"Tut im Herzen weh": Traditionsbetrieb stellt Produktion ein – nach über 180 Jahren

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Porzellanhersteller Kahla stellt nach Insolvenz den Betrieb ein
Das Foto zeigt das Gelände der Porzellanmanufaktur Kahla im gleichnamigen Ort in Thüringen. Das Unternehmen hat angekündigt, nach mehr als 180 Jahren seine Produktion einstellen zu wollen ...
Porzellanhersteller Kahla stellt nach Insolvenz den Betrieb ein
Mark Lämmchen/Adobe Stock

Die Porzellanmanufaktur Kahla ist am Ende. Monate nach dem Insolvenzantrag ist das Schicksal des Herstellers mit dem Sitz nahe Franken besiegelt.

Der insolvente Porzellanhersteller Kahla stellt seine Produktion ein. Das teilte die Manufaktur mit Sitz in der gleichnamigen Kleinstadt in Thüringen (Saale-Holzland-Kreis) mit. Wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf den Insolvenzverwalter Rolf Rombach berichtet, soll der Betrieb Ende des Jahres eingestellt werden. Der dpa sagte Rombach, man habe bis zuletzt vergeblich für den Erhalt des Unternehmens gekämpft.

"Aus eigener Kraft schaffen wir es nicht, die Produktion zu halten", erklärte Kahla in einem Facebook-Post. "Damit endet eine lange Tradition und auch uns tut es im Herzen weh." Den Angaben zufolge habe es in den vergangenen Monaten viele Gespräche mit potenziellen Investoren gegeben. Diese seien jedoch nicht erfolgreich gewesen.

Porzellanmanufaktur Kahla stellt Produktion ein - das sind die Reaktionen

Die Produktion werde schrittweise zurückgefahren, schreibt Kahla. Der Werksverkauf und der Online-Shop würden vorerst weiterlaufen. Wie die dpa mitteilt, sollen laut des Insolvenzverwalters bestehende Aufträge möglichst noch abgearbeitet werden. Die derzeit 96 Beschäftigten sollen einem MDR‑Bericht zufolge bereits auf einer Betriebsversammlung über die Entwicklung informiert worden sein.

Auf Facebook ist die Trauer über das Produktions-Aus groß. "Ich finde es unglaublich traurig und erschreckend, dass mit Kahla wieder ein solches Traditionsunternehmen verschwindet", heißt es in einem Kommentar unter dem Post der Porzellanmanufaktur. "Das ist so ungerecht! Eure schönen Stücke werden uns bis an unser Lebensende begleiten", schreibt eine Userin. Die Beiträge zeigen: Viele User haben Porzellan von Kahla. Ein Nutzer verspricht, das Porzellan des Unternehmens in Ehren zu halten. "Kahla war Kult. Schade drum.", resümiert jemand in einem Kommentar.

Für den Betrieb ist es nicht die erste schwere Krise. Bereits 2020 hatte die Manufraktur Insolvenz angemeldet. Grund dafür soll laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland und der dpa ein geplatzter Großauftrag gewesen sein, in den das Unternehmen viel Geld gesteckt hatte. Nun habe Kahla den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens im März 2026 unter anderem mit hohen Energiekosten und einer schwachen Auftragslage begründet, so die dpa.

Land ist sich Bedeutung von Kahla bewusst

Wie es in dem Bericht heißt, sollen sich laut Rombach das Land Thüringen, das Wirtschaftsministerium sowie die Staatskanzlei der Bedeutung des Unternehmens bewusst sein. Demnach seien sie in die Suche nach Lösungen einbezogen worden - jedoch offenbar vergeblich.

Die Geschichte der Porzellanherstellung in Kahla reicht bis 1844 zurück. Damals gründete Christian Eckardt die Fabrik und begann mit 20 Angestellten mit der Produktion. Die Stadt Kahla wurde in der DDR Sitz der VEB Feinkeramik, zu dem bis 1979 17 Betriebe mit rund 18.000 Beschäftigten gehörten. Nach der Wende wurde das Unternehmen privatisiert und 1994 als Kahla/Thüringen Porzellan GmbH von Günther Raithel neu gegründet. ami/mit dpa