Michael Busch Im Prinzip alles ganz einfach. Baustellenleiter Thomas Mai fasst zusammen: "Aus den Bohrlöchern wird das Wasser in ein Auffangbecken gepumpt. Dort lagern sich größere Schwebestoffe ab. Dann geht es über die Aktivkohlefilter in die öffentliche Kanalisation." Der Grund, dieses Verfahren auf der Baustelle des neuen Rathauses in Herzogenaurach zu nutzen, ist dem dortigen Stand des Grundwassers geschuldet.

Aufgrund der Tiefe der Baugrube für den Neubau von circa sieben Metern muss das Grundwasser in der von 267 Betonbohrpfählen umschlossenen Baugrube abgesenkt werden. "Dies geschieht", sagt Silke Stadter, Amtsleiterin des Bauamtes, "zum einen, weil während der Bauzeit des neuen Rathauskellers die Baugrube trocken sein muss, zum anderen damit das Grundwasser den Rohbau nicht aufschwemmen lässt". Erst wenn das sichergestellt ist, dass dieser Bereich durch das Grundwasser nicht mehr aufgeschwemmt werden kann, geht es mit dem Bau weiter.

Einmal durch den Filter

Mai erklärt: "Eine Spezialfirma hat insgesamt zwölf Brunnen in das Gestein gebohrt. Jeweils 18 Meter tief." Am Ende sind Tauchpumpen angebracht, die das Wasser ab einem bestimmten Stand nach oben pumpen. "Das Unwetterereignis am Anfang der Woche spielt für diese Art der Entwässerung keine Rolle", sagt der Fachmann. Durch die Aktivkohlefilter, die am Donnerstag angeliefert wurden, fließt das Wasser, wird gereinigt und über eine unterirdische Druckleitung zum Ablaufkanal des Wiwaweihers gepumpt. Von dort fließt es über den Kanal mit dem Oberflächenwasser des Weihers in die Aurach. Etwa drei Liter pro Sekunde an Grundwasser wird auf diese Weise auf den Weg geschickt.

Ein wenig Sorge hatte man nach einer Wasseruntersuchung, erläutert Stadter. Denn im Zuge der routinemäßigen Beprobung des abgepumpten Wassers auf Schadstoffe wurde eine Belastung mit leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffen festgestellt. Diese können Schädigungen der Ozonschicht bewirken und einige auch krebserregend wirken.

Stadter erklärt, dass die Belastung aber nicht vom Rathausareal selber herstammt. "Wir vermuten, dass diese Stoffe mit dem Grundwasser aus Richtung der Bamberger Straße hier einfließen." Ein Reinigungsbetrieb, Tierkörperverwertungsanstalten sowie verschiedene Arten der Industrie könnten der Grund sein. Man werde nachforschen, welche Unternehmen es dort in der Vergangenheit gegeben habe, um herauszufinden, woher dieser Stoff stammt.

Aber: Die Stadt Herzogenaurach habe bereits Erfahrung mit dieser chemischen Verbindung. "In der Steggasse haben wir in der Vergangenheit bereits erhöhte Werte festgestellt", sagt Stadter. Dort werde das Wasser gereinigt. Bei den jetzt entdeckten Werten sei man aber deutlich niedriger, wenn auch oberhalb des Grenzwertes von 50 Mikrogramm pro Liter. Bauleiter Mai erklärt, dass nach dem Durchlauf durch die Filter dieser Wert aber unterschritten werde.

Weder für Mensch noch Natur bestehe derzeit eine Gefahr wegen dieser Verbindung. Dennoch sei man daran interessiert und wolle es eben auch herausfinden, von wo dieser Stoff stammt.