Die Abiturienten, feierten, tobten, fuhren im Autocorso durch die Stadt und bestiegen am Schluss den Steinkarpfen im bekannten Kreisel. "Man sieht, welche Belastung von den Schülern abgefallen ist", sagte Bürgermeister Gerald Brehm (JL) heute bei der Übergabe der Abiturzeugnisse zum Film, den die Abiturienten zu Beginn der Veranstaltung präsentierten. "Wir sind aber dankbar, dass ihr den Karpfen Fridolin ganz gelassen habt."
128 Schüler des Gymnasiums Höchstadt nahmen heute ihre Abiturzeugnisse entgegen. 43 Abiturienten hatten eine Eins vor dem Komma, insgesamt lag der Notendurchschnitt bei 2,34. Ein Ergebnis, dass sich sehen lassen kann, wie Schulleiter Bernd Lohneiß betonte.

Letzterer kam - passend zum Motto "Abiriss, wir reis(s)en ab" - mit Bauhelm und Warnweste auf die Bühne. "Ich dachte, dass die Veranstaltung vielleicht auf der Baustelle stattfindet", sagte Lohneiß bevor er zur "Abrissfeier" begrüßte.

Auch wenn die Schüler manchmal über ihren Schatten springen mussten, um sich in schwierigen Notensituationen zu behaupten, habe das "der Stimmung keinen Abbruch getan". Es folgte "ein kleiner Abriss" über die gymnasiale Karriere der Abiturienten.

"Ihr geht jetzt ab in die Welt, die bestimmt keine einfach ist", sagte Lohneiß. Schule solle nicht glücklich, sondern fähig für ein glückliches Leben machen. Dennoch stelle man sich die Frage, ob man die Schüler ausreichend vorbereitet hat. Anhand der guten Ergebnisse könne man sehen, dass das der Fall sei.

"Reines Faktenwissen braucht man im Alltag selten, Abstraktionsvermögen ist gefragt", so der Rektor. Man dürfe nicht allein auf starr definierte Kompetenzen achten: "Kompetenz ist ein Plastikwort." So schuf der Philosoph Odo Marquard beispielsweise die "Inkompetenzkompensationskompetenz" - also die Fähigkeit, seine Unfähigkeit zu überspielen.

Oberstufenbetreuer Ingo Pöllmann gab den Schülern einen Rat mit auf den Weg: "Sammelt die kleinen Glücksmomente auf eurer Reise."