Der gebürtige Lichtenfelser Johann Meußgeier feierte kürzlich situationsbedingt im engsten Familienkreis seinen 95. Geburtstag. Seine Kindheit verbrachte er mit seinen Eltern und sieben Geschwistern.

Ab 1931 besuchte er mit 63 Klassenkameraden, von denen er einer der letzten Lebenden ist, die damalige Lichtenfelser Volksschule für Knaben in der Kronacher Straße. Nach dem Schulabschluss 1939 begann er bei der Lichtenfelser Firma Andreas Höhn eine Lehre im Maschinenbauer-Handwerk, die er aber aufgrund des Einzugs zur Wehrmacht ab Februar 1943 unterbrechen musste. Sein Einsatzort war zunächst die Panzerersatz-Abteilung in Sankt Pölten in Österreich, wo er schon im Sommer 1943 den Panzerführerschein machen konnte und aufgrund seiner beruflichen Kenntnisse über mehrere Lehrgänge in der Panzertruppenschule in Kummersdorf bei Berlin zum Motorenschlosser und Panzerwart ausgebildet wurde. So fanden seine verschiedenen Einsätze, die ihn unter anderem nach Ostpreußen, Dresden und Ungarn sowie zuletzt nach Würzburg und Südbayern führten, immer auf dem Gebiet der Panzerreparaturen statt. Das Kriegsende erlebte er in Niederaschau am Chiemsee, von wo er sich mit drei Kameraden zu Fuß auf den nicht ungefährlichen Weg nach Hause machte. Am 17. Mai erreichte er mit reichlich Blasen an den Füßen wieder Lichtenfels.

Nun setzte er seine Lehre fort und schloss diese im September 1946 erfolgreich mit der Facharbeiter-Prüfung ab. Weihnachten 1948 heiratete er Ilse, die als Bilanzbuchhalterin arbeitete. 1952 wurde die Tochter Gertrud geboren. Die bei der Wehrmacht gewonnenen Kenntnisse im Panzermotoren-Bereich kamen ihm beim Wechsel zum heimischen Autohaus Eberhardt zugute. 1955 bezog er mit seiner Familie das eigene, neu gebaute Haus und im August des gleichen Jahres wechselte er als Dreher zur Maschinenfabrik Edmund Schröder in Staffelstein.

1961 legte er bei der Handwerkskammer Oberfranken die Meisterprüfung im Maschinenbauer-Handwerk erfolgreich ab und führte von da ab 34 Jahre lang, bis zu seinem Ruhestand, als Meister die Fertigungsabteilung der Firma Schröder. Mit seiner Frau Ilse, die allerdings schon 2016 verstarb, war er über 67 Jahre verheiratet. Er kann sich über drei Enkelsöhne und eine kleine Urenkelin freuen.

Er genießt die Natur

Mit seiner Tochter und deren Familie lebt er im gemeinsamen Haus und versorgt sich in seiner Wohnung noch weitgehend selbst. Bei schönem Wetter ist er oft im Garten oder auf dem Balkon zu finden und genießt die Natur. Neben den persönlichen Glückwünschen seiner Familie erhielt er schriftliche Glückwünsche von den Nachbarn, Erstem Bürgermeister Andreas Hügerich, Landrat Christian Meißner, der oberfränkischen Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und vom Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder.