Neckarsulm
Umwelt

Lidl: Gurken werden wieder in Plastik eingepackt - um Abfälle zu verhindern

Der Umwelt zu liebe wollen viele Verbraucher auf Plastik verzichten. Im Supermarkt wird deswegen mittlerweile viel Obst und Gemüse ohne Plastikverpackung angeboten. Lidl geht nun wieder den Schritt zurück und packt Gurken wieder in Plastik ein, um Abfälle zu vermeiden.
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Lidl verpackt seine Gurken wieder in Plastikfolie. Viele Gurken würden sonst zu früh verderben. Foto: Andrea Warnecke/dpa-mag
Lidl verpackt seine Gurken wieder in Plastikfolie. Viele Gurken würden sonst zu früh verderben. Foto: Andrea Warnecke/dpa-mag

Im vergangene Jahr war es ein großes Thema: Gurken sollen nicht mehr in scheinbar unnötiger Plastikverpackung verpackt werden. Alle großen Supermarkt- und Discountketten hielten sich daran und verbannten die Plastikverpackungen aus den Obst- und Gemüseregalen.

Gurken in Plastikverpackung: Schutz vor dem frühzeitigen Verderben

Die Kunden freuten sich über den Wandel hin zu umweltfreundlicher Verpackung. Nun rudert Lidl allerdings zurück und verpackt seine Gurken wieder in Folie. Die das Portal watson aus einem Bericht der Lebensmittel-Zeitung entnimmt, werden Gurken, die nicht in Plastik verpackt sind, wortwörtlich für die Tonne produziert. Ohne Plastikfolie würden die Gurken schneller schrumpelig werden oder zu gelb sein. Pro Lkw-Ladung entsteht damit ein Schaden von 25 000 Euro.

Weltweit verderben 14 Prozent aller Lebensmittel bevor sie überhaupt in den Läden ankommen. Laut einem Bericht der Vereinten Nationen sind davon vor allem Obst und Gemüse betroffen.

Die betroffenen Gurken von Lidl stammen aus Spanien. Außerhalb der Saison von Oktober bis circa Mitte Mai werden sie von weiter weg importiert. Für den Transport sind sie drei bis fünf Tage unterwegs. Mit Folie verdarben in den letzten Jahren fünf Prozent des Gemüses. Ohne Verpackung sind es aktuell zehn Prozent. Durch das Plastik sind die Gurken laut dem Bericht eine Woche länger haltbar. Gurken, die aus Deutschland oder den Niederlanden stammen werden nicht wieder in Plastik verpackt, da sie einen kürzeren Transportweg haben.

Was tun mit gegen verdorbene Gurken? Supermärkte überlegen

Andere Supermarktketten wie Rewe, Aldi und Real sind von der Gurken-Problematik ebenfalls betroffen. Rewe schließt eine Rückkehr zur Plastik-verpackten-Gurke nicht aus. Aldi und Real haben sich für andere Möglichkeiten entschieden. Aldi hat die Transportwege verkürzt und auf Zwischenlager verzichtet, um die Gurken schneller in den Markt zu bringen und somit länger frisch zu halten. Real deckt das Gemüse beim Transport mit Papier ab. Damit soll ein Austrocknen verhindert werden.

Die Alternative zu Verzicht auf Plastikverpackung oder Lebensmittelverschwendung ist der saisonale Kauf von Gurken in den Sommermonaten, wenn sie aus Deutschland kommen und keine langen Transportwege haben und so nicht verderben können und nicht in Plastik verpackt werden müssen.

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