Während Beamte in einigen Bundesländern auf hohe Nachzahlungen hoffen dürfen, sieht die Situation in Bayern anders aus. Zwar steigen die Bezüge 2026 und 2027, doch die Staatsregierung verzögert die Anpassungen um jeweils sechs Monate. Das kostet die Beschäftigten mehrere Hundert Euro, denn Nachzahlungen soll es hier nicht geben.
Für zahlreiche Beamte in Deutschland gibt es derzeit erfreuliche Nachrichten: Höhere Bezüge und teilweise erhebliche Nachzahlungen sorgen für Aufmerksamkeit. Doch nicht überall profitieren Staatsbedienstete gleichermaßen. In Bayern müssen sich Beamte, Richter und Pensionäre mit verspäteten Besoldungserhöhungen zufriedengeben. Der Bayerische Beamtenbund (BBB) kritisiert die Entscheidung scharf.
Besoldung in Bayern: So viel mehr Geld gibt es 2026 und 2027
Seit dem 1. Oktober 2026 erhalten bayerische Beamte 2,82 Prozent mehr Besoldung. Das bestätigt das Bayerische Landesamt für Finanzen. Auch die Versorgungsbezüge steigen entsprechend. Beamtenanwärter bekommen monatlich 60 Euro mehr.
Die nächste Erhöhung um zwei Prozent ist für den 1. September 2027 vorgesehen. Damit erfolgen beide Anpassungen jeweils sechs Monate später als bei den Tarifbeschäftigten der Länder.
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Keine Nachzahlung: Bayerischen Beamten entgehen Hunderte Euro
Besonders umstritten ist, dass die Verzögerung nicht durch Nachzahlungen ausgeglichen werden soll. Der Bayerische Beamtenbund (BBB) kritisiert deshalb erhebliche Einkommensverluste.
Wie hoch die finanziellen Einbußen ausfallen, zeigt eine Beispielrechnung: Bei einem bisherigen monatlichen Grundgehalt von 4.000 Euro bringt die Erhöhung um 2,82 Prozent rund 113 Euro zusätzlich. Durch die sechsmonatige Verzögerung entgehen einem Beamten rechnerisch rund 677 Euro brutto. Auch 2027 entsteht durch die verspätete Anpassung ein weiterer finanzieller Nachteil. Der BBB kritisiert die verzögerte Übertragung des Tarifabschlusses ausdrücklich.
Andere Bundesländer zahlen Tausende Euro nach
Anders sieht es beispielsweise in Schleswig-Holstein aus. Dort sind rückwirkende Besoldungserhöhungen vorgesehen. Laut Deutschem Beamtenbund (dbb) sollen die Bezüge für 2025 um 3,2 Prozent, für 2026 um vier Prozent und 2027 um weitere 3,8 Prozent steigen. Je nach Besoldungsgruppe können sich daraus Nachzahlungen von mehreren Tausend Euro ergeben.