Am Sonntag, 15. August, dem Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel, findet nach zwei Jahren "Corona-Pause" wieder die traditionelle Fußwallfahrt nach Fridritt statt. Dieses Jahr wird sie allerdings nicht organisiert, sondern als eine private Wanderung mit Gebet und Gesang durchgeführt. Um 9 Uhr beginnt dort der Gottesdienst im Freien.

Die Wallfahrt führt auf das Jahr 1945 zurück und ist dem damaligen Pfarrer Robert Braum, dem auch eine Straße in Weichtungen gewidmet ist, zu verdanken. Braum war von 1941 bis 1972 Pfarrer von Wermerichshausen. Von ihm stammte seinerzeit das Gelöbnis, an allen Marienfeiertagen nach Fridritt zur Wallfahrtskirche "Unsere Himmelskönigin" zu pilgern. Neben Wermerichshausen wurden Weichtungen, Brünn, Althausen, Fridritt, Kleinwenkheim und Reinfeldshof von Braum seelsorgerisch betreut.

Aus der Überlieferung geht hervor, dass das Gelöbnis herrührt, dass im Jahre 1945 die Amerikaner das Gebiet besetzten und Braum alles daran setzte, dass den Familie, meist Frauen und Kindern, kein Leid geschieht. Gott sei Dank kam es auch so, dass sich die Schäden in Grenzen hielten. Wie alle Jahre soll die Wallfahrt am Sonntag, 15. August ein Zeichen des Dankes sein für das Ende eines grauenvollen Krieges und für die vielen Menschen aus den betroffenen Gemeinden.

Ein weiterer Grund für die gelobte Wallfahrt ist die Tatsache, dass die Einnahme der Dörfer durch die Amerikaner im April 1945 doch einigermaßen friedlich verlaufen ist. Ein dritter wichtiger Grund sind die vielen Fürbitten an Gott während der Prozession, unserer Menschlichkeit einen gesicherten und wahren Frieden, sowie das Ende der Corona-Pandemie zu schenken.

Das frühgotische Gnadenbild der "Madonna zu Fridritt" stammt aus der Zeit um 1360. Es spricht viel dafür, dass hier schon im Mittelalter öffentlich verehrt wurde. Im Jahre 1550 werden nachweislich vier Marienfeste feierlich begangen. Nachdem im Dreißigjährigen Krieg, genauso wie in der Coronazeit die Wallfahrten ausfielen, zogen nach Kriegsende erneut immer mehr Gläubige in das kleine Dorf. Für die immer größer werdenden Pilgerscharen reichte um 1656 das kleine Kirchlein nicht mehr aus. Es wurde 1734 bis '40 durch den Neubau einer großen Barockkirche ersetzt. Dadurch wurde die Wallfahrt neu entfacht.

Am gleichen Tag (Maria Himmelfahrt) findet nach zwei Jahren Corona- Pause um 17 Uhr die traditionelle Marienandacht an der Ransbachmühle in der Gemarkung Weichtungen statt. Allerdings nicht wie üblich mit Verpflegung. Veranstalter ist die Pfarrei "St. Alfons" Maßbach.