Seit 2016 veröffentlicht das Statistische Bundesamt eine Übersicht über Verkehrsunfälle mit Personenschaden. Auf den Straßen rund um die Hammelburger Innenstadt leuchten darin jede Menge rote Punkte auf. Die Bürgerinitiative "Verkehrssicherheit-Verkehrsberuhigung" leitet daraus die Forderung ab, dass die "geheime Nord-Umgehung" über die Rote-Kreuz-Straße gesperrt werden muss. Polizei und Bürgermeister widersprechen: "Ja, es gibt mehr Unfälle, aber man muss sich auch die Ursachen anschauen", betont Martin Kuhn, bis Ende Februar Leiter der Polizeiinspektion Hammelburg.

"Im ersten Moment war ich auch erschrocken", kommentiert der Hammelburger Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) den Unfallatlas. Die Daten waren Thema beim Workshop der Bürgerinitiative im Dezember, an dem 53 Bürger, darunter vier Stadträte, teilnahmen. Herausgekommen ist ein 21-seitiges Protokoll mit vielen Forderungen: Zum einen solle sich der Stadtrat mit der Verkehrsregelung befassen, zum anderen sollten Auskünfte bei Behörden eingeholt und das Gutachten von Verkehrsplaner Christoph Link umgesetzt werden.

Polizei bleibt neutral

"Wann immer Interessengruppen zu politischem Diskurs zusammenkommen, ist die Polizei zur Wahrung der Neutralität verpflichtet", begründet Interims-Polizeichef Kuhn, weshalb er bei dem Workshop nicht vertreten war. Aus seiner Sicht sollte sich die Polizei darauf beschränken, "die Straßenverkehrsbehörde bei der Erarbeitung von Verkehrskonzepten innerhalb der polizeilichen Kompetenzen zu beraten".