Wonfurt
Kultur

Gefangener der eigenen Erinnerung

Das Zeiler Kino zeigt den preisgekrönten Kurzfilm "Meer bei Nacht" der Wonfurter Regisseurin Kim Fabienne Hertinger.
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Die Regisseurin des Films "Meer bei Nacht", Kim Fabienne Hertinger aus Wonfurt, und Jonas Göbel aus Wonfurt, der die Musik zu dem Film komponiert und eingespielt hat, freuen sich auf die Kinopremiere am 29. November im Capitol-Theater in Zeil. Ulrike Langer
Die Regisseurin des Films "Meer bei Nacht", Kim Fabienne Hertinger aus Wonfurt, und Jonas Göbel aus Wonfurt, der die Musik zu dem Film komponiert und eingespielt hat, freuen sich auf die Kinopremiere am 29. November im Capitol-Theater in Zeil. Ulrike Langer

Der Kurzfilm "Meer bei Nacht" der Regisseurin Kim Fabienne Hertinger aus Wonfurt, der 2017 im Theater Chambinzky und im Universitätsklinikum in Würzburg mit einem knapp 30-köpfigen Team gedreht wurde, ist mittlerweile auf der ganzen Welt bei 55 Festivals nominiert worden und hat 31 Awards gewonnen. Nun kommt das preisgekrönte Werk, für das Jonas Göbel aus Wonfurt die Musik komponierte und einspielte, erstmals ins Kino.

Am Freitag, 29. November, wird "Meer bei Nacht" in Kooperation mit Kinobesitzer Bruno Schneyer im Capitol-Theater in Zeil erstmals der Öffentlichkeit in der Region gezeigt. Bei zwei getrennten Vorstellungen um 18 und um 19 Uhr wird zunächst der 26-minütige Film präsentiert. Jeweils im Anschluss schildert Hertinger in einem kleinen Vortrag die Entstehungsgeschichte des Films und will Fragen aus dem Publikum beantworten. Die circa einstündige Veranstaltung wird abgerundet durch den Komponisten Jonas Göbel, der die preisgekrönte Filmmusik von "Meer bei Nacht" live performen wird. Zum Abschluss des Abends gibt die Band "Medici Twin Tub" aus Würzburg ein Rock- und Pop-Konzert auf der Bühne.

Der Film, der unter anderem bei den Independent Shorts Awards in Hollywood den Preis für die beste weibliche Regie des Jahres 2018/19 und den Award für die beste Filmmusik des Monats Dezember 2018 gewann, wurde bei Filmfestivals in Südamerika, Asien und Osteuropa gezeigt. "Wir konnten Zuschauer und Jurymitglieder aus Indien, Hongkong und Italien gleichermaßen bewegen", berichtete Kim F. Hertinger. ",Meer bei Nacht' lief aber auch auf den Leinwänden in Kanada, Hollywood und neulich sogar am Nordpol im nördlichsten Kino der Welt." Zuletzt wurde "Meer bei Nacht" beim internationalen Filmfestival in Moskau in den Kategorien "Bestes Drama" und "Bester Hauptdarsteller" ausgezeichnet und bei den "IndieNuts-Awards" in Oberammergau als bester Kurzfilm prämiert.

Als er kürzlich bei einer Fachtagung zum Thema "Demenz" des Universitätsklinikums Würzburg ausgestrahlt wurde, waren die Zuschauer sehr bewegt. "Es waren 120 Teilnehmer einer Langzeitstudie zur Demenz-Früherkennung, und sie konnten sich in das Geschehen im Film so richtig reinfühlen. Zudem waren sie ein sehr interessiertes Publikum", so die Regisseurin. "Meer bei Nacht" geht vor der Premiere im Landkreis Haßberge noch am 22. November beim "Chilliwack Independent Film Festival" in Kanada um einen Award ins Rennen. "Wir sind sehr stolz auf den Erfolg des Films und freuen uns schon sehr auf die Resonanz des Publikums hier in unserer Heimat", teilten Kim F. Hertinger und Jonas Göbel mit. "Dass Bruno Schneyer uns die Gelegenheit dazu gibt, dafür danken wir ihm ganz herzlich!"

Karten für die Kinopremiere sind im Vorverkauf beim Capitol-Theater in Zeil auf der Homepage www.kino-zeil.de oder unter Ruf 09524/1601 sowie bei Kinoheld unter www.kinoheld.de erhältlich.

Darum geht es in dem Film: Die besten Tage des Theaterschauspielers Franz Rakowsko (Peter Kotthaus) liegen bereits hinter ihm. Dennoch glaubt Regisseur Sergio Rodriguez (David Steffen) an sein Comeback. Das neue Theaterstück soll beiden Ruhm und Anerkennung bescheren. Doch der Abend der Premiere hält einige Überraschungen für Rakowsko bereit. Eine Zufallsbegegnung (Laure Bettinger) lässt ihn kurzzeitig vergessen, dass seine Karriere mit dem heutigen Auftritt auf dem Spiel steht. Doch schnell holt ihn die Theaterwelt wieder ein, und er muss bald mit etwas kämpfen, das über Lampenfieber hinaus geht. Nach einem Zusammenbruch hinter der Bühne erwacht er im Krankenhaus. Als Gefangener seiner eigenen Erinnerungen wird er schonungslos mit der Realität konfrontiert. Rakowsko muss erkennen, dass er von einer Krankheit befallen ist, die ihm jegliche Form der Selbstbestimmung, Ansehen und sozialen Rückhalt genommen hat. Seine zunehmende Flucht in die Vergangenheit stellt ihn vor eine folgenschwere Entscheidung.

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