Dort draußen, da geht die Kunst immer eine besondere Verbindung mit der Natur, dem Garten-Kunstwerk und dem weiten welligen Raum östlich von und über Rödental, ein. Der Himmel spielt eine dominante Rolle. Jetzt sind es die Metall-Plastiken von Thomas Lindner, die von Licht und Wind umspielt werden. Noch bis Mittwoch nächster Woche sind die Werke des Erfurter Bildhauers im Thieracher Garten zu erleben, am Sonntag auch bei einer Sonderöffnung von 10 bis 16 Uhr. Dann kommen noch zwei weitere Ausstellungen im Laufe dieses Garten-Kunst-Sommers und die beliebte Nacht am Teich.
Der Thieracher Garten wächst seit über 30 Jahren aus freier Landschaft vor der imposanten, rahmenden Waldwand, geschaffen, gehegt und von Jahr zu Jahr weiterentwickelt von Carola Rückert. Überall stößt man auf moderne Kunstwerke, Keramik zwischen großblättrigen Pflanzen. Der Verein Hyazinth. Schöne Künste im Garten trägt seit über zehn Jahren die kulturellen Aktivitäten an diesem besonderen Ort.


Schwer und leicht

Mittlerweile hat der Thieracher Garten vor allem auch unter den Thüringer Künstlern einen Namen. Kontakte fliegen zu. Thomas Lindner, 1961 in Dresden geboren, ist Absolvent der Hochschule Burg Giebichenstein-Halle. Seine Skulpturen tanzen im Thieracher Wind oder schlängeln sich im Ausstellungspavillon. Dabei sind sie aus Edelstahl, Messing oder anderem Metall geformt. Manche der anmutigen Schleifen, die aber auch abrupt abknicken, scheinen wie von Zauberhand in der Luft zu schweben, vor allem die aus goldenen "Fäden" zusammengefügten Bänder. Mit anderen von breiterer Eleganz, blaugrünlich oxidiert, assoziiert man Wasser und Welle.
Lindner experimentiert auch mit "kinetischer Plastik". Im neu entstehenden Spiralengarten bewegt sich eine Metallplatten-Formation zwei Meter über dem Boden in Sonne und Wind.
Im Pavillon sind allerdings auch Digitalcollagen von Thomas Lindner ausgestellt, eine ganz andere Welt, Motive zigfach vervielfältigt und arrangiert zu spezieller Aussage.


Es geht immer weiter

Ab 16. Juli zieht dann Beate Debus mit ihren Skulpturen und Papierarbeiten im Thieracher Garten ein. Die in Oberalba in der Rhön lebende, international renommierte Künstlerin erweckt Holz und Bronze zu eigenwilliger Lebendigkeit, figürlich, dabei gleichzeitig ganz losgelöst abstrakt geformt. Für den Herbst sind dann Papier, Textil und Objekte der jungen Künstlerin Lisa Kischlat angekündigt. Dazwischen, am 22. Juli, gibt es "Musenküsse" mit Birgit Förstner (Cello) und Anne Kox-Schindelin (Harfe) im Rahmen der "Nacht am Teich".
Ruh gibt die Schöpferin des Thieracher Gartens nach wie vor nicht, auch wenn sich zwischen Schattenreich und vollem Sonnenfeld bereits schier Unüberschaubares in ständig wechselnder Farbigkeit und Form wiegt, auf über 3500 Quadratmetern. Richtung Felder wächst eine Allee, Eiben- und Buchenhecken formen sich von Jahr zu Jahr höher zum Labyrinth. Dann träumt Carola Rückert auch noch von einem "wintergarden" nach englischem Vorbild, mit frühen Blühern. Der Garten soll zu jeder Jahreszeit attraktiv sein.

Thomas Lindner Metallskulpturen und Digitalcollagen. Bis 28. Juni. Sonderöffnung am Sonntag, 25. Juni, 10 bis 16 Uhr

Beate Debus Skulpturen und Papierarbeiten. Vernissage Sonntag, 16. Juli, 11 Uhr. Bis 15. September

Nacht am Teich mit Konzert "Musenküsse" mit Birgit Förstner (Cello) und Anne Kox-Schindelin (Harfe), Samstag, 22. Juli, ab 19.30 Uhr (Eintritt 15 Euro, Reservierungen per mail oder telefonisch)

Lisa Kischlat Papier, Textil und Objekte. Vernissage Sonntag, 17. September, um 11 Uhr. Bis 27. Oktober
Veranstalter Hyazinth. Schöne Künste im Garten e. V. Im Rödentaler Stadtteil Thierach (zwischen Blumenrod und Kipfendorf). Geöffnet jeden Mittwoch und Freitag von 16 bis 19 Uhr oder nach Vereinbarung; Telefon 09563/3535. Im Au gust geschlossen. Weitere Informationen unter www.hyazinth.com