Ihr Kinderlein kommet nach Forchheim! Während reihenweise die Weihnachtsmärkte abgesagt werden, leuchtet in der Königsstadt nach wie vor die hoffnungsvolle Botschaft: Oberbürgermeister Uwe Kirschstein steht angesichts der zweiten Corona-Welle und drohender Maßnahmen nach wie vor wie ein Fels in der Brandung vor seinen "Weihnachtsinseln".

Das ist ein Fehler und eine verpasste Chance. Denn hätte die Stadt ihr gut gemeintes Weihnachtskonzept jetzt frühzeitig zumindest auf die Zeit nach dem Lockdown verschoben, hätten sowohl OB als auch Verwaltung eine starke, bessere und versöhnlichere Weihnachtsbotschaft ausgesendet.

Stattdessen bleibt wieder nur der Eindruck: Forchheim stemmt sich stur gegen jede Corona-Einschränkung. Da müsse schon mehr kommen als eine Regierungserklärung und eine kritische Nachfrage des FT, dass das Stadtoberhaupt eine Abkehr vom bestehenden Konzept verkündet. Mehr als ein sprunghafter Anstieg der Corona-Fallzahlen? Mehr als ein explodierender Inzidenzwert im Landkreis in einer Woche von 25 auf fast 80? Mehr als eine beängstigend rot leuchtende Corona-Ampel? Mehr als Autokolonnen vor einer Teststation?

Dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder jegliche Freizeiteinrichtungen und andere Veranstaltungen verbieten will, wird in Forchheim zunächst nur zur Kenntnis genommen. Da müssen schon Verordnungen kommen, bevor die Stadt darauf reagiert.

In diesem Sinne: Ihr Kinderlein kommet nach Forchheim! Aber bitte nicht diejenigen, die Bedenken angesichts der Corona-Pandemie haben. Denn hier wird erst gehandelt, wenn man gezwungen wird.