Ihr Weggang ist ein Verlust. Bis zum letzten Tag hat Gudrun Friedrich-Kleine für das Stadtfest gearbeitet, sagt ihre Chefin Karin Bauer. Am Mittwoch saß Friedrich-Kleine nach sieben Jahren in der Tourist-Info zum letzten Mal auf ihrem Platz. Sie hat sich beruflich eine neue Herausforderung gesucht. "Ihr Engagement gerade in Bezug auf das Stadtfest war sehr groß", bedauert Bauer. Sie hinterlasse eine Lücke, die nicht so schnell wieder zu schließen sei.


Die Zeit wird knapp

Als neues Gesicht wird Chalin Broux aus Bad Kissingen das Team der Tourist-Info verstärken. Die 21-Jährige lernte in den Heiligenfeld Kliniken in Bad Kissingen den Beruf der Veranstaltungskauffrau. Die Organisation des Stadtfestes aber wird noch nicht in ihre Hände gelegt. Das übernimmt die Chefin persönlich. "Neuland", sagt Karin Bauer, denn bisher hatte sie mit dem Stadtfest weniger zu tun. Und: "Die Sache mit dem Forum hat uns zurückgeworfen."

In der Tat, all zu viel Zeit bleibt nicht mehr, bis in Bad Brückenau das schönste Wochenende des Jahres anbricht. Vom 27. bis 29. Mai wird gefeiert, den Termin hat der Stadtrat schon im September festgeklopft. Doch lange blieb unklar, wer das Fest organisieren würde: die Stadt, so wie in den Jahren 2010 bis 2015, oder das Forum? Der Verband der Einzelhändler hatte im vergangenen Jahr die Organisation auf Wunsch des Stadtrats übernommen. Das ging nicht konfliktfrei über die Bühne.Dazu kam, dass sich das Forum Ende des Jahres auflöste, nachdem sich kein Nachfolger für den Vorsitzenden Hans Rohrmüller fand. Erst im neuen Jahr liefen die Vorbereitungen für das Stadtfest also an.


Ein Fest der Vereine

Neu in diesem Jahr: "Die Vereine kümmern sich selbst um das Musikprogramm. Die Stadt stellt die Infrastruktur zur Verfügung", erklärt Bauer. Der SV Römershag hat die Jugendbühne auf dem Sinnauplatz übernommen. "Unsere Jugend ist schon heiß drauf", sagt Gunther Schwarz, stellvertretender Jugendleiter beim SV, "auch von den Älteren ist die Bereitschaft da, mit anzupacken."

Dirk Stumpe von den Handballern des FC Bad Brückenau sieht die Veränderung positiv: "Es war eine gute Entscheidung, das an die Vereine abzugeben." Denn wer selbst für den Erfolg verantwortlich sei, könne sich hinterher nicht beschweren. Nur eine kritische Anmerkung hat der Handballer, der auch für die PWG im Stadtrat sitzt: das schmale Budget. 17.000 Euro stellt die Stadt laut Bauer für das Stadtfest zur Verfügung. Früher wurde das Budget durch Werbepartner der Stadtfest-Broschüre aufgebessert. Doch wie schon im vergangenen Jahr wurde die heuer gestrichen. Die Zeit läuft den Verantwortlichen davon.


Arbeit am Limit

"Es ist an der Grenze", macht Karin Bauer deutlich, denn neben der Stadtfest-Organisation stehen auch die Unterfränkischen Kulturtage im Juli und der Pinklauf im Oktober an. Und im kommenden Jahr wird es wieder eine Gesundheitsstadt geben. Sie freut sich, dass die Zusammenarbeit mit den Vereinen "sehr konstruktiv" angelaufen sei und spricht von einem "guten Start". Wenn sich das Konzept bewähre, könne es aus ihrer Sicht für viele Jahre tragfähig sein. Ein Anliegen aber hat die Leiterin der Tourist-Info: "Mein Wunsch wäre, dass man heuer im Herbst schon im Vorgriff zum Haushalt mit den Planungen anfangen kann." Der SV Römershag unterstützt das. "Auch für die Vereine wäre eine langfristige Planung wichtig", sagt Gunther Schwarz.

Eines aber nimmt die Stadtverwaltung aus den Erfahrungen des Vorjahres mit: Vier Toilettenwagen stehen für die Gäste bereit. Sie werden stündlich gesäubert. Auch eine Homepage ist - ähnlich wie für den Pinklauf - auf dem Internetauftritt der Stadt vorgesehen. In der Altstadt organisiert die Stadt übrigens keine Bühne. Dort liegt es an den Wirten, selbst etwas für ihre Gäste auf die Beine zu stellen.