Osnabrück
Schaulustige

Video gegen Gaffer bei Unfällen wird zum Hit im Netz

Ein Kurzfilm über Gaffer bei einem Unfall sammelt derzeit viele Klicks im Netz. Der Schock-Moment am Ende des Videos sollte Schaulustigen zu denken geben.
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Szene aus dem Kurzfilm "Schaulustige" bei Youtube. Gaffer an Unfallstellen sind ein Ärgernis - nicht nur für Rettungskräfte. Der Kurzfilm aus Osnabrück sorgt derzeit im Netz für Aufsehen. Der Clip soll  die Menschen für das Thema sensibilisieren und  richtet sich gegen Gaffer.  Screenshot: Youtube/Blickfänger GbR
Szene aus dem Kurzfilm "Schaulustige" bei Youtube. Gaffer an Unfallstellen sind ein Ärgernis - nicht nur für Rettungskräfte. Der Kurzfilm aus Osnabrück sorgt derzeit im Netz für Aufsehen. Der Clip soll die Menschen für das Thema sensibilisieren und richtet sich gegen Gaffer. Screenshot: Youtube/Blickfänger GbR

"Sei kein Gaffer". Das ist die einfache Botschaft eines Videos, das sich gegen Schaulustige und Gaffer bei Unfällen und Rettungseinsätzen richtet und das derzeit im Netz für Aufsehen sorgt geht. Der knapp viereinhalb-minütige Clip von der Filmproduktionsfirma Blickfänger GbR kommt bei Youtube seit Veröffentlichung am 20. Dezember 2017 auf knapp 200.000 Aufrufe.

Auch bei Twitter (unter dem Hashtag #SeiKeinGaffer) und Facebook wurde der Film tausendfach gepostet und geteilt - von Privatpersonen, aber auch von offiziellen Accounts und Seiten, wie Polizeipräsidien oder Feuerwehren. Inzwischen berichten auch viele Medien über das "Schock-Video", etwa die "Welt", "Focus Online" oder die "Bild" -Zeitung.

Entstanden ist der Kurzfilm mit dem Titel "Schaulustige" bereits im vergangenen Sommer. Das Filmprojekt wurde laut dem Produzententeam in Kooperation mit der Freiwilligen Feuerwehr Osnabrück, dem Bürgerverein Wüste e.V. und der Sparkasse Osnabrück realisiert. Laut Blickfänger GbR solle der Film eine gesteigerte öffentliche Wahrnehmung für das Thema "Schaulustige bei einem Rettungseinsatz" bewirken und dazu auffordern, in derartigen Situationen nicht zum Gaffer zu werden.


Kurzfilm "Schaulustige - Sei kein Gaffer": Darum geht's

Zu sehen ist eine Gruppe junger Erwachsener, die bei der Heimfahrt aus dem Urlaub an einem Einsatz der Feuerwehr bei einem schweren Verkehrsunfall vorbeifährt. Die jungen Leute steigen aus, um sich den Unfall, bei dem ein Fahrzeug in Brand geraten ist, näher anzuschauen. Sie fangen an Bilder und Videos zu machen und posten sie sofort im Netz. Zahlreiche Reaktionen auf die Posts verleiten die jungen Leute dazu, noch näher ranzugehen, um spektakulärere Bilder zu bekommen. Doch dann werden sie von den Rettungskräften entdeckt, was einen aus der Gruppe aber nicht daran hindert, ein Selfie mit dem Unfallopfer zu posten. Die Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten: "OMG! Voll heftig", "Ist das eine LEICHE?!" und "Na, der ist aber gut geröstet..." sind die unangebrachten bis geschmacklosen Kommentare - die aber, leider, nur allzu gut die gegenwärtige Realität in sozialen Netzwerken widerspiegeln. Im Clip geht der Protagonist sogar so weit und schickt das Bild seiner Mutter. Doch als die nicht reagiert, kommt am Ende der große Schock.
 

 


Das Thema Gaffer an Unfallstellen ist - auch wenn das Video schon vor einem halben Jahr entstanden ist - leider immer noch brandaktuell. Fast wöchentlich kommt es in Deutschland zu schweren Unfällen, bei denen Gaffer die Rettungskräfte behindern. Im November 2017 sorgte ein schwerer Unfall mit drei Todesopfern auf der A3 in Unterfranken für Schlagzeilen, bei dem ein Feuerwehrmann Gaffer mit Wasser bespritze - und dafür viel Zuspruch bekam. Auch für den Kurzfilm gibt es überwiegend Lob und Zuspruch im Netz. Laut Angaben der Macher von Blickfänger wurde der Clip auf verschiedensten Plattformen inzwischen über vier Millionen Mal aufgerufen. Das sind gute Nachrichten für alle Rettungskräfte. Und ein starkes Signal gegen Gaffer.

Weitere Infos zum Filmprojekt gibt es bei blickfaenger.eu