Lichtenfels

Der illegale Zugang zu Schusswaffen soll erschwert werden

Die Neuregelungen des Waffenrechts waren das beherrschende Thema bei einem Veranstaltungsabend der Königlich privilegierten Scharfschützengesellschaft von Lichtenfels. Dabei erhielten alle Mitglieder,...
Artikel drucken Artikel einbetten
Hochkarätigen Besuch hatte die Veranstaltung zum Thema "Waffenrecht" der Königlich Privilegierten Scharfschützengesellschaft (von links): Erster Schützenmeister Erwin Kalb, Zweiter Landesschützenmeister Hans-Peter Gäbelein, Landesschützenmeister Christian Kühn (beide vom Bayerischen Sportschützenbund), Emmi Zeulner, Marc Henrichmann, BDS-Präsident Friedrich Gepperth, BDS-Vizepräsidentin Sigrid Schuh und Zweiter Schützenmeister Uwe Matzner.  Foto: Dieter Radziej
Hochkarätigen Besuch hatte die Veranstaltung zum Thema "Waffenrecht" der Königlich Privilegierten Scharfschützengesellschaft (von links): Erster Schützenmeister Erwin Kalb, Zweiter Landesschützenmeister Hans-Peter Gäbelein, Landesschützenmeister Christian Kühn (beide vom Bayerischen Sportschützenbund), Emmi Zeulner, Marc Henrichmann, BDS-Präsident Friedrich Gepperth, BDS-Vizepräsidentin Sigrid Schuh und Zweiter Schützenmeister Uwe Matzner. Foto: Dieter Radziej

Die Neuregelungen des Waffenrechts waren das beherrschende Thema bei einem Veranstaltungsabend der Königlich privilegierten Scharfschützengesellschaft von Lichtenfels.

Dabei erhielten alle Mitglieder, zugleich eine der größten Sportverbände in Deutschland, aktuelle Informationen vom Sprecher des zuständigen Innenausschusses im Bundestag, Marc Henrichmann. Deutlich wurde bei alledem aber auch, dass die Sportschützen, Waffensammler und Jägerschaft nach wie vor zu den zuverlässigsten Waffenbesitzern im Lande zählen.

Rückverfolgung der Waffen

Ein wesentlicher Aspekt bei alledem war, so Henrichmann, die EU-Richtlinie, die die Bundesregierung mit ihrem Gesetzentwurf umgesetzt hatte. Denn von der Europäischen Union wurde dies nicht nur von ihren Mitgliedsstaaten gefordert, sondern es soll auch mehr Sicherheit geschaffen werden. Daher sind die internationale Rückverfolgbarkeit aller Schusswaffen und die erweiterte Kennzeichnungsanforderung der wesentlichen Waffenteile, einhergehend mit dem Ausbaus des nationalen Waffenregisters, sowie die Begrenzung der Magazinkapazität, Bestandteile dieser neuen Rechtsprechung.

Des Weiteren wurde für die Bundesländer die Möglichkeiten und damit Rechtssicherheit geschaffen, sogenannte Waffen- und Messerverbotszonen einzurichten. Hinsichtlich der Spielzeugsicherheit konnten weitere Klarstellungen erzielt werden. Zudem wurden Festlegungen hinsichtlich der Schießstandüberprüfungen getroffen und die Bundesländer ermächtigt, bezüglich der Ausbilderkriterien für ihre Schießstandsachverständige dies innerhalb ihres Aufgabenbereiches zu regeln.

Henrichmann sah auch keine Probleme, wenn es künftig beim Bedürfnisnachweis und vor dem Ersterwerb von Schusswaffen regelmäßige Abfragen beim Verfassungsschutz gebe. In mehrfachen Verhandlungen konnten außerdem akzeptable Regelungen hinsichtlich der regelmäßigen Trainingseinheiten und Leistungsnachweise erzielt werden. Wenn fünf und zehn Jahre nach dem Ersterwerb eine nochmalige verpflichtende Kontrolle stattfindet, so dass nach diesem Zeitraum der jeweilige Waffenbesitzer als "verlässlich" eingestuft werde und für die Fortdauer des Bedürfnisses eine Vereinsbescheinigung ausreichend sei, konnte ein tragfähiger Kompromiss erreicht werden.

Wesentliche Gründe für diese Änderungen im Waffengesetz, auch darauf wies Henrichmann hin, waren vor allem die Tatsachen, dass der illegale Zugang zu Schusswaffen erschwert werden sollte, um auch dafür zu sorgen war, dass Kurz- und Langwaffen ganz einfach nicht in die Hände von Kriminellen und Terroristen gelangen und damit Anschläge, wie beispielsweise auf die Synagoge in Halle, verhindert werden können.

Zusammenfassend stellte der Abgeordnete fest, auch wenn es viele Gespräche mit den Verbänden und Sportschützen sowie der Jägerschaft gegeben habe, dass zwar an allen Ecken und Ende des Gesetzes nochmals "gefeilt" wurde, letztendlich aber doch viel bewegt werden konnte. Welche Auswirkungen die neue Rechtsprechung habe und ob im Nachgang Verbesserungen erforderlich werden, werde erst die Zukunft zeigen.

In einer Podiumsdiskussion kamen dann auch die Verbandsvertreter zu Wort, und Zweiter Landesschützenmeister Hans-Peter Gäbelein verwies auf die vielen Gespräche mit Parlamentariern im Vorfeld der Beratung des Gesetzesentwurfes. Interessant dabei auch der Hinweis, dass 99 Prozent aller Straftaten eines Jahres in Deutschland, bei denen Schusswaffen verwendet wurden, diese mit illegal erworbenen Waffen ausgeübt wurden. Auf Nachfrage des Landesschützenmeisters Christian Kühn wegen des Bedürfnisprüfungsverfahrens durch den Verfassungsschutz erwiderte Henrichmann, dass das Einlegen von Rechtsmitteln gegen eine negative Waffenentscheidung erhalten bleibe. Zwar seien über die Magazinbegrenzungen auf über 20 Schuss bei Kurzwaffen und über zehn Schuss bei Langwaffen nicht alle vollends glücklich, sagte der Präsident des Bundes deutscher Sportschützen (BDS) Friedrich Gepperth, dennoch könne man zufrieden sein, dass der Gesetzentwurf so durchgebracht worden ist.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren