Die Polizei hat in den letzten Monaten immer häufiger über Betrugsfälle in dem sozialen Netzwerk Facebook berichtet. In der Region Franken kam es zum Beispiel in Ebern und Bad Steben zu Facebook-Betrügen. Fällt man selbst erst einmal auf eine solche Internet-Masche rein, kommt einem das oft teuer zu stehen. Opfer haben leider nur wenig Chancen ihr Geld zurück zu bekommen und auch die Polizei konnte bis jetzt nur wenig gegen die Täter unternehmen.


Die Täter geben sich als Ihre Freunde aus


Der Geschädigte bekommt zuerst eine Freundschaftsanfrage von einem vermeintlich guten Bekannten. Dessen Profil wurde allerdings zuvor von Online-Betrügern kopiert. Nachdem er die Anfrage angenommen hat, folgt eine Nachricht, in der sein angeblicher Bekannter ihn um seine Handynummer bittet. Die meisten Betroffenen vermuten an dieser Stelle noch keinen Betrug und geben Ihre Nummer bereitwillig heraus. Schließlich kommt es nicht selten vor, dass Rufnummern verloren gehen, zum Beispiel durch die Anschaffung eines neuen Mobilfunkgeräts.


Über einen Code bestätigen die Opfer die Zahlung


In einer SMS bekommt der Geschädigte dann einen Code von einem Internet-Bezahlsystem wie "ZONG" oder "PayPal" zugesendet, den er bestätigen und wieder zurückschicken soll. Mit dem Code wird eine Zahlung über meist niedrige Summen zwischen 20 und 50 Euro bestätigt. Allerdings können die Beträge auch bis in den dreistelligen Bereich gehen. Besonders wenn es sich um mehrere Codes handelt, ergibt sich am Ende eine hohe Rechnung für den Geschädigten.

Auch wenn sich das schon relativ kurios anhört, fallen viele Facebook-Nutzer darauf herein und bestätigen diesen Code. Die Nachrichten sind oft unverständlich formuliert und es wird nicht sofort deutlich, dass die Bestätigung des Codes zu einer Belastung der eigenen Mobilfunkrechnung führt.


Wie die Täter an die Zugangsdaten kommen ist bislang ungeklärt

Die Täter verschaffen sich Zugang zu einem Facebook-Account und kopieren diesen samt Profilbild und anderen Informationen über den eigentlichen Nutzer. So sehen die Fake-Profile für andere Nutzer exakt aus, wie die ihrer eigentlichen Facebook-Freunde. Wie die Täter an die Zugangsdaten der Profile kommen, ist bis jetzt allerdings noch nicht geklärt. Die Betrugsfälle treten bundesweit auf und laut der Polizei Schweinfurt fließen das Geld auf ein ausländisches Konto.

Erst mit dem Erhalt ihrer Mobilfunkrechnung erfährt der Geschädigte, dass seine Rechnung oder seine Prepaid-Karte belastet wurde. Auch der eigentliche Inhaber des Facebook-Profils erfährt erst, dass sein Account kopiert wurde, nachdem er auf die scheinbar von ihm verschickten Nachrichten angesprochen wurde.


Wie schütze ich mein Facebook-Profil allgemein vor Online-Betrügern und Spam?


Die Polizei empfiehlt, niemals mehr Daten im Internet zu veröffentlichen, als nötig. Besonders vorsichtig sollten Sie bei der Veröffentlichung von Konto-, Adressen- und Telefondaten sein. Geben Sie ihr Passwort nie an Dritte weiter. Sie sollten außerdem immer daran denken, dass jeder Klick im Internet gefährlich sein kann und nicht voreilig auf irgendwelche Links klicken.

Meiden sollte man besonders Posts, die mit Wörtern wie "OMG" oder "Unglaublich" beginnen. Sie zielen direkt darauf ab, neugierige User anzulocken, und führen oft auf dubiose Seiten, die nichts mit der eigentlichen Überschrift zutun haben.

"Es ist nicht immer das, was drauf steht!" - Das gilt auch im Internet. Nur, weil eine Mail oder Nachricht ein ähnliches Layout hat, wie bekannte Seiten (zum Beispiel das 'Neue Nachrichten-Symbol' von Facebook), heißt das nicht, dass es sich dabei auch um Facebook handelt. Auch hier gilt: Nicht einfach klicken.


