Coburg
Umzug

Jede Menge Technik in der Morizkirche

Die Sanierung der evangelischen Kirche ist abgeschlossen. Zur Ausstattung gehört jetzt auch ein modernes Beleuchtungskonzept.
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Gesteuert wird die neue Beleuchtung von der Sakristei aus, wie Bürgermeisterin Birgit Weber (rechts) und Sibylle Fugmann demonstrierten. In der rechten oberen Bildecke: Die Steuerung für die Kirchenglocken.  Foto: Ulrike Nauer
Gesteuert wird die neue Beleuchtung von der Sakristei aus, wie Bürgermeisterin Birgit Weber (rechts) und Sibylle Fugmann demonstrierten. In der rechten oberen Bildecke: Die Steuerung für die Kirchenglocken. Foto: Ulrike Nauer
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Wenn die Gemeinde St. Moriz in der Nacht zum Ostersonntag ganz offiziell wieder in ihre frisch sanierte Kirche zurückkehrt (siehe Info, unten rechts), kommt zum ersten Mal auch die neue Technik zum Einsatz, mit der das Gotteshaus jetzt ausgestattet ist. Ein flacher Schaltkasten in der Wand der Sakristei, darüber ein kleiner Bildschirm mit Touchscreen - damit wird nun die Illumination der ganzen Kirche gesteuert. Und, wie Bau-Bürgermeisterin Birgit Weber und Sibylle Fugmann, Bauleiterin vom städtischen Hochbauamt, beim Pressetermin am Donnerstag stolz demonstrierten, für jedes Szenario in den drei Bereichen Gottesdienste, Tourismus und Konzerte gibt es ein eigenes Lichtdesign.
Das eröffnet ganz unterschiedliche Beleuchtungsmöglichkeiten, zum Beispiel für ein "Konzert bei Kerzenschein" oder für die "Musik zur Marktzeit", die mittags stattfindet und wegen des hereinflutenden Tageslichts natürlich ganz anderes Licht braucht.
Die wohl auffälligsten Beleuchtungselemente sind die beiden großen Kronleuchter über dem bestuhlten Bereich. Jeder Lüster hat zwölf Leuchten, die sich einzeln ansteuern lassen. So könne man beispielsweise ein Brautpaar vor dem Altar lichttechnisch in Szene setzen oder auch eine ganze Gruppe von Konfirmanden, erläuterte Birgit Weber.
Die beiden ringförmigen Lüster seien extra für die Morizkirche angefertigt worden, berichtete Sibylle Fugmann. Früher hingen seitlich Einzelleuchten von der Decke. Mit den schlichten Kronleuchtern habe man auch dem Wunsch der Denkmalpflege entsprochen, dass die Leuchter wieder im Zentrum der beiden Rosetten an der Decke hängen sollen.
Ebenso wie die Lüster sind auch die Schwenkarmleuchten an den Emporen Einzelanfertigungen. "Die gibt's nicht zu kaufen", betonte Fugmann, was gleich zum nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag führte, man könne sich die "Coburger Schwenkarmleuchten" ja vielleicht patentieren lassen.
So leicht wie es jetzt klinge, sei das alles nicht gewesen, betonte Hochbauamtsleiter Peter Cosack. Immer wieder tauchten während der zweijährigen Bauzeit unvorhersehbare Probleme auf, die es zu lösen galt: etwa die undichte Decke in der Michaeliskapelle hinter der Orgel, die eine Teildachsanierung erforderte. Oder die Reinigung des Epitaphs, die so aufwendig nicht geplant war.
Sibylle Fugmann bescherte das die eine oder andere schlaflose Nacht, wie sie selbst zugibt - etwa bei der Programmierung des neuen Beleuchtungssystems, die bis tief in die Nacht gedauert hatte. "Sie hat sich wahnsinnig eingebracht", lobte Peter Cosack. Teilweise so engagiert, dass er schon befürchten musste, er habe seine Mitarbeiterin "an die Kirche verloren", wie er lachend berichtete.
"Für eine Kirche müssen die Dinge eben extra entworfen werden", sagte der Hochbauamtsleiter. "Da gibt es nichts von der Stange." Und während die Industrie so lange ausprobieren könne, bis es passt, gelte bei der Architektur: "Man hat nur einen Versuch!"
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