arbeitslosigkeit sei daher auf das Konto der Männer gegangen. Deren Zahl reduzierte sich um 581 oder 7,4 Prozent.

Normalerweise, so Glos, sinke mit dem Start in die Tourismussaison spätestens im April zusehends auch die Arbeitslosigkeit der Frauen. In diesem Jahr verringerte sich ihre Zahl jedoch gerade mal um 0,8 Prozent bzw. 43.

43,5 Prozent aller Beschäftigungsaufnahmen entfielen im April auf Produktions- und Handwerksberufe . Der Anteil von Handel sowie Lebensmittel- und Gastgewerbe an Neueinstellungen betrug hingegen 12,0 Prozent. Im April fanden 437 mehr Arbeitslose eine neue Beschäftigung, als entlassen wurden.

Handwerk sucht Gesellen

„Im Handwerk und der Industrie ist die Auftragslage überwiegend weiter gut. Jedoch können viele Betriebe aufgrund der weiterhin ungewissen Lage nur für zwei bis drei Monate planen“, so Brigitte Glos in ihrer Einschätzung der aktuellen Lage. „Längerfristige Investitionen werden zurückgestellt. Durch vermehrten Personalabbau in einigen Firmen in den vergangenen Monaten findet die Produktion wieder Fachkräfte zum Einstellen. Im Handwerk hingegen, wo es seit Beginn der Krise keine größeren Freisetzungen gab, werden bereits jetzt Gesellen teilweise händeringend gesucht. Handel, Verkehr, Reise- und Gastgewerbe warteten vergebens auf wirtschaftliche Lockerungen nach Ostern. Gerade kleine inhabergeführte Geschäfte trifft es hart. In Beratungsgesprächen mit meinen Vermittlungsfachkräften wird dabei so manche Träne vergossen. Es wandern erste Mitarbeiter in andere Bereiche wie in die Industrie oder den Gesundheitssektor ab“, berichtet Agenturchefin Glos weiter.

Die Arbeitslosigkeit werde saisonbedingt auch in den kommenden Monaten sinken, wenn beim Impfen zügige Fortschritte erzielt werden und beispielsweise Einzelhandel und Gastronomie wieder öffnen können.

Die Kurzarbeit verhindert laut Arbeitsmarktbericht seit einem halben Jahr Lockdown eine Entlassungswelle. Im Dezember 2020 (Hochrechnung aktuellster Wert) bezogen im Agenturbezirk Bamberg-Coburg insgesamt 2687 Betriebe für 19 771 Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld . 8,0 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten waren in Kurzarbeit .

Wie sich der seit Anfang November andauernde Lockdown, der im Dezember nochmals verschärft wurde, auf die Inanspruchnahme von Kurzarbeit letztendlich auswirkt, ist noch offen, da die Statistik für Kurzarbeit nach deren Abrechnung im Nachhinein erhoben wird. Ersten Hochrechnungen zufolge erhöhte sich die Zahl der Betriebe von Ende Oktober bis Dezember um 994 bzw. 58,7 Prozent.  red