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Morgenmagazin

Lügenpresse-Eklat beim ZDF-Moma: Frau beschimpft Dunja Hayali während Livesendung

Während der Livesendung es ZDF-Morgenmagazins am Mittwoch kommt es zu einem Zwischenfall. Eine Frau kommt plötzlich auf die Bühne, drängt Moderatorin Dunja Hayali zur Seite und spricht von Lügenpresse. Hayali reagiert cool.
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Moderatorin Dunja Hayali ist am Mittwoch während einer Livesendung des ZDF-Morgenmagazins von einer Zuschauerin unsanft unterbrochen worden. Die Frau ging während der Sendung auf die Bühne und bezeichnete Hayali und Kollege Andreas Wunn als "Lügenpresse". Foto: Jörg Carstensen/dpa
Moderatorin Dunja Hayali ist am Mittwoch während einer Livesendung des ZDF-Morgenmagazins von einer Zuschauerin unsanft unterbrochen worden. Die Frau ging während der Sendung auf die Bühne und bezeichnete Hayali und Kollege Andreas Wunn als "Lügenpresse". Foto: Jörg Carstensen/dpa

Was war da denn los? Dunja Hayali wird im ZDF-"Morgenmagazin" vor laufender Kamera als "Lügenfresse" bezeichnet: Während der Livesendung am Mittwoch ist plötzlich eine Frau aus dem Publikum auf die Bühne gekommen, hat Moderatorin Dunja Hayali (44) zur Seite gedrängt und gegen die "Lügenpresse" gewettert.

Zu dem Vorfall kam es, als die Moderatoren Hayali und Andreas Wunn gemeinsam die nächsten Themen ankündigten, darunter den Besuch von Ex-Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), und über den Pullover von Wetterexperte Benjamin Stöwe plaudern wollten. Zuvor war es um Sport gegangen.

"Lügenpresse, Lügenfresse!" Erboste Zuschauerin stürmt die Momo-Bühne

"Müsst ihr hier eigentlich alle anlügen? Lügenpresse, Lügenfresse, oder was?!", fragte die Frau mit aggressivem Unterton. Die Szene im Video:

Was hat die Frau so auf die Palme gebracht? Warum war sie sauer? Lag es an der Berichterstattung? Niemand im Studio scheint es zu wissen, Hayali versucht in der Situation das einzig Richtige: Sie beruhigt die Frau und bietet einen Dialog an - und das obwohl die Zuschauerin Hayali auch körperlich angeht und sie unsanft beiseite zieht. Die Frau entgegnete nur: "Sag mal, sind bei mir die Mainzelmännchen zuhause, oder was?"

Auch Co-Moderator Andreas Wunn ist verwundert, versucht die Situation zu retten, indem er zu den Nachrichten nach Mainz schalten lässt. Nach dem Nachrichtenblock berichtete Hayali wenige Minuten später, dass die Frau nicht aus dem Saal geworfen wurde, sondern dass sie im Anschluss über den Vorfall mit ihr sprechen werde. Sie sei "dialogbereit, nicht nur hier", sagte Hayali.

Das ZDF reagierte auf den Zwischenfall im Moma und veröffentlichte ein kurzes Statement bei Twitter. Auch hier war von einem Gespräch mit der Zuschauerin die Rede. Worum es dabei ging, bleibt allerdings unklar.

Auch Hayali twitterte das ZDF-Statement und schrieb dazu: "danke an alle für zuspruch und nachfragen. uns geht es gut und wir sehen uns morgen im #zdfmoma wieder. schönen tag allen!"

"Die Sicherheitsvorkehrungen für die "ZDF-Morgenmagazin"-Sendung im ZDF-Hauptstadtstudio sind erst kürzlich noch einmal erhöht worden - jede Zuschauerin, jeder Zuschauer muss durch einen Sicherheitscheck", teilte das ZDF auf Anfrage mit. Besucher des "moma-Cafés" in Berlin, aus dem der letzte Teil der Sendung übertragen wird, werden den Angaben zufolge unter anderem mit Detektoren überprüft. Außerdem müssten Taschen vor Besuch der Sendung abgegeben werden. Vor und im Studio sei Sicherheitspersonal im Einsatz.

Hayali erntete für ihren Umgang mit der Situation unter anderem Lob von "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt: Sie habe lässig, souverän und selbstbewusst die Würde der vierten Gewalt repräsentiert, schrieb er bei Twitter.

In ihrem Buch "Haymatland" beschreibt die Journalistin Anfeindungen und Hass, die ihr wegen ihres Namens und der Herkunft ihrer Eltern entgegenschlügen. Die Familie stammt aus dem Irak. dpa/ak

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