"Meine Eltern freuen sich, sie sehen mich jetzt fast jeden Tag", sagt der inzwischen 26-Jährige, der in der I. und II. Liga, am Anfang bei Denizlispor, zuletzt bei Giresunspor, spielte. Jetzt hat der Forchheimer neue Pläne: Er will die Prüfung zum Spielerberater mit FIFA-Lizenz ablegen.

Ein Wechsel als Spieler nach der Winterpause zum Baiersdorfer SV hatte sich zerschlagen, weil sein türkischer Klub bis zuletzt die Freigabe verweigerte. Jetzt kann sich der 1,97-Meter-Mann vorstellen, bei einem Verein auf Landes- oder Bezirksebene zu stürmen. Doch das Hauptaugenmerk gilt der beruflichen Zukunft. "Ich will nebenbei schon spielen, sonst wird es langweilig", meint der gebürtige Marktredwitzer.

Schwierige Prüfung


Erkan Martin steckt jetzt in der monatelangen Vorbereitung zum Lizenzerwerb. Die Prüfung ist happig, allerlei Sport- und Internationales Vertragsrecht gilt es zu pauken. Er hat bereits bei einem Transfer mitgewirkt: Sein Bruder Ersen Martin, vierfacher türkischer Nationalspieler, trägt nun in der I. türkischen Liga das Trikot von Kasimpasaspor, zuvor war er ein Jahr bei Manisaspor und davor in Huelva in der I. spanischen Liga. "Mein Bruder hat zu mir gesagt: Probier es, denn du kennst viele Spieler." Erkan hofft, später einmal nicht nur türkische Fußballer beraten zu können, sondern auch deutsche und deutsch-türkische Nachwuchsspieler. Mit einem türkischen Spielerberater in München steht er bereits in Verbindung. Kontakt hat er auch zum Forchheimer Profi Roberto Hilbert, der gerade erst vom VfB Stuttgart zu Beskitas Istanbul gewechselt ist. Erkan berichtet stolz: "Roberto hat in der Türkei ein Interview gegeben, und auf die Frage, wenn er in der türkischen Liga kennt, hat er Ersen Martin gesagt."

Der berühmte Bruder


Der gute Name, den sein älterer Bruder Ersen in der Türkei hat, war für Erkan aber nicht nur hilfreich, "weil er so berühmt ist in der Türkei". So habe er immer wieder Neid und Missgunst anderer verspürt, Geld wurde teilweise nicht gezahlt, und Ersen meint: "Ich habe einen Fehler gemacht, als ich in die Türkei gewechselt bin." Das war 2005, nach seiner Jugendzeit beim 1. FC Nürnberg, der SpVgg Greuther Fürth und dem FC Burk, wo er auch die ersten beiden Jahren bei den Herren spielte.

Jetzt hat er aber das Metier des Spielerberaters im Kopf. Wenn er einen Akteur zur Auswahl hätte, dann wäre dies: "Roberto, mit ihm habe ich in der Jugend gespielt, aber der ist ja jetzt schon da." Nächster Kandidat für einen Transfer in die Türkei wäre für ihn Christian Eigler vom 1. FC Nürnberg: "Mir gefällt Eiglers Stil, ich habe mit ihm zusammen in der Club-Jugend und Bayernauswahl gespielt."