„Es ist fünf vor zwölf für viele Pflanzen , Insekten und Tiere “, sagt Gärtner Stefan Strasser aus Erlangen. „Leider schon fünf nach zwölf für einige, die wir für immer verloren haben. Deshalb trage ich dazu bei, vom Aussterben bedrohte Pflanzen und hier insbesondere Lilien (Lilium), Taglilien (Hemerocallis), Schwertlilien (Iris), Raritäten sowie heimische Wildstauden zu erhalten und vor dem endgültigen Verlust zu bewahren. Unsere heimische Flora , Wildstauden und Wildgehölze sind die Lebensgrundlage unserer heimischen Fauna “, erzählt Strasser von seiner Motivation. Denn biete der Garten Lebensraum für Insekten, übernähmen diese wie die Vögel wiederum die Schädlingsbekämpfung.

Als Botschafter von Natur und Garten verschenkt Strasser Klimaschutzbäume, so etwa einen „Bienenbaum“ (Tetradium daniellii) an den Imkerverein Herzogenaurach und Umgebung, den er mit dem Vorsitzenden Klaus Becker auf dem Bienenschutzacker auf dem Gelände der Soli Herzogenaurach pflanzte. „Wir setzen damit ein Zeichen gegen das Bienensterben und das Artensterben “, erklärt Imkereivereinsvorsitzender Klaus Becker.

Strasser und Becker sind fest davon überzeugt, dass es dringend notwendig ist, mit Pflanzungen gegen die Klima-Erwärmung vorzugehen. Denn schon jeder Baum in einem Privatgarten wirke aktiv gegen den Klimawandel. Gerade in den Städten bewirkten Baumschatten und Verdunstung eine spürbare Temperatursenkung. Somit wirke sich das Kleinklima der Gärten positiv auf das Klima einer Stadt aus.

Eine wahre Blütenexplosion

Dabei macht der Bienenbaum, auch Tausendblütenstrauch genannt, seinen verschiedenen Namen alle Ehre. Er ist auch als Duftesche, Wohlduftraute, Honigesche oder Samthaarige Stinkesche bekannt. So sorgt er während seiner Blütezeit für eine wahre Blütenexplosion. Mit seinem üppigen Blütenflor ist die Pflanze nicht nur für den Gartenfreund interessant. Die Blüten bieten viel Nektar, sind extrem bienenfreundlich und verströmen ihren Duft im Garten.

Heimisch ist der Tausendblütenstrauch/Bienenbaum ursprünglich in Korea und im nördlichen China. In Mitteleuropa hat sich das Gehölz als wichtige Bienennährpflanze durchgesetzt und wird auch als als auffälliges Ziergehölz gepflanzt. So haben auch Imker die blütenreiche Pflanze für sich entdeckt und schätzen diese aufgrund des reichen Nektar-Angebots und der hohen Blütenanzahl.

Die Zeit der Blüte der ökologisch wertvollen Pflanze erstreckt sich von Juli bis August. In dieser Zeit blühen die weißen bis weißlich-grünen Blüten in großen Schirmrispen. Diese erreichen einen Durchmesser von bis zu 15 Zentimetern. Das sommergrüne Laubwerk strahlt kräftig grün. Oberseits ist die Blattseite glänzend, unterseits matt.

Der Bienenbaum wächst meist einstämmig als kleiner Baum und bildet einen relativ krummen Stamm. Er wächst pro Jahr 20 bis 40 Zentimeter, wird in unseren Breiten meist nicht höher als zwölf Meter und erreicht eine Kronenbreite von acht bis zehn Metern. Das Gehölz ist schön anzusehen und leistet mit der reichen Blütenpracht einen guten Beitrag für die ökologisch bedeutsamen Bestäuber-Insekten. Die Blüten sind äußerst reich an Nektar und locken mit ihrem leicht süßlichen Duft die Bienen an. Honigeschen sind auch wegen ihrer späten Blütezeit eine äußerst wertvolle Bienennahrung und werden daher von Imkern sehr gerne gepflanzt. Eine Biene muss im Idealfall nur drei Blüten anfliegen, um ihren Honigmagen komplett mit Nektar zu füllen.

Im Herbst färben sich die Blätter des Bienenbaums zunächst grünlich-gelb, bis die Pflanze sie abwirft. Da von den Blättern ein recht starker, ungewöhnlicher Geruch ausgeht, ist der Baum auch unter dem Namen „Samthaarige Stinkesche“ bekannt.

Purpurrote fünfteilige Kapselfrüchte

Der Gärtner wählt einen Standort, der dem Wuchs des Bienenbaums gerecht wird. Ideal ist für die Pflanze ein sonniger Standort. Das Wurzelwerk breitet sich weitreichend im Boden aus. Als Tiefwurzler gelangt er auch an Bodenfeuchte in tieferen Schichten und muss dann auch seltener gegossen werden.

Aus den Blüten des Bienenbaums entstehen ab August purpurrote fünfteilige Kapselfrüchte, die kleine blauschwarze Samen enthalten. Die Samen sind sehr ölhaltig und werden gerne von Vögeln gefressen. Auch in der Floristik werden die Fruchtstände häufig verwendet.

Stefan Strasser ist Biogärtner von Beruf, wobei dieser nahtlos in sein ehrenamtliches Engagement übergeht. Er war Gründer und anschließend Gründungspräsident des eingetragenen Vereins „Natur im Garten Deutschland“, einer Initiative, die von Österreich ausgehend mittlerweile zahlreiche Anhänger in Europa, aber auch auf anderen Kontinenten wie vor allem Asien gewonnen hat.

Doch die Biene stellt für Strasser nur ein Symbol dar. Entscheidend ist für ihn, dass sich möglichst viele Insektenarten in einem Garten wohlfühlen, da diese gleichzeitig die Nahrungsquelle für Vögel, Eidechsen, Kröten, Frösche oder Siebenschläfer bilden.

Zu den Highlights seines Schaugartens an der Gustav-Adolf-Straße von Kriegenbrunn zählt die Lilienarche, über die man sich auf www.lilienarche.de näher informieren kann. Diese Pflanzengattung fasziniert Stefan Strasser seit langem, gibt es hier doch eine Vielzahl an Raritäten zu entdecken, die er vor dem Aussterben bewahren möchte.

Bepflanzte Blumenkästen

Grundsätzlich liebt Stefan Grasser alles, was blüht – und alles, was Bienen ernährt. In vielen Schulen und Kindergärten sowie am Zeidlerhaus stehen gelbe, von ihm bepflanzte Blumenkästen. Er verschenkt sogar bepflanzte Balkonkästen. „Die machen sich auf jedem Fensterbrett“, ist er überzeugt. Er bietet welche an, in denen es das ganze Jahr über brummt und summt. Von den ersten Frühblühern, wenn die Bienen im März auf ihrem Reinigungszug unterwegs sind, über Sommerpflanzen bis in den Herbst und Winter hinein, wenn Wolfsmilch oder Winterheide Insekten noch Nahrung bieten.