Unter dem Diktat des erzwungenen äußeren Abstandes sollen sie auf der Bühne dennoch eine lebendige innere Nähe herstellen, die dann auch noch überspringen muss auf das gleichfalls zur Distanz gezwungene Publikum.

Dieser Zwang zum äußeren Abstand kann natürlich im günstigsten Fall die Fantasie beflügeln und zu kreativen Lösungen zwingen, die diesem Zwang raffiniert entkommen. Dennoch führt dieser Distanz-Zwang auf der Bühne und bei der Probenarbeit zu einem ständigen Kreisen um das Thema der Corona-Pandemie - egal, was denn das eigentliche Thema des Stückes ist.

Wie soll beispielsweise ein Drama wie Romeo und Julia ohne die auch physische Nähe der Protagonisten funktionieren. Wie soll ein Liebesduett wie jenes von Rodolfo und Mimi in Puccinis "La Bohème" ohne zumindest zeitweilige körperliche Nähe wirklich berührend gelingen?

Umso bemerkenswerter freilich, wenn dann doch Abende gelingen, die allen Corona-Auflagen zum Trotz zum spannenden, unterhaltsamen und temporeichen Theaterabend werden wie die Premiere des Erfolgsstücks "Das Abschiedsdinner" von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière am Landestheater Coburg.