Die Königsstadt hält als eine der wenigen Städte in Franken an dem Vorhaben fest, zur Adventszeit ein Weihnachtsangebot auf die Beine zu stellen. Auch die Erklärung der Bundesregierung, dass aufgrund der Corona-Situation in Deutschland ab Montag, 2. November 2020, Gastronomiebetriebe geschlossen bleiben sollen, wird daran zunächst nichts ändern.

"Wir warten jetzt auf klare Regularien und werden dann in der Stadtverwaltung entsprechend darauf reagieren", erklärt Forchheims Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) auf FT-Nachfrage. Gedanklich seien die geplanten "Weihnachtsinseln" zwar der Gastronomie zuzuordnen, aber erst auf der Grundlage der zu erwartenden Verfügung der bayerischen Landesregierung werde die Stadtverwaltung ihr Weihnachtskonzept überarbeiten.

Andere fränkische Städte haben ihre Weihnachtsvorhaben aufgegeben. Der Bamberger Stadtrat hat am Mittwoch beschlossen, dass der Weihnachtsmarkt abgesagt wird. Angesichts der schnell steigenden Corona-Fallzahlen hat auch die Stadt Nürnberg am Montag ihr Konzept eines dezentralen Christkindlesmarktes 2020 abgesagt. Am Donnerstag verkündete auch Ebermannstadt das endgültige Aus für den Weihnachtsmarkt.

Hoffnung der Schausteller lebt weiter

Eine Absage des Forchheimer Weihnachtskonzepts habe OB Kirschstein bislang noch nicht geplant- auch angesichts der rapide steigenden Corona-Fallzahlen im Landkreis Forchheim nicht. Die Entscheidung würde verwaltungsintern getroffen.

So hoffen auch die Forchheimer Schausteller weiterhin auf die Adventszeit. "Das ist für uns praktisch das Highlight im ganzen Jahr. Wir freuen uns sehr darauf, nachdem wir heuer fast erwerbslos waren", erklärt Alexander Zinnecker. Die Schausteller-Familie aus Forchheim betreibt die Glühweinpyramide vor der Kaiserpfalz.

Zinnecker hofft darauf, dass sie unter Einhaltung von strengen Hygiene-Vorschriften und Abstandsregeln Besucher in der Sattlertorstraße bewirten und Umsatz machen können. "Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Aber wir stellen uns jetzt natürlich darauf ein, dass sich auch für uns etwas ändert", meint Zinnecker. Denkbar sei beispielsweise, die Forchheimer "Weihnachtsinseln" statt Ende November erst nach dem Lockdown Anfang Dezember zu eröffnen.

Eckpunkte zum Forchheimer Weihnachtskonzept

Dezentral In der Forchheimer Innenstadt soll es vom 27. November bis zum 23. Dezember 2020 von der Kaiserpfalz bis zum Parade- und Marktplatz verteilt weihnachtliche Anlaufpunkte und zwei sogenannte "Weihnachtsinseln" geben. Durch die dezentrale Lösung sollen Besucherströme entzerrt und im Stadtgebiet verteilt werden.

Inseln Eine "Weihnachtsinsel" ist zum einen der Platz der Weihnachtspyramide vor der Kaiserpfalz in der Sattlertorstraße, zum anderen der Paradeplatz. Diese sind von Montag bis Sonntag täglich von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Hier befinden sich eingezäunte Glühweinstationen.

Verkaufsstände In der Hauptstraße werden vier bis fünf Verkaufsstände für weihnachtliche Waren aufgestellt. Die Stände sollen räumlich großzügig verteilt werden. Montags bis samstags von 8 bis Uhr sollen die Verkäufer Schmuck, Weihnachtsdekoration, Woll- und Holzwaren anbieten können.

Ausstellung Statt des geplanten digitalen Adventskalenders, der aufgrund der zu erwartenden großen Menschenansammlungen abgesagt wurde, bietet die Touristinformation die "Nachtwächterführung im Advent" an. Im Pfalzmuseum wird es die Spielzeug-Sonderausstellung "Was einst Kinderaugen leuchten ließ" geben.