Der HSC 2000 Coburg nahm das Vorspiel beim All-Star-Game als letzte Vorbereitung auf den Punktspielstart kommende Woche. Beim Stand von 2:7 (7.) rief Jan Gorr zur Auszeit - einer ganz besonderen, die Uhr lief dabei nämlich weiter "um im Zeitplan zu bleiben".
Bis dahin waren Florian Billek und Dominic Kelm für den HSC erfolgreich, die aber ein ums andere Mal überlaufen wurden und gegen das B-Nationalteam oft zu spät in der Abwehr dran waren.

HSC-Fans standen im Stau

Zu diesem Zeitpunkt war es auch noch sehr ruhig in der Arena, wohl auch weil einige der HSC-Fans im Stau um und in Nürnberg hängen geblieben waren.
Coburg kam zwar etwas besser ins Spiel, nutzte aber wie schon am Donnerstag gegen Wetzlar seine Chancen nicht und sah sich dann immer wieder aufs Neue schnellen Gegenstößen des Gegners gegenüber.
Mehrmals deutete Konstantin Singwald sein Talent an, der viel Übersicht bewies wie beim 9:17, als er Tomas Riha am Kreis sah und sich auch sonst immer wieder ein Herz fasste und für das B-Nationalteam überraschend abzog. Er dürfte eine Bereicherung für den HSC werden.
Trotzdem war die Überlegenheit der Mannschaft von Markus Baur zunächst immer wieder offensichtlich. Natürlich machte sich für die Coburger zusätzlich bemerkbar, dass nicht nur Jiri Vitek, sondern auch Matthias Gerlich weiterhin fehlten, auch wenn Singwald dessen Position sehr gut besetzte. Baur zur Halbzeit: "Wir haben sehr wenig Fehler gemacht und eine gute Abwehr gestellt, dadurch hatte Coburg es schwer."
Das änderte sich, weil Coburg sich nach Wiederanpfiff verstärkt seiner spielerischen Optionen besann und Johan Andersson "traumwandlerisch sicher", so der Hallensprecher seine Strafwürfe verwandelte. Was meist nicht funktionierte waren Konter. Da waren die Baur-Schützlinge im Rückzugsverhalten einfach zu fix und andersrum war es ähnlich, ein ums andere Mal liefen die Coburger in die Konter.

Jeden Fehler gnadenlos bestraft

Jeder Ballverlust wurde durch den Gegner bestraft. Aus dem Spiel heraus stand die HSC-Abwehr nun besser als noch vor der Pause. Dies zeigte sich auch daran, dass bis zum 17:24 (40.) der Pausenabstand gehalten werden konnte.
Fast ein Jahr nach seiner schweren Verletzung kam auch Philipp Barsties zum Einsatz. Auch deutlich mehr HSC-Fans waren nun endlich eingetroffen und feuerten speziell die beiden Coburger Torleute an, saßen sie doch genau auf Höhe des eigenen Wurfkreises.
Nach 46. Minuten rief dann Baur zur Auszeit, denn die HSCler hielten sich jetzt sehr gut, hatten den Rückstand dann sogar auf fünf Tore (22:27) verkürzt. Insgesamt war der HSC 2000 Coburg jetzt auch dank Oliver Krechel auf Augenhöhe, und zeigte viel Übersicht bei den Toren vom Kreis durch Dominic Kelm zum 24:31 und zuvor Tomas Riha, der blind von Till Riehn angespielt wurde.
Wenig Verständnis zeigte Jan Gorr allerdings dafür, dass aufgrund des engen Zeitplans nicht gewischt wurde und beschwerte sich auch darüber.
Derweil zog das B-Nationalteam noch einmal deutlich an, profitierte jetzt aber auch wieder von Unkonzentriertheiten der Coburger.
Der junge Coburger Fanblock skandierte auch beim 28:36 immer noch "Auf geht"s Coburg" und hatte sichtlich und hörbar Spaß an der Partie.
Den Schlusspunkt zum 32:37 setzte dann fast standesgemäß der erfolgreichste HSC-Werfer Florian Billek mit seinem achten Treffer.

Stimmen zum Spiel

HSC-Trainer Jan Gorr: "Wir haben am Anfang nicht so dagegengehalten, wie man das machen muss und das hat sich gegen eine mit hohem Tempo spielende Mannschaft dann ganz schnell im Ergebnis niedergeschlagen. Leider waren am Anfang noch nicht so viele Zuschauer da, aber es kamen dann immer mehr und dann wurde auch die Stimmung besser . Vom All-Star-Game erwarte ich mir einen Handball-Leckerbissen."
HSC-"Rückkehrer" Philipp Barsties: "Es ist einfach geil nach mehr als elf Monaten endlich wieder auf der Platte zu stehen. Ich genieße es endlich wieder einen Ball anzufassen und wenn es nächste Woche wieder um Punkte geht, ist es einfach ein tolles Gefühl wieder richtig dabei zu sein."
Ein treuer HSC-Fan: Schade, dass wir so lange im Stau standen, aber die Atmosphäre hier in der Nürnberger Halle ist klasse. Unsere Niederlage tut nicht weh. Dabeisein war heute alles.