"Kei Gschiss, nur Gscheids": Hier will ein Starkoch ein fränkisches Wirtshaus eröffnen

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Wirsberg: Alexander Herrmann plant Neuausrichtung: "Fränkisches Wirtshaus"
Der Sternekoch plant eine Neuausrichtung seines Wirsberger Betriebs. Unter anderem eröffnet er ein fränkisches Wirtshaus.
Wirsberg: Alexander Herrmann plant Neuausrichtung: "Fränkisches Wirtshaus"
AURA by Alexander Herrmann & Tobias Bätz; Die Schneiderei - Atelier für Texte und Konzepte; Collage: inFranken.de

Der Kulmbacher Sternekoch Alexander Herrmann plant derzeit, seinen Heimatbetrieb auf ein neues kulinarisches Level zu heben. Dazu gehört unter anderem die Eröffnung eines traditionellen fränkischen Wirtshauses.

Seit etwas mehr als 150 Jahren ist das Posthotel Alexander Herrmann in Wirsberg (Kreis Kulmbach) im Familienbesitz. Nun soll der Betrieb mitsamt Gastronomieangebot weiterentwickelt werden, wie in einer Pressemitteilung erklärt wird. Demnach will der fränkische Sternekoch das Posthotel und die dazugehörigen Lokale baulich und konzeptionell neu aufstellen, um den Standort Wirsberg bis 2032 zu einer "eigenständigen kulinarischen Destination von internationalem Rang" zu machen.

Mit den beiden Restaurants des Hauses soll diese Entwicklung jetzt begonnen werden. Zum einen wird das Restaurant "Aura" im nächsten Jahr mit neuem Fine-Dining-Konzept und verändertem Namen an den Start gehen. Zum anderen gebe es bei dem Bistro "Oma & Enkel" eine bedeutende Veränderung. Dieses wird bereits ab dem 30. November 2026 als "fränkisches Wirtshaus" wiedereröffnen. Dabei setzt der Sternekoch auf ein besonderes Konzept. Er und sein Kollege Tobias Bätz wurden übrigens kürzlich als die besten Chefköche Deutschlands ausgezeichnet (PLUS).

Alexander Herrmann eröffnet fränkisches Wirtshaus: "Küche, wie sie unsere Omas kochen"

Bei der strategischen Neuentwicklung des Betriebs stehe die oberfränkische Heimat Herrmanns im Mittelpunkt. Er wolle den Regierungsbezirk zu einem kulinarischen Reiseziel machen. "Zurück zu den Wurzeln", wird die Veränderung von "Oma & Enkel" zum fränkischen Wirtshaus in der Meldung beschrieben. Unter dem Motto "Kei Gschiss, nur Gscheids" soll dort "fränkische Küche, wie sie unsere Omas kochen" angeboten werden. 

Die Karte des Wirtshauses gliedere sich in zwei Teile. Auf einer Seite finden sich demnach Gerichte der Urform der fränkischen Küche, wie Kalbskopf, Bries oder Beuscherl. Diese seien mittlerweile von vielen Speisekarten verschwunden. Auf der anderen Seite beinhalte die Karte auch Klassiker wie Schnitzel, Geschmortes oder Wurst mit Kraut. Mit dem Angebot bediene das Lokal sowohl "eine Küche, für die die Region seit Jahrzehnten steht, und die Wünsche der jüngeren Generation". 

Das "Future Lab Anima", in dem regionale Produkte verarbeitet werden, integriere seine Kontakte zu Erzeugern ebenfalls in das Wirtshaus. Wurstwaren stelle das Team überdies selbst her. Für Herrmann spiele das "Oma & Enkel" eine zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung seines Hauses. Herrmann erläuterte, dass das Wirtshaus und das Restaurant "Aura"zwei Aspekte derselben Geschichte repräsentieren: zum einen die Herkunft, zum anderen deren kreative Weiterentwicklung. Das Restaurant "Aura" erhält im Zuge der Neuausrichtung ebenfalls ein überarbeitetes Konzept. 

Herrmann strukturiert Betrieb neu: Auch Sternerestaurant erhält neues Konzept

In den vergangenen zwei Jahren habe das Team der Köche bereits vier Pop-up-Events unter dem Namen "Anima unchained" veranstaltet. Dabei sollten Alternativen zu den gewohnten Abläufen eines Zwei-Sterne-Restaurants getestet und neue Erkenntnisse für die Zukunft des Fine Dinings gewonnen werden. Aktuell finde dieses Pop-up in dieser Form noch bis zum 18. Oktober 2026 zum letzten Mal statt. Im Anschluss sollen die während dieses Formats gewonnenen Impulse in das neue Konzept "Aura unchained 172" einfließen.

Unter diesem Namen wird das Restaurant "Aura" für genau 172 Abende umgestaltet. Bei der neuen Experience handelt es sich den Angaben zufolge um ein Konzept, das über ein klassisches Menü hinausgeht. Für das geplante Dinner zieht das Team ab dem 5. Februar 2027 mit dem "Future Lab Anima" in das Posthotel um, zudem werde eine neue "Anima Bar" eingerichtet. Gäste beginnen den Abend laut Ankündigung mit einem Aperitif und ersten Kostproben im "Future Lab Anima".

Anschließend werde im Restaurant "Aura" das Menü serviert und der Ausklang finde in der neuen Bar mit Dessert, Petits Fours und Cocktails statt. Die Veranstaltungsreihe läuft laut Information bis zum 18. Dezember 2027 und ist in vier saisonale Abschnitte gegliedert. Der Preis beträgt nach Angaben der Organisatoren 385 Euro pro Person, eine Getränkebegleitung ist ab 140 Euro buchbar. Mit Übernachtung beginnt das Angebot bei 495 Euro pro Person. Kürzlich hat Alexander Herrmann in einem Online-Post verraten, wie Kürbissuppe noch besser schmeckt.