Rumms! Die Tür war zu. "Dass man im Stadtrat noch nicht einmal ausreden darf, finde ich eine Frechheit!", sagte Stadtrat Hartmut Bös (CSU) noch, bevor er den Saal kurzzeitig verließ. Nach der Diskussion um das Bad Brückenauer Stadtfestin der vergangenen Woche hatte Bös zwei Anträge gestellt: Für die nächste Stadtratssitzung fordert er eine Aussprache über das Stadtfest 2015 und die Festlegung des Termins für 2016. Was das Forum angeht, so will Bös erreichen, dass die Vereinbarung über die Ausrichtung des Stadtfestes sofort und vorsorglich gekündigt wird.

Forum zum Gespräch einladen

Doch während Bös noch zur Begründung ansetzte, wurde er von Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) unterbrochen mit dem Hinweis, Bös könne die Ausführungen dann vortragen, wenn über seine Anträge gesprochen werde - sprich, in der nächsten Sitzung. Niemand sprang Bös bei, einzig Karlheinz Schmitt (CSU) schlug vor, zur Aussprache auch Hans Rohrmüller einzuladen. Dieser hatte in seiner Funktion als Forums-Vorsitzender die Ausrichtung des diesjährigen Stadtfestes maßgeblich mitbestimmt.

Schon im Februar, als der Stadtrat über die Übernahme der Stadtfestorganisation durch das Forum entscheiden sollte, sprachen einzelne Stadträte ihr Bedauern darüber aus, dass Rohrmüller nicht eingeladen worden war, um über seine Vorstellungen zu informieren und Rückfragen der Räte direkt zu beantworten.

Rormüller meldet sich zu Wort

In der aktuellen Diskussion im Internet meldete sich Rohrmüller zu Wort. "Die angekündigte Debatte im Stadtrat kann ich nur begrüßen und hoffe, dass ich auch dabei sein und sprechen darf", schreibt Rohrmüller sowohl auf www.infranken.de als auch auf Facebook. Er fährt fort: "Dann sollten wir Zahlen, Fakten und Hintergründe des diesjährigen Stadtfestes, aber auch der vergangenen Stadtfeste offenlegen." Für die Bürger ist schade, dass Bös in seinem Antrag explizit ausgeführt hat, die Diskussion im nicht öffentlichen Teil führen zu wollen.

Derweil geht die Diskussion im Internet unvermindert weiter: "Die Idee mit den vielen DJ's an der Jugendbühne war echt gut, nur leider am falschen Ort", schreibt Claire Cunningham. "War halt nicht ganz so viel Platz wie am Sinnauplatz, aber das Stadtfest war schon voll in Ordnung", schreibt ein anderer Jugendlicher. Und ein dritter schlägt vor: "Man sollte zwei bis drei verantwortungsbewusste Jugendliche in die Planungen mit einbeziehen. Das würde dafür sorgen, dass das Ganze etwas gerechter für Jugendliche wird."