Vielleicht war es naiv zu glauben, für die Unterfränkischen Kulturtagewürden Besucher eigens in die Stadt kommen. Vielleicht war es sogar naiv zu glauben, die Einheimischen selbst würden mit dem Programmheft in der Hand losziehen und jedes Angebot mitnehmen. Vielleicht aber weckt eine Veranstaltung, die sich "Unterfränkische Kulturtage" nennt, schlicht nur Erwartungen, die sie nie zu erfüllen gedachte.

Was das Programm angeht, so hat die Stadt einmal mehr ihre Stärke demonstriert, die zugleich eine Schwäche sein kann. Es klappt hervorragend, das breite Angebot, das tatsächlich da ist, zu einem Gesamtpaket zusammenzubinden. Zur Schwäche aber wird diese Stärke dann, wenn es nicht gelingt, darüber hinaus einen echten Höhepunkt zu schaffen, ein Bonbon eben. So ein Bonbon war nicht für jede Zielgruppe dabei.

Es gibt aber auch noch eine andere Seite: Die Bürger hätten dem Angebot ruhig mehr Aufmerksamkeit schenken können. Schließlich finden die Unterfränkischen Kulturtage ja nicht alle Tage in Bad Brückenau statt. Den Wert vor der eigenen Haustür zu schätzen, das ist eine Kunst. Es ist zu leicht, sich über eine tote Stadt zu beschweren, und dann nicht hinzugehen, wenn mal was los ist.