Der Experte rät dazu, im Internet immer skeptisch zu sein


Heiko Rittelmeier, Gründer von Computerbetrug.de, eine private Online-Verbraucherschutzseite, rät außerdem immer dazu, einen aktuellen Virenscanner auf seinem Computer zu installieren. "Kostenlose Exemplare sind erfahrungsgemäß allenfalls Notlösungen." Der Experte empfiehlt außerdem im Internet immer eine gesunde Skepsis zu bewahren: "Wenn ein Angebot per E-Mail zu gut klingt um wahr zu sein, dann ist es in den allermeisten Fällen genau das: nicht wahr."


Wie schütze ich mein Profil davor, kopiert zu werden?


Rittelmeier verrät einen einfach, aber wirkungsvollen Trick, sich gegen das Kopieren seines eigenen Profils zu schützen: "Man darf seine Freundesliste nicht öffentlich einsehen lassen. Wenn die Freundesliste nicht öffentlich erkennbar ist, weiß ein Täter nicht, an wen er sich wenden soll und findet keine Opfer. Damit wird es für ihn völlig uninteressant, den Account zu kopieren."


Was kann ich tun, wenn mein Account Profil gehackt oder kopiert wurde?


"Gehackt" werden Facebook-Accounts nur äußerst selten, sagt Heiko Rittelmeier, meistens werden sie kopiert. "Man sollte zunächst mit Facebook Kontakt aufnehmen und sich an die für diese Fälle veröffentlichten Hinweise und Anleitungen halten." Gehen Sie dafür auf der Facebook-Seite oben recht auf den kleinen Pfeil und dann auf das Feld "Ein Problem melden". Die Polizei empfiehlt zudem, sich auch bei den Beamten zu melden. Diese versuchen dann, die Täter ausfindig zu machen. Dabei sind Hinweise jeglicher Art hilfreich.

Außerdem sollten Sie ihre Freunde darüber informieren. Diese sollten alle verdächtigen Nachrichten ignorieren.



Was mache ich, wenn ich Nachrichten bekomme, in denen ich nach meiner Handynummer gefragt werde oder Codes bestätigen soll?


Der Experte sagt dazu: "Am besten ignorieren." Außerdem sollten Sie den Nutzer, dessen Identität gestohlen wurde, darüber informieren. "Sollte man sich nicht sicher sein, ob tatsächlich ein Freund in Not ist, so sollte man auf einem anderen Weg (zum Beispiel per Telefon) Kontakt zu ihm aufnehmen und nachfragen, was genau passiert ist."


Wie kann ich sicher gehen, dass meine Mobilfunkrechnung nicht mit weiteren Geldbeträgen belastet wird?

Man kann bei seinem Mobilfunkanbieter eine Drittanbietersperre einrichten lassen. Dadurch kann Geld nicht mehr einfach über Ihre Mobilfunkrechnung abgerechnet werden.

Zusätzlich kann man seine Handynummer bei Online-Bezahlsystemen wie "PayPal Buy with Mobile" für Transaktionen sperren lassen. Informationen dazu erhalten Sie per Mail über den Kundenservice von PayPal: cp.support.de@paypal.com



Wie wähle ich ein sicheres Passwort?

Passwörter sollten mindestens zehn Zeichen lang sein und aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. Außerdem sollte man jeweils ein neues Passwort für jeden Online-Zugang benutzen. Diese Hinweise für die Sicherheit eines Passworts sind zwar den meisten Menschen bekannt, werden aber trotzdem häufig vernachlässigt.

Heiko Rittelmeier hat noch einen weiter Trick, der Ihr Passwort sicherer macht: "Recht einfach kann man sich gute Passwörter zusammenstellen, indem man einen Satz hernimmt, zu dem man einen guten Bezug hat, und Beispielsweise immer die ersten Buchstaben zusammenfasst: aus 'Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, klipp-klapp!' wird so 'EkdMarB,k-k!'. Diese Passwörter sind jederzeit für den Kundigen reproduzierbar und für den Unkundigen kaum zu erraten. Hier bietet sich beispielsweise auch ein Zitat aus einem Lieblingsfilm oder Lieblingsbuch an, oder auch ein Liedtext. Der Bezug zu dem Zitat oder Spruch sollte für Außenstehende nicht zu erraten sein. Damit kann man den Spagat aus 'komplex' und 'leicht zu merken' problemlos meistern."