Kaffee und Gesundheit: Nicht nur die Zahl der Tassen zählt

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Beim Kaffeekonsum zählt mehr als die Zahl der Tassen. Auch Tageszeit, Zubereitung und individuelle Koffeinempfindlichkeit spielen eine Rolle.

Zwischen Kaffeeduft und dem ersten Termin liegt für viele Menschen ein festes Morgenritual. Doch Kaffee und Gesundheit lassen sich nicht allein an der Zahl der geleerten Tassen festmachen. Beim Kaffeekonsum spielen die Menge an Koffein, die Zubereitung und mögliche Auswirkungen auf den Schlaf zusammen. Selbst entkoffeinierter Kaffee verdient dabei einen genaueren Blick: Weniger Koffein bedeutet nicht, dass keines mehr enthalten ist.

Gesunder Kaffeekonsum: Die verträgliche Koffeinmenge pro Tag

Grundsätzlich als ungesund gilt Kaffee längst nicht mehr. In moderaten Mengen kann er Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein. Entscheidend ist jedoch, wie viel Kaffee Sie trinken, zu welcher Tageszeit Sie ihn genießen und wie Ihr Körper auf Koffein reagiert.

Für gesunde Erwachsene gelten laut BfR als grobe Orientierung bis zu 400 Milligramm Koffein pro Tag als unbedenklich. Das entspricht – abhängig von Sorte und Zubereitung – ungefähr drei bis vier Tassen Filterkaffee. Schwangere sollten deutlich weniger Koffein aufnehmen. Auch Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden, Angststörungen oder Schlafproblemen sollten ihren Konsum kritisch prüfen.

Nebenwirkungen und körperliche Beschwerden sind durch Koffein laut NDR allerdings ebenfalls möglich. So kann Koffein unter anderem die Aufmerksamkeit steigern, zugleich aber Herzklopfen, Nervosität und Unruhe auslösen.

Koffeingehalt von Espresso, Filterkaffee und Milchkaffee im Vergleich

Für einen bewussten Kaffeekonsum ist es hilfreich zu wissen, dass nicht alle Kaffeegetränke gleich viel Koffein enthalten. Ein Espresso enthält in der Regel weniger Koffein als eine große Tasse Filterkaffee, weist aber aufgrund der kleineren Getränkemenge eine höhere Koffeinkonzentration auf. Cappuccino und Latte macchiato beinhalten durch den Milchanteil oft weniger Koffein pro Tasse als ein schwarzer Kaffee derselben Menge.

Hinter den drei simplen Worten „Kaffee mit Milch“ verbirgt sich eine erstaunliche Vielfalt. Unser Artikel über die Unterschiede zwischen Latte macchiato, Milchkaffee und Café au lait erläutert, warum die Getränke auf den ersten Blick identisch erscheinen mögen, sich aber fundamental in Herkunft, Zubereitung und Servierung unterscheiden.

Den Koffeingehalt können außerdem Faktoren wie die Bohnensorte und Röstung beeinflussen. Robusta-Bohnen enthalten beispielsweise mehr Koffein als Arabica-Bohnen. Wer bei einem Besuch im Café nach einem Getränk mit weniger Koffein sucht, könnte mit einem Getränk auf Arabica-Basis die bessere Wahl treffen.

Für einen Cafébesuch in der Region bietet unser Leser-Ranking der sechs beliebtesten Kaffee-Adressen in Franken Anregungen. Der Artikel stellt Cafés, Röstereien und Manufakturen vor, die unsere Leser zu ihren Favoriten gewählt haben.

Kaffee am Nachmittag: Koffein kann den Schlaf beeinträchtigen

Die lange Wirkungsdauer von Koffein im Körper wird häufig unterschätzt. Selbst wenn Sie nach dem Spätnachmittags-Kaffee am Abend problemlos einschlafen, kann der Schlaf weniger erholsam ausfallen. Häufiges Aufwachen oder eine kürzere Tiefschlafphase bleiben dabei oft unbemerkt.

Empfindliche Personen sollten ihren letzten Kaffee deshalb mehrere Stunden vor dem Zubettgehen trinken. Wer bereits unter Einschlafproblemen leidet, kann testweise auf Kaffee nach dem Mittagessen verzichten. Auch Energy-Drinks, Cola und schwarzer Tee zählen zur täglichen Koffeinmenge.

Ein ungünstiger Kreislauf kann zudem entstehen, wenn Sie sich tagsüber müde fühlen und deshalb immer wieder zur Tasse greifen. Kurzfristig steigt die Wachheit, später folgen Müdigkeit und das Bedürfnis nach weiterem Koffein. So kann sich eine Gewohnheit mit Entzugssymptomen entwickeln.

Kaffee zubereiten: Filtermethode, Hygiene und Verträglichkeit

Für die Verträglichkeit spielt auch die Brühmethode eine Rolle. Bei Filterkaffee hält das Papier bestimmte Inhaltsstoffe zurück, die den Cholesterinspiegel erhöhen können. Ungefilterter Kaffee aus der French Press oder türkischer Kaffee enthält davon mehr. Achten Sie außerdem auf frische Bohnen, saubere Geräte und eine hygienische Zubereitung. Besonders Kaffeevollautomaten müssen regelmäßig gereinigt und entkalkt werden. In feuchten, warmen Bereichen können sich sonst Rückstände und Keime sammeln.

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Beobachten Sie bei einem bewussten Genuss von Kaffee, wie Ihr Körper reagiert. Folgende Beschwerden können Hinweise darauf sein, dass Sie Koffein reduzieren sollten:

  • Herzrasen
  • Zittern
  • Magenbeschwerden
  • Kopfschmerzen
  • Schlafprobleme

Als Ersatz für Schlaf, Wasser oder eine ausgewogene Mahlzeit sollte Kaffee außerdem nicht dienen. Ein Glas Wasser zum Kaffee kann helfen, die Flüssigkeitszufuhr im Blick zu behalten.

Entkoffeinierter Kaffee: Weniger Koffein, aber nicht koffeinfrei

Eine Alternative für Menschen, die ihren Koffeinkonsum senken möchten, ist entkoffeinierter Kaffee. Er enthält deutlich weniger Koffein als die herkömmliche Variante, ist aber nicht vollständig koffeinfrei. Laut der US-Lebensmittelbehörde FDA enthält eine Tasse mit rund 240 Millilitern üblicherweise noch zwei bis 15 Milligramm Koffein.

Bei einer ausgeprägten Empfindlichkeit gegenüber Koffein ist deshalb auch mit der entkoffeinierten Variante Vorsicht geboten. Die FDA weist darauf hin, dass Menschen, die stark negativ auf Koffein reagieren, gegebenenfalls auch auf solche Getränke verzichten sollten. Entkoffeiniert bedeutet somit nicht automatisch für jeden verträglich.

Um Kopfschmerzen und Müdigkeit abzumildern, sollten Sie die Menge schrittweise reduzieren, wenn Sie Ihren Konsum verringern möchten. Für viele Menschen gilt daher: Kaffee ist in Maßen meist kein Problem. Entscheidend sind die persönliche Verträglichkeit, die Tageszeit sowie die Zubereitung. Warum schwarzer Kaffee physiologisch und gesundheitlich vorteilhafter ist als die Variante mit Milch, erläutern wir in einem separaten Artikel.

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