Coburg
Begegnung

Warum Coburg für Kati Wilhelm ein ganz besonderer Ort ist

Wie das Benefiz-Publikum im Landestheater auf Einladung von Old Tablers 151 Coburg einen Abend mit der früheren Spitzen-Biathletin Kati Wilhelm erlebt.
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Heiß begehrt: Selfies mit der mehrfachen Gold-Medaillen-Gewinnerin Kati-Wilhelm beim Benefizabend im Coburger Landestheater: Foto: Jochen Berger
Heiß begehrt: Selfies mit der mehrfachen Gold-Medaillen-Gewinnerin Kati-Wilhelm beim Benefizabend im Coburger Landestheater: Foto: Jochen Berger
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Die Karriere nach der Karriere - für manchen Spitzensportler bleibt sie ein unerfüllter Traum. Dann folgt auf Beifall und Erfolg im Stadion, auf der Laufbahn oder in der Loipe der soziale Absturz. Wie das Leben nach der großen Karriere im Scheinwerferlicht gelingen kann - davon erzählte ein ungewöhnlicher Abend im Landestheater.

Dort, wo wenige Tage zuvor Papageno und Tamino in der Neuinszenierung von Mozarts "Zauberflöte" schwierige Prüfungen zu bestehen hatten, war buchstäblich der rote Teppich ausgerollt für eine der erfolgreichsten Biathletinnen der letzten Jahrzehnte: Kati Wilhelm.

Wie sie den Übergang vom umjubelten Sportstar in der Loipe und am Biathlon-Schießstand zur TV-Expertin, zweifachen Mutter und Restaurantbetreiberin geschafft hat - davon erzählte Kati Wilhelm bei einem Benefizabend auf Einladung der "Old Tablers 151Coburg". Und sie verriet, warum Coburg für sie eine ganz besondere Bedeutung hat: "Coburg war der Ort für meinen ersten Westbesuch nach der Wende."

Misserfolge bewältigen

Als Vortragsreisende und Referentin ist Kati Wilhelm mit dem Thema "Entscheidungen treffen" unterwegs. Entscheidungen, die notwendig waren, um aus einer erfolgreich begonnenen Sport-Karriere schließlich nach manchen Misserfolgen und Niederlagen eine außergewöhnliche erfolgreiche Karriere zu machen.

Jede Medaille mit Geschichte

Auf einem Tischchen am Bühnenrand lagen einige jener Medaillen, die Kati Wilhelm bei Olympiaden und Weltmeisterschaften im Biathlon gewonnen hat. Und zu jeder dieser Medaillen hatte sie eine Geschichte parat. Was ist die schönste Medaille angesichts von drei goldenen Olympia-Medaillen und fünf goldenen Weltmeister-Medaillen?

"Jeder hat ihre eigene Geschichte", sagt Kati Wilhelm und erinnerte sich an die Bronze-Medaille, die sie in der Staffel bei der Olympiade 2010 in Vancouver kurz vor dem Ende ihre Karriere gewonnen hat. "Wir waren als die Ü-30-Staffel bekannt", sagte sie. Gegen deutliche jüngere Konkurrentinnen doch noch einen Podiumsplatz errungen zu haben, machte diese Bronze-Medaille für Kati Wilhelm zur "emotionalsten Medaille für mich".

Nicht immer ganz einfach

Im Rückblick "hört sich alles sehr schnell und sehr einfach an", sagte die ehemalige Spitzensportlerin: "Aber ganz so einfach war es nicht." Immer wieder musste sie neue Entscheidungen treffen, um erfolgreich zu bleiben - musste beispielsweise neue Akzente im Training setzen, um beispielsweise nach den negativen Erfahrungen bei der Heim-WM 2004 wieder erfolgreich zu sein. Ihre wichtigste Entscheidung? "Ich wollte aufhören, als ich noch erfolgreich war", verriet sie im Gespräch mit Moderator Thomas Apfel ("Radio Eins").

Zu Gast bei den Old Tablers 151 Coburg

Kati Wilhelm, im August 1976 in Schmalkalden geboren, war als Biathletin eine der erfolgreichsten deutschen Teilnehmerinnen dieser Sportart. Bei Olympischen Spielen gewann sie je drei Gold- und Silber-Medaillen sowie eine Bronzemedaille. Bei Weltmeisterschaften kamen fünf Goldmedaillen, vier Silbermedaillen und vier Bronzemedaillen hinzu. 2010 beendete sie ihre Karriere als Sportlerin, die sie zunächst als Langläuferin begonnen hatte. 1999 wechselte sie zum Biathlon.

Old Tablers 151 Coburg ist eine parteipolitisch und konfessionell neutrale Vereinigung von Männern im Alter ab 40 Jahren, die vormals Mitglieder der Organisation Round Table Deutschland waren. Die Vereinigung in Coburg existiert seit 1992.

Benefizabend Für die Mittagsbetreuung von Schulkindern im Kinder- und Jugendzentrum "Domino" überreichte der Verein der Freunde von Round Table Coburg am Ende des Abends einen symbolischen Scheck in Höhe 6000 Euro an Thomas Apfel in seiner Eigenschaft als Kinderbeauftragter der Stadt Coburg. Das Geld soll für ein Jahr einen Koch auf 450-Euro-Basis finanzieren, der wochentags warme Mahlzeiten für die Kinder zubereitet. Rund 60 Kinder nutzen täglich dieses Angebot im "Domino". Veranstaltungen Zu den Veranstaltungen, mit denen Round Table Coburg Einnahmen zur Unterstützung Hilfsbedürftiger erzielt, zählen die Coburger Comedy Gala und Open-Air-Kino-Abends im Innenhof von Schloss Ehrenburg. red



